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Am 11. August fiel Hermann Hefele erstmals auf, dass Hornissen in seinem Blaumeisenkasten nisten.
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Am 22. August ist das Nest schon deutlich nach außen erweitert worden.
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Jetzt ging’s rasend schnell: Nur drei Tage später ist das Nest deutlich erweitert, unten gibt es einen Anbau.
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Filigrane Baumeister: Die Hornissen beim Nestbau.
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Am 6. September hat das Nest wahrlich riesige Ausmaße angenommen.
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Am 7. Oktober hatte das Hornissen-Nest sein größtes Ausmaß.
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Jetzt beginn der Verfall: Am 17. Oktober weist das mittlerweile verlassene Nest bereits deutliche Schäden auf.

Fleißige Tierchen

Hornissen bauen Nest in Blaumeisenkasten - Gartenbesitzer dokumentiert Ausmaß

Ein Gartenbesitzer traute im Sommer seinen Augen kaum, als er feststellte, dass in einem Vogelkasten Hornissen ein Nest bauten. Fasziniert dokumentierte er die Arbeit der Tierchen.

Apfeldorf Anfang August entdeckte der Apfeldorfer Hermann Hefele in seinem so genannten „Garagengarten“, seinem Garten auf der anderen Straßenseite, etwas Ungewöhnliches. Am Blaumeisenkasten, an dem er extra auf der Innenseite des Einfluglochs einen Metallring angebracht hatte, damit nicht ein anderer Vogel das Loch vergrößert und einzieht, hatten sich unerwartete Bewohner zur Nestgründung eingenistet. Hornissen waren die Hausbesetzer, am Einflugloch herrschte reger Betrieb.

Der Kasten reichte ihnen bald nicht mehr aus, so verlagerten die fleißigen Tierchen ihr Bauwerk nach außen. Man nennt das Filialbildung. Eifrig begannen die Insekten auch, sich unter dem Vogelhäuschen anzusiedeln und bauten unermüdlich an ihrem Nest. Aus zerkauten Pflanzenfasern, abgeschabtem verwitterten Holz, das fein zu Papier zerkaut in unendlichen Stunden zu einem wahren Kunstwerk wurde. Alles unter der Beobachtung von Hermann und Lidwina Hefele, die alles fleißig fotografierten und so eine einzigartige Bilderfolge über die Bautätigkeit erstellten.

Hornissen sind friedliche Tiere, wenn man sie in Ruhe lässt. Im Garten wurde niemand gestochen, da sich der Hornissenstaat nicht in Gefahr wähnte. Der Staat wuchs, zahlreich hingen in den Brutwaben kopfüber die immer hungrigen Hornissenlarven. Gefüttert wurde mit Unmengen von Insekten, die zu Brei zerkaut werden. Ein großes Volk fängt etwa ein halbes Kilogramm Insekten pro Tag. Aus den verpuppten Larven schlüpften dann die Arbeiterinnen, Jung-Königinnen und Männchen. Die Entwicklungszeit vom Ablegen des Eis bis zum Ausfliegen der Arbeiterin beträgt bei der Hornisse etwa 30 bis 50 Tage.

Für die eigene Ernährung brauchen Hornissen vor allem Baumsäfte, die sie an Rindenverletzungen zu sich nehmen. Nebenbei wurde weiter gebaut am Meisenkastenbauwerk. Die Arbeiterinnen legten immer horizontal ausgerichtete Wabenteller an, die durch mehrere Tragsäulen oder bandförmige Tragbrücken miteinander verbunden sind. Für Hermann Hefele war es Faszination, dem Treiben zuzusehen. Jedes Tierchen – es können bis zu 200 Hornissen sein, die einen Staat bilden – hat seine Aufgabe: Wasser zum Nest kühlen oder Futter ins Nest tragen, bauen, oder bei Hitze durch Flügelschlag einen Luftzug erzeugen und die Brut kühlen.

Im Spätherbst war nun für die Jungköniginnen und die Männchen die Zeit der Paarung gekommen, sie verließen für immer ihr Nest. Die Königin bleibt allein im Nest zurück und stirbt wie auch viele ihrer „Kinder“. Nun, nach den letzten kalten Tagen, werden kaum mehr Hornissen leben. Ihr Nest hat auch gelitten, das untere Stockwerk ist bereits abgebrochen.

Jungköniginnen überwintern meist in Spalten oder selbst ausgenagten Hohlräumen in totem Holz, sie werden im nächsten Jahr wieder ein Volk gründen. Mit einer Bügelmessschraube hat Hermann Hefele die Stärke der abgebrochenen Hornissenwand gemessen, sie ist 0,5 mm stark, ein hauchdünnes Kunstwerk. Seit 1987 zählen Hornissen zu den besonders geschützten Tierarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Man sollte es so machen wie Familie Hefele, die Tiere in Ruhe lassen, ihnen einen Sommer lang Herberge geben und diesen kostenlosen „Naturlehrgang“ positiv sehen.

Von Gisela Klöck

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