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Zum dritten Mal der traditionelle Engel beim Apfeldorfer Weihnachtsmarkt: die 16-jährige Antonia Geiger. 

Weihnachtsmarkt in Apfeledorf

Ein Engel mit Lampenfieber

Der Apfeldorfer Weihnachtsmarkt weist nicht nur ein außergewöhnliches Angebot an  Geschenken und Leckereien auf: Hier läutet zur Dämmerung jedes Jahr feierlich ein Engel mit einem Prolog die Weihnachtszeit ein.

Apfeldorf – Einen Nikolaus und eventuell einen Knecht Rupprecht? Hat ja wohl jeder Markt. Der Apfeldorfer Weihnachtsmarkt weist nicht nur jedes Jahr ein außergewöhnliches Angebot an selbstgemachten Geschenken und besonderen Leckereien auf: Hier läutet zur Dämmerung jedes Jahr feierlich ein Engel mit einem Prolog die Weihnachtszeit ein. Antonia Geiger (16) stellt in diesem Jahr den himmlischen Gesandten in der Lechraingemeinde.

Ein Engel mit Lampenfieber, gibt’s das? Oh doch, meint Antonia Geiger. „Ich bin eigentlich bei allem aufgeregt“, gesteht die 16-jährige Apfeldorferin. Das heißt: Nicht ganz, denn Theater spielt sie ja auch in ihrem Dorf, da ist sie entspannt und lässig. Aber auch beim Klavierspielen, da schon.

Im Gespräch merkt man das aber gar nicht, die junge Frau kommt ausgesprochen souverän rüber. Vorherige Engel, verrät sie, hätten das so gelöst, indem sie den Text auf den großen Weihnachtsstern geklebt haben – das will sie aber nicht. „Ich hab ja eine Souffleuse.“

Zum dritten Mal verkörpert die Sparkassen-Auszubildende nun den Engel, der vom Balkon des Schubert-Hauses in der Dorfmitte den Prolog verkündet. „Jetzt seid’s gern da in Apfeldorfs Mitte, zusammen Weihnachten feiern – des ist bei uns so Sitte“, heißt es da im Text, vor neun Jahren von Regina Kölbl gedichtet, die in den ersten Jahren dieses Amt versah.

Wenn das Gedicht vom Balkon ertönt, ist es immer ein feierlicher Moment, in dem alle Gäste ein wenig innehalten, sich vielleicht ein wenig beseelt fühlen.

Antonia übernahm das Amt von ihrer Schwester Magdalena, die hat es bereits drei Mal gemacht. Und sie freut sich drauf: „Vor allem auf’s Hübsch-Machen vorher.“ Und lächelt. Mädchenangelegenheit halt. Denn da dreht sie sich das blonde lange Haar mit dem Lockenstab zu vielen Löckchen ein und schlüpft in das weiße Engelsgewand mit Goldsaum, das ihre Oma Edeltraut Meßmer genäht hat.

Die Engelsangelegenheit spielt offensichtlich in der Familie Geiger keine ganz kleine Rolle. Was Antonia besondere Freude macht: die kleinen Engelchen. Ihre kleinen Assistenten werden nämlich in Apfeldorf von den Kommunionkindern verkörpert, „Und die sind so süß, für die ist es das Allergrößte, da mit auf dem Balkon zu stehen. Dann sind sie immer ganz selig“, sagt Antonia und lacht.

Aber wie gesagt: das verflixte Lampenfieber. 2016, so erzählt sie, sei es ganz schlimm gewesen, da der Mikrofonverstärker so leise war – und sie musste den Vortrag wiederholen. „Da hab ich dann teilweise vor Aufregung den Text vergessen“, bedauert sie. Nicht so schlimm, denn ganz ehrlich, liebe Besucher: Hat eh keiner gemerkt oder? Dass jemand einmal im Jahr als Engel auftritt und den Rest des Jahres garstig ist, das geht eigentlich gar nicht.

So auch im Fall von Antonia. „Sie ist wirklich ein Engel“, sagt ihre Mutter Rosi lächelnd, sie hat gesundheitliche Probleme, und das Mädchen unterstützt sie, wo es geht. Ein tolles Team, die beiden, das merkt man.

Eine Nachfolgeringibt es noch nicht

Wie geht es aber künftig weiter? Eine Nachfolgerin hat Antonia bisher noch nicht. Es gäbe zwar eine Familie mit drei Mädchen, erzählt sie, die habe man aber noch nicht gefragt, denn: „Die Mädchen sind noch ein bisschen zu klein“, sagt sie. Also wird sie muss sie das Amt wohl noch ein weiteres Jahr ausführen.

Für Interessentinnen eine Info: „Halbwegs blond sollte man dafür halt sein“, sagt Antonia. Und natürlich auch unterm Jahr ein Engelchen sein. Aber das versteht sich ja von selbst, oder?

Klaus Mergel

Info

Der Weihnachtsmarkt findet am Samstag (14 bis 21 Uhr)  und Sonntag (11 bis 20 Uhr) statt. Der Prolog wird am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit (etwa um 16.30 Uhr) vom Balkon des Schubert-Hauses (Dorfmitte) verkündet. Gäste sollten bei der Anfahrt die Sperrung der Staatsstraße zwischen B17 und Kinsau miteinberechnen.

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