Der Apfeldorfer Kommandant Dominik Bauer vor dem alten Feuerwehrauto.
+
Der Apfeldorfer Kommandant Dominik Bauer vor dem alten Feuerwehrauto.

Aus dem Gemeinderat Apfeldorf

Feuerwehrauto ohne Feuerwehrhaus

  • Klaus Mergel
    vonKlaus Mergel
    schließen

Die Apfeldorfer brauchen ein neues Feuerwehrauto und ein neues Feuerwehrhaus. Das Fahrzeug scheint nun die weitaus dringendere Anschaffung. Das wird nun bestellt – doch es passt nicht ins alte Gebäude rein.

Apfeldorf – Erst das Haus, dann das Auto: In der Reihenfolge hatten es die Apfeldorfer eigentlich angedacht, ihre beiden nicht ganz unerheblichen Investitionen zu tätigen. Doch in der jüngsten Gemeinderatssitzung kam zur Sprache, wie marode das derzeitige Fahrzeug jetzt schon ist. Obwohl die Planungen des Gebäudes noch nicht mal begonnen haben.

„Wir hätten nicht damit gerechnet, dass wir uns so schnell damit beschäftigen müssen“, sagte Bürgermeister Gerhard Schmid. Man hatte in den vergangenen Jahren wirklich viel in das Feuerwehrauto investiert. „Aber ich finde, da sollte man nix mehr außer Volltanken reinstecken – und nicht noch weitere tausende Euro.“

Kommandant Dominik Bauer sieht das genauso. Beim aktuellen Fahrzeug, einem Löschfahrzeug LF 8 nagt der Zahn der Zeit: Durchrostungen am Radkasten und am Fahrgestell, auch wenn es erst rund 18 000 Kilometer auf dem Tacho hat. „Und es wird immer schwieriger, Ersatzteile zu besorgen. Das Gefährt wird schließlich 2021 bereits 30 Jahre alt. „Und nach der Zeit ist ein neues Löschfahrzeug kein Luxus.“

Wunsch der Feuerwehrtruppe

Im Gespräch war zuerst ein HLF 10, ein „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“, bei dem es vom Freistaat einen Zuschuss von rund 87 000 Euro geben würde. Der Wunsch der Feuerwehrtruppe geht jedoch dazu der größeren Version HLF 20: allein schon, um die Ausrüstung beim Einsatz unterzubringen. Die müssen die Feuerwehrler derzeit oft mit einem Zweitfahrzeug und Anhänger mittransportieren. Und: Das Fahrzeug hat Allradantrieb und verfügt über einen Wassertank mit 2000 Litern sowie einen Schaummitteltank. „Beim Innenangriff ist das ein Riesenvorteil“, sagt Bauer.

Ein HLF 20 kostet jedoch 450 000 Euro. Auch, wenn die Förderung hier 120 000 Euro beträgt, ist das für eine kleine Gemeinde eine Menge Geld. Aber die Apfeldorfer haben sich etwas Schlaues überlegt, wie es Bürgermeister Schmid in der Sitzung erklärte. Wenn sie sich mit einer anderen Gemeinde bei der Beschaffung zusammen tun, erhöht sich der Zuschuss um zehn Prozent – und der Hersteller gibt sie im Doppelpack günstiger her. Deswegen werden die Apfeldorfer – so der spätere Beschluss –gemeinsam mit der Gemeinde Grasbrunn (Landkreis Ebersberg) zum Einkaufen gehen. Diese interkommunalen Synergien sind vom Freistaat erwünscht und werden gefördert.

Ausstattung auch vom Altfahrzeug

Aber Feuerwehrautos kaufen ist nicht ganz einfach: Die Ausschreibung muss EU-weit ergehen. Im August werden sich die Apfeldorfer und die Grasbrunner Feuerwehrleute zusammensetzen und ein Leistungsverzeichnis verfassen. Auch, wenn bei der Ausstattung viel Gerät vom Altfahrzeug übernommen wird, kommt da einiges zusammen. Für die Ausschreibung selbst wird eine professionelle Firma beauftragt, da der Aufwand für eine Gemeinde zu komplex und aufwändig ist. Im Gemeinderat unterstützt man die Vorgehensweise. „Es gibt ja keine Alternative, also müssen wir da Geld in die Hand nehmen“, sagte etwa Henriette Beltz. Auch Schmid fand, dass man angesichts der Tatsache, dass „die Feuerwehr Dienst am Nächsten leistet wie kaum jemand“, hier in den sauren Apfel beißen müsse. Nicht zuletzt sind die Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren gestiegen – und werden immer anspruchsvoller durch neue Probleme wie beispielsweise Photovoltaikanlagen am Dach oder E-Autos.

Am Ende, so die berechtigte Hoffnung von Schmid, werde man durch die gemeinsame Bestellung mit Grasbrunn das Feuerwehrauto „bis zu 70 000 Euro billiger“ bekommen.

Fahrzeug passt nicht ins Gerätehaus

Doch wohin dann mit dem neuen Fahrzeug? Mit seinen 8,60 Metern ist es ein gutes Stück länger als das alte. Und passt deswegen nicht in das bestehende Gerätehaus. In der Sitzung kam der Vorschlag, dass man doch für die Phase, bis das neue Gebäude steht, einen zeltartigen Unterstand verwenden könne, wie es beim Rettungsfahrzeug in Reichling etwa im Einsatz ist. Eine Idee, die für den „Worst Case“ in Frage käme. Doch Kommandant Bauer glaubt gar nicht, dass das überhaupt nötig sein wird. „Die Lieferzeit beträgt rund eineinhalb Jahre. Ich bin zuversichtlich, dass wir dann Gerätehaus und Fahrzeug zugleich haben.“

Das könnte Sie auch interessieren:
Die Postkarte feiert in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag. Zu ihren Fans gehört Marco Dollinger, Bürgermeister von Kinsau. Seine Sammlung historischer Postkarten umfasst etwa 1000 Stück – vornehmlich mit Ansichten seiner Heimatgemeinde.
Es hat etwas gedauert, aber nun ist es endlich so weit: Als Bereicherung für das Apfeldorfer Dorfbild schmückt ein Jugendstil-Pavillon den Kastanienplatz.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fridays for Future: Im Landkreis Weilheim-Schongau wird wieder gestreikt
Fridays for Future: Im Landkreis Weilheim-Schongau wird wieder gestreikt
„Es wird gedriftet und gefahren wie gestört“: Schwere Vorwürfe nach Unfall in Schongau - Polizei weist Kritik zurück
„Es wird gedriftet und gefahren wie gestört“: Schwere Vorwürfe nach Unfall in Schongau - Polizei weist Kritik zurück
Maisfeld bei Schwabsoien verwüstet: Täter gefunden
Maisfeld bei Schwabsoien verwüstet: Täter gefunden
Wanderer entdecken „Ekel-Stall“: Schweine stehen in „Kotmorast“ und beißen in Eisengitter - Tierschützer empört
Wanderer entdecken „Ekel-Stall“: Schweine stehen in „Kotmorast“ und beißen in Eisengitter - Tierschützer empört

Kommentare