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Die Baulücke im Sinkweg schließt sich: Allerdings nicht mit einem geteilten Grundstück, wie sich der Bauwerber das wünscht. 

Gemeinderat Apfeldorf

Aus einem Grundstück werden keine zwei

Apfeldorf –  Doppelhaus ja, zwei Einzelhäuser nein: So endete eine Abstimmung des Gemeinderats Apfeldorf in seiner jüngsten Sitzung. Ein Antragsteller wollte seinen Bauantrag nachbessern und beantragte eine Realteilung des Grundstücks – erfolglos.

Die Apfeldorfer wollen keine halben Sachen, so könnte man den Fall umschreiben. Ein Bauträger wollte seinen Baugrund am Sinkweg für zwei Einzelhäuser teilen. Brüderlich und gerecht – das wäre aus Sicht seiner Käufer wahrscheinlich eine feine Sache: wahrscheinlich mit zwei separaten Grundstücken auf dem Immobilienmarkt sehr begehrt.

Doch da spielte der Apfeldorfer Gemeinderat nicht mit. Hindernis ist der Bebauungsplan. Der Bauwerber hatte im November einen Plan für zwei nebeneinanderliegende Wohnungen auf dem 968 Quadratmeter großen Grundstück erfolgreich eingereicht. Sprich: für zwei Doppelhäuser, die auf einem Grund stehen und sich diesen als gemeinsames Eigentum teilen.

Da hatte der Gemeinderat kein Problem damit. In der jüngsten Sitzung hatten die Apfeldorfer den Plan wieder auf dem Tisch. Dieses Mal mit dem Antrag auf Realteilung. Nun sollte jeder der beiden Hausbesitzer sein eigenes Grundstück haben. Das eine mit 481 Quadratmeter, das andere mit 487 Quadratmeter.

Bebauungsplan sieht Mindestgröße vor

Der entsprechende Bebauungsplan sieht jedoch – und das ist nicht neu – eine Mindestgröße von 550 Quadratmetern pro Grundstück vor. Gemeinderat Peter Strommer konnte sich mit der Vorgehensweise des Bauherrn nicht wirklich anfreunden. „Der Käufer kennt den Bebauungsplan besser als wir. Was soll das?“, fragte Strommer. Wenn es um zehn Quadratmeter gehen würde, wäre das kein Thema. Aber gleich um 100, so Strommer, das sei ihm dann doch zu viel.

Zweiter Bürgermeister Gerhard Schmid versuchte zu vermitteln und sah auch positive Aspekte: „Vielleicht kann das auch sinnvoll in Sachen Nachverdichtung sein, attraktiver für junge Familien.“ Doch das Problem für die Gemeinde ist die Erschließung. Bei einer Teilung müsste die Gemeinde einen zweiten Hausanschluss mit Revisionsschacht einbauen. „Da kommen zusätzliche Kosten auf uns zu“, sagte Georg Bürgermeister Epple.

Es kam der Vorschlag, ob sich die beiden Hauseigentümer nicht einen Anschluss teilen könnten. Auch hier warnte Epple: „Wir als Gemeinde sind für den Anschluss verantwortlich. Ein Anschluss für zwei bedeutet nicht selten Murks und Ärger.“

Bei der Diskussion um den Antrag wurde durchaus Empörung geäußert, dass der Bauwerber sich erst die Bauten genehmigen ließe und dann versuche, sich so über den Bebauungsplan hinwegzusetzen. Aber auch ein gewisses Verständnis. Nach dem Motto: ‚Man kann es ja mal probieren.’

Der Gemeinderat war sich einig

Doch die Mindestgröße im Bebauungsplan ist gesetzt. „Das Grundstück ist für ein Doppelhaus in Ordnung. Aber für zwei Einzelhäuser ist es einfach zu klein“, sagte Epple. Dementsprechend fiel auch die Abstimmung aus: Antrag einstimmig abgelehnt.

Dennoch: Dass sich diese Baulücke schließt, ist auch dem Gemeinderat willkommen. Im Zuge dessen wird man sich im kommendem Jahr dem Sinkweg widmen, der seit vielen Jahren noch ein – je nach Witterung matschiger und buckliger – Schotterweg ist. Bürgermeister Epple: „Wir werden im Jahr 2017 die Straße bauen, damit wir endlich dort das Tagewasser entsorgen. Und das unabhängig davon, ob der Bauherr dort schon gebaut hat.“

Klaus Mergel

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