So sieht der Entwurf für das Apfeldorfer Dorfgemeinschaftshaus aus.
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So sieht der Entwurf für das Apfeldorfer Dorfgemeinschaftshaus aus.

Planung abgesegnet

Apfeldorfer Großprojekt wird teurer: Ein Dorfgemeinschaftshaus für sechs Millionen Euro

  • Klaus Mergel
    vonKlaus Mergel
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Das Apfeldorfer Dorfgemeinschaftshaus nimmt Gestalt an – und zwar eine weitaus größere als gedacht: Sechs Millionen Euro soll es nun kosten. Nach Änderungen mit den Vereinen wurde die Planung im Gemeinderat abgesegnet. Nun wartet man auf die Förderzusage.

Apfeldorf – Es gab viele Gespräche, nun gibt es vermutlich noch ein wenig Gerede im Dorf. Denn das geplante Apfeldorfer Dorfgemeinschaft hat eine wichtige Phase durchlaufen: die Vorstellung des Projekts bei den Vereinen. Deren Wünsche sind in die aktuelle Planung eingeflossen. Diese wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt und vom Gremium gebilligt.

Mag sein, dass bei dieser Summe mancher sparsame Apfeldorfer Schnappatmung bekommt: Sechs Millionen Euro stehen im Raum – im Vorjahr hat man noch über 3,7 Millionen Euro gesprochen. Doch Bürgermeister Gerhard Schmid hatte unmissverständlich klargemacht, dass das Bauvorhaben nur verwirklicht werde, wenn es Dank intensiver Förderung durch die bayerische Staatsregierung für die Gemeinde finanzierbar sei.

Wie hoch die Förderung sein wird, steht noch nicht fest

Nur: Über den Anteil der Förderung kann bislang noch kein Beteiligter seriös sprechen. „Das wird nur in dem Rahmen verwirklicht, von dem wir der Meinung sind, dass wir das stemmen. Wir sind doch nicht größenwahnsinnig“, sagte Schmid. „Ich baue das nicht für mich, und der Gemeinderat baut das nicht für den Gemeinderat. Wir bauen das für unser Dorf und seine Vereine.“

Und selbige Vereine, die der Gemeinderat Corona-bedingt nur in kleineren Gruppen in den Pfarrhof eingeladen und um Feedback gebeten hatte, wollen offensichtlich vor allem eines: „etwas Gescheites und keine Flickschusterei“.

Kein altes Dach ertüchtigen, das sonst eventuell einer Schneelast nicht mehr standhält. Und auch keine zu kleine Halle, um die die Vereinsaktivitäten und Veranstaltungen auch in Zukunft konkurrieren müssen.

Die Lösung in der aktuellen Planung: Auf das derzeitige Gebäude wird praktisch ein Saal „draufgesetzt“. Damit wäre eine Parallelnutzung künftig kein Problem. Das künftige Dorfgemeinschaftshaus hätte dann eine Höhe von 14,5 Metern mit Flachdach – vom Ortsbild her nicht dramatisch, manche landwirtschaftliche Halle ist auch so hoch.

Multifunktionaler Saal mit 350 Quadratmetern

Auf dem Flachdach könnte, so eine Anregung aus dem Gremium, zusätzlich eine üppige Photovoltaikanlage Platz finden. Weitere Änderungen: Der neue Saal soll 350 Quadratmeter groß sein, mit dem Foyer zusammen 435 Quadratmeter. Ebenso dabei: eine 87 Quadratmeter große Terrasse und eine versenkbare Bühne. Auch wäre der Saal aufteilbar für kleinere Events – also multifunktional mit entsprechender Licht- und Tontechnik. Darin könnten beispielsweise Konzerte mit bis zu 250 Zuschauern stattfinden – oder auch weniger, ohne dass sich das Publikum verliert. „Wenn hier eine Veranstaltung ist, muss kein Verein, der gerade in der Halle probt, nicht mehr weichen“, so Schmid.

Auch neu: Niemand muss mehr in den Keller. In einem Zwischengeschoss, einer Art Hochparterre, wären Räume für Landjugend und Musikkapelle vorgesehen. Schmid fügte hinzu, dass es ihm durchaus bewusst sei, dass mit dem Projekt – zusätzlich mit Feuerwehrhaus, -auto, Kanalsanierung und Breitbandausbau – ein Brocken finanzieller Belastung auf die Gemeinde zukäme. Aber er habe positive Signale von der Regierung in Sachen Zuwendung bekommen.

Denn: Die bayrische Staatsregierung fördert solche Dorfgemeinschaftshäuser derzeit üppig – noch. Es ist nämlich ein offenes Geheimnis, dass Dank der immensen Ausgaben durch die Coronakrise künftig einige Fördertöpfe leer sein werden und sich auch nicht wieder füllen.

Die Apfeldorfer haben nun ihre Planung an die Regierung geschickt und warten auf Post aus München: Passt dann der Anteil der Zuschüsse zum Budget der Lechrainer, könnten man tatsächlich im Herbst 2021 mit dem Bau beginnen.

Die komplette Planung ist auf der Website der Gemeinde zu sehen.

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