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Das Projekt „Zukunftsgemeinden“ an geschichtsträchtigem Ort vorgestellt, nämlich im Rochlhaus in Thaining haben: (von links) die Bürgermeister Leonhard Stork (Thaining), Benedikt Berchtold (Hofstetten), Georg Epple (Apfeldorf) und Erwin Karg (Fuchstal). Mit dabei waren auch Gerhard Schmi d (Verwaltungs-Gemeinschaft Fuchstal) und Hans-Peter Dürsch vom Institut für Stadtentwicklung.

Interkommunales Projekt

Gemeinsam gegen Leerstand

In jeder der vier Gemeinden Apfeldorf, Fuchstal, Hofstetten und Thaining sieht der Dorfkern anders aus und ist unterschiedlich groß: Was die Kommunen jedoch zusammenbringt, sind gemeinsame Anstrengungen, um dem Leerstand im Ortskern zu begegnen.

Apfeldorf – Interkommunales Projekt der besonderen Art: Die Gemeinden Apfeldorf, Fuchstal, Hofstetten und Thaining verstehen sich als „Zukunftsgemeinden“, die mit staatlicher Unterstützung und mit fachlicher Begleitung die Herausforderungen aktiv angehen wollen. Bei einem gemeinsamen Gespräch im Rochlhaus in Thaining haben die vier Bürgermeister jetzt vorgestellt, was sie bei der Entwicklung der Gemeinden umtreibt. Zudem zeigten Experten auf, wo der Hebel angesetzt werden kann, damit bei diesem interkommunalen Projekt im Rahmen des ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) nicht nur Anliegen zu Papier gebracht werden, sondern die nächsten Jahre auch umgesetzt werden können.

Die vier Gemeinden wollen vor allem beim Leerstandsmanagement und bei der aktiven Beratung bzw. Unterstützung der Eigentümer zusammenarbeiten. Apfeldorf hat – bedingt durch seine terrassenförmige Lage am Lech – mit 51,6 Hektar von allen den größten Ortskern.

Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple bezeichnet Maßnahmen zum Erhalt der dörflichen Struktur mittelfristig gesehen sogar als „existenziell“. Im Fall seiner Gemeinde gehörten dazu auch bauliche Tätigkeiten, damit die bisherige Mehrzweckhalle zu einem Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut werden kann, wo Schule und Vereine ihren festen Platz haben.

Erwin Karg, Bürgermeister der Gemeinde Fuchstal – sie ist einwohnermäßig die größte der vier beteiligten Kommunen – legt den Fokus bei den ISEK-Maßnahmen darauf, dass ein Schlafdorf vermieden wird. Die Gemeinde Fuchstal sei zunächst wegen des Dorfkerns in der Ortschaft Seestall eingestiegen, wo die alte Schule und die Mehrzweckhalle einer Sanierung bedürfen, damit sie künftig im Sinne der Dorfgemeinschaft neu bzw. weiterhin genutzt werden können.

Fachliche Unterstützung erfahren die vier Gemeinden seit eineinhalb Jahren vom Institut für Stadtentwicklung aus München). Hans-Peter Dürsch hat in den vergangenen eineinhalb Jahren vor Ort eine umfassende Bestandsaufnahme gemacht. Wie wichtig das Leerstandsmanagement und die Beratung der Eigentümer sei, zeigte er am Beispiel von Leeder auf: Dort wird im Dorfkern mittlerweile kein einziger Bauernhof mehr bewirtschaftet.

Fuchstals Bürgermeister Karg stellte die These auf, eine Gemeinde dürfe „ruhig mal 30 000 bis 40 000 Euro investieren“, um zusätzlich zur staatlichen Förderung eine leere Hofstelle im Ortskern zu entwickeln. Das sei allemal gerechtfertigt im Vergleich dazu, wie Familien finanziell gefördert werden, die im Einheimischenmodell Bauplätze erworben haben.

Beim Erhalt und bei der Belebung des Dorfkerns arbeiten nicht nur die Gemeinden zusammen. Dürsch vom Institut für Stadtentwicklung nimmt dabei auch das Büro für Standort-, Markt- und Regionalanalyse aus Augsburg mit ins Boot, wenn es um eine Beratung zum Gewerbe im Dorfkern geht. Dessen Chef ist Manfred Heider. Seine Meinung: Die Umsetzung des ISEK hänge wesentlich davon ab, dass man die Leute bei dem Prozess „mitnehmen“ kann.

Koordiniert werden die Aktionen von Gerhard Schmid, dem Geschäftsleiter bei der VG Fuchstal. Wer sich informieren möchte, wendet sich zunächst an seine Gemeinde. Das Angebot zur Beratung steht allen Bürgern offen.

Johannes Jais

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