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Der Bauhof in Kinsau bleibt vorerst so, wie er ist. Das Gleiche gilt für das Gebäude in Apfeldorf.

Zweckverband

Apfeldorf und Kinsau rücken zusammen

Zwei Gemeinden, ein Bauhof: Schon seit einigen Jahren planen die Gemeinden Apfeldorf und Kinsau, in kommunalen Bereichen näher zusammenzuarbeiten. Nun wird es konkret: Ab Mai wird eine Vollzeitkraft für beide Gemeinden Aufgaben übernehmen: als Schulbusfahrer und als Bauhofmitarbeiter. Das Land Bayern fördert die Kooperation mit 50 000 Euro.

Apfeldorf/Kinsau– Die Idee eines gemeinsamen Bauhofs begeistert schon seit etwa drei Jahren die Gemeinderäte der beiden Lechraingemeinden. Im Frühjahr 2016 hatten sich die Gemeinderäte schließlich zu einer Klausurtagung zusammengesetzt und einige gemeinsame Sitzungen durchgeführt. Nun gab es eine personelle Entscheidung: Zum 1. Mai wird Richard Bals aus Apfeldorf die Nachfolge von Erwin Zwick als Schulbusfahrer antreten. Das Novum: Bals ist Angestellter eines neugegründeten Zweckverbandes der beiden Gemeinden. Und er wird zusätzlich weitere kommunale Aufgaben übernehmen.

Zwick war bisher in Teilzeit nur als Schulbusfahrer beschäftigt. „So einen bekommst du heute gar nicht mehr“, sagt Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple. Und meint damit nicht nur den freundlichen Einsatz von Zwick, für den dieser bei Schulkindern und Eltern höchst beliebt ist. Es ist auch die Beschäftigung des nun 70-Jährigen mit so wenigen Stunden gemeint.

Künftig wird der Abwasserzweckverband – die Gemeinden teilen sich bereits eine Kläranlage – von dem neuen Zweckverband abgelöst, in dem Bals auch auf den Bauhöfen der beiden Gemeinden mitarbeiten soll. Der Monat Mai wird seiner Einarbeitungsphase gewidmet sein. „Wir versprechen uns Synergieeffekte davon“, sagt Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger. In Kinsau seien neben Gemeindearbeiter Alexander Paul zwei Rentner geringfügig beschäftigt. Paul bleibe natürlich weiterhin, versichert Dollinger, es gäbe da auch keinerlei Hierarchie, da Paul ja von der Gemeinde und Bals beim Zweckverband beschäftigt sei: „Und wir wollen das harmonische personelle Gefüge auch nicht sprengen“, so Dollinger. Der neue Mann Bals soll, so die Planung, in den Bauhöfen die Arbeitseinteilung machen und dazu helfen. In Apfeldorf ist bislang Norbert Leyer im Bauhof im Einsatz.

Dollingers Amtskollege Epple sieht im Aufstocken auch Leistungsvorteile: „Einer ist eigentlich keiner. Es gibt viele Arbeiten, wie etwa mit der Motorsäge, die kann man gar nicht allein machen.“ Im Laufe der Zeit hätten sich immer mehr zusätzliche Tätigkeiten in der Gemeinde angesammelt: „Neue Grünflächen mähen, da ein Geländer streichen, dort einen Wasserhahn tauschen.“ Die Kläranlage werde weiter Gemeinderat Heinrich Keller betreuen, der Zweckverband der Gemeinden habe nun einen gemeinsamen Haushalt. Räumlich besitzen die beiden Gemeinden aber weiterhin zwei Bauhöfe. „Wir müssen erst einmal personell anfangen, und dann schauen, wie es sich entwickelt“, sagte Dollinger. Wenn es funktioniere, könne man die Bauhöfe später auch räumlich zusammen legen – irgendwann.

Epple beschwichtigt: „Wir wollen keinen Schnellschuss. Für uns ist dies bereits ein großer Fortschritt.“ Aber derzeit sind es einfach noch zwei Bauhöfe. Das bedeutet auch: zwei Gebäude, zwei Maschinenparks. Man werde, so Epple, nun erst mal eine Bestandsaufnahme machen, und die Geräte, die man zu viel habe, abstoßen. Die kleinen Rasenmäher jedoch blieben, diese zwischen den Dörfern zu bewegen, wäre Unsinn.

Versüßt wird den beiden Gemeinden die Kooperation mit einem Zuschuss über 50 000 Euro vom Land Bayern: Interkommunale Zusammenarbeit heißt das Programm. Derzeit gibt es darüber nur die mündliche Zusage, Epple rechnet jedoch in den kommenden Wochen mit dem schriftlichen Bescheid. Was sie damit machen, wissen die Bürgermeister aber schon: ein gemeinsames Mehrzweckfahrzeug anschaffen. „Ein Traktor mit Frontlader, den wir für alles Mögliche verwenden können“, erklärt Dollinger.

Bis mit dem Bauhof alles rund läuft, ist Noch-Schulbusfahrer Erwin Zwick weiter gelegentlich im Einsatz. „Zwicki“, wie er von den Schulkindern liebevoll genannt wird, wird auf jeden Fall im Mai seinen Nachfolger unterstützen und einweisen. Und auch, wie Epple meint, gelegentlich mal aushelfen. „Das ist ein schöner Übergang. Außerdem wird ja jeder mal krank und muss daheim im Bett bleiben. Und der Transport unserer Kinder hat natürlich Priorität.“

Klaus Mergel

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