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Soll im Herbst noch erschlossen werden: Das neue Baugebiet am Römerring-Nord. Wie jedoch die Grundstücke vergeben werden, ist nach wie vor unklar. 

Gemeinderat Apfeldorf

Grundstücksvergabe vertagt

Lange Bank und lange Gesichter in Apfeldorf gab es bei der jüngsten Gemeinderatssitzung: Die Neuregelung der Grundstücksvergabe durch die Gemeinde sollte eigentlich entschieden werden. Doch mit dem neuen Entwurf waren nicht alle Gemeinderäte einverstanden, das strittige Thema wurde vertagt.

Apfeldorf– Wer darf heute in Apfeldorf bauen? Diese Frage beschäftigt den Gemeinderat seit geraumer Zeit. In der Lechraingemeinde versucht man – wie andernorts auch –, mit einem Einheimischenmodell der hohen Nachfrage seitens der jungen Generation im Dorf gerecht zu werden. Nun sollte in der jüngsten Sitzung über ein neues Vergabe-Modell entschieden werden.

Bürgermeister Georg Epple, Gerhard Schmid und Wolfgang Hentschke von der VG Reichling hatten sich in anderen Gemeinden schlau gemacht. „Wir haben einiges zusammengetragen, um eine sinnvolle Lösung zu finden. Es soll einfach werden zu entscheiden, wer als Einheimischer gilt und wem ein Grundstück zusteht“, sagte Bürgermeister Epple. Auch wollte Epple mit dem neuen Modell dem Vorwurf begegnen, dass immer alles totdiskutiert werde, und endlich Fakten schaffen. Der aktuelle Anlass ist klar: Das neue Baugebiet Römerring ist nun in trockenen Tüchern, in der selben Sitzung wurde die Änderung des Bebauungsplans beschlossen. Das Gebiet wird also vermutlich noch im Herbst erschlossen. Hier ist eine klare Richtlinie für die Grundstücksvergabe dringend nötig. Epple verwies auf den hohen Zeitdruck der potentiellen Bauherren, die schließlich ein Bauunternehmen beauftragen und Kredite beantragen müssten.

Das Interesse für das Thema ist in Apfeldorf groß: Ein knappes Dutzend Gäste war in die Sitzung gekommen, überwiegend jung und mutmaßlich Bewerber für einen Bauplatz im Esele. Und dementsprechend groß war die Enttäuschung, als mehrere Gemeinderäte die Vorlage mit dem Einwand „Es besteht noch Diskussionsbedarf, wir haben alle Zeit der Welt“ abschmetterten. So wurde das Thema notgedrungen auf eine der kommenden Sitzungen verschoben.

Hintergrund der Uneinigkeit ist vermutlich eine unterschiedliche Bewertung der Siedlung Am Esele. „Mir wird zum Vorwurf gemacht, ich hätte die Fremden nach Apfeldorf gebracht“, sagt Epple. Hier hatte man in einem Umkreis von 30 Kilometern an Bewerber nach dem Einheimischenmodell vergeben und auch einige Plätze frei vergeben. Es gab zwar tatsächlich bereits Eigentümerwechsel. Doch stehen dem rund 60 Neu-Apfeldorfer entgegen, die überwiegend aus jungen Familien mit Kindern bestehen. „Wenn man wirtschaftlich denkt und wachsen will, muss man Zuzug von außen zulassen“, verteidigt Epple die Öffnung seinerzeit. Ohne das Baugebiet würde laut Epple die Apfeldorfer Grundschule und die Kinderkrippe in Frage stehen, „und wir hätten auch nicht wieder eine Ärztin am Ort“. Das Esele sei „ein Glücksfall“. Mietwohnungen gebe es kaum, so hätten Leute von außen kaum eine Chance, Apfeldorfer zu werden. Epples Appell: „Sollen doch die, die Grundstücke besitzen, selbst was anschieben.“

Klaus Mergel

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