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Die Apfeldorfer Kandidaten der „überparteilichen Einheitsliste – CSU“ für den Gemeinderat: Hinten von links Evi Baab, Bernhard Heiß, Daniel Strommer, Markus Wagner, Eva Geiger, Robert Frühholz, Thomas Baier, Rita Christof, Florian Berlinger und Robert Zwick sowie vorne von links Ulrich Streit, Stephanie Lang, Richard Ehlich, Gerhard Schmid, Josef Scheitzeneder und Thomas Schertich.

Aufstellungsversammlung

Gerhard Schmid klarer Sieger in Apfeldorf

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Bei der Aufstellungsversammlung in Apfeldorf hat sich der zweite Bürgermeister Gerhard Schmid klar gegen seinen Mitbewerber Robert Frühholz durchgesetzt. Letzterer wird vermutlich aber auch – neben zahlreichen neuen Gesichtern – im Gemeinderat ab März 2020 mitreden.

Apfeldorf – Der Start zur Apfeldorfer Aufstellungsversammlung für den zukünftigen Gemeinderat war holprig: Wie Bürgermeister Georg Epple erklärte, fing just zum Auftakt des Abends der Laptop mit Updates an. „Das kann dauern“, so Epple. Doch Minuten später war ein Ersatzgerät in der Mehrzweckhalle bereit.

Dass Epple seinen Vize Gerhard Schmid gern als Nachfolger hätte, hatte er bereits in der Mitteilung seiner zurückgezogenen Kandidatur signalisiert (wir berichteten). Bei der Versammlung der „überparteilichen Einheitsliste – CSU“ legte er jetzt nach: „Wir haben zwei Kandidaten, einen großen und einen kleinen.“ Und fügte schnell hinzu: „Von der Körpergröße her natürlich.“

Bürgermeister will Werbung machen, dann wird ihm das Wort entzogen

Als Epple förmlich seinen Bürgermeister-Vorschlag (Schmid) mit den Worten „Ich bin überzeugt, dass er...“ abgab, wurde es Versammlungsleiter Ralf Filser jedoch zu bunt – er entzog Epple das Wort. „Wenn da jeder seinen Senf abgibt, werden wir nicht mehr fertig.“

Dennoch: Das Ergebnis der 132 Stimmberechtigten war dann eindeutig. Schmid erhielt 92 Stimmen, Frühholz 37, drei waren ungültige Stimmen.

Kandidaten haben recht unterschiedliche Positionen

In ihren Plädoyers hatten die beiden Bürgermeister-Kandidaten – neben der Darstellung ihrer Kompetenz und der Verbundenheit zum Dorf – zu zwei Themen recht unterschiedlich Position bezogen. Frühholz stellte zum ersten Mal in Frage, ob das Dorfgemeinschaftshaus tatsächlich durch die Sanierung der Mehrzweckhalle entstehen müsse – und dass man es komplett neu bauen könne. Beim Thema Bauland, so Frühholz, müsse man zwar das Umfeld schaffen. „Aber die Gemeinde braucht nicht als Unternehmer auftreten, der Baugebiete schafft.“

Schmid beharrte dagegen auf dem Konzept des Dorfgemeinschaftshauses, das man ja nicht für den Gemeinderat baue. Und: „Ich bin der Meinung, wir müssen Wohnraum schaffen für die Alten und Jungen.“ Frühholz’ persönliche Geste gegenüber Schmid am Ende machte klar: Er ist ein guter Verlierer, das Persönliche bleibt außen vor.

Kandidatenwahl für den Gemeinderat recht spannend

Spannend wurde es dann bei der Kandidatenwahl für den Gemeinderat. Von der „alten“ Truppe trat – mit Ausnahme von Robert Zwick, Frühholz und Schmid – keiner mehr an. Neue Gesichter sind im Spiel.

Evi Baab zum Beispiel, 48 Jahre alt, Ehefrau von Bauunternehmer Matthias Baab und seit 29 Jahren in Apfeldorf: Die kaufmännische Fachwirtin „würde gerne den Gemeinderat mit seinen Projekten positiv begleiten“. Richard Ehlich, 50 und lokaler Physiotherapeut, war bereits im Gremium und will „nach sechs Jahren Pause wieder einsteigen“.

Mit Rita Christof, 47, die im Dießener Bauamt tätig ist, wäre eine Verwaltungsfachfrau an Bord. Eva Geiger, 33, wurde von Schmid spontan nominiert. Sie führt mit ihrer Mutter das örtliche Edeka-Geschäft und ist im Trachtenverein aktiv. Florian Berlinger, 26, ist als Vorsitzender der Feuerwehr und technischer Leiter des Theatervereins vielen im Dorf bekannt. Er führt selbstständig eine Metallbaufirma in Wessobrunn. Daniel Strommer, seit 2018 Meister als Installateur und Heizungsbauer, sorgte bei seiner Vorstellung für einen gehörigen Lacher: „Ich kann auch mit älteren Leuten gut arbeiten.“ Letztlich hat er Recht – er ist erst 22.

Uli Streit, 40, ist als Bauleiter ebenfalls vom handwerklichen Fach. Er könne sich vorstellen, sich „in Projekte einzubringen und sie voranzutreiben“. Josef Scheitzeneder, 36 und bei der Polizei im Innendienst, empfahl sich selbst für Verwaltungsaufgaben im Gemeinderat. Mit Thomas Schertich, 31, trat auch ein Apfeldorfhausener an: Er ist Agraringenieur und führt seit 2011 die elterliche Landwirtschaft. Markus Wagner, 39, ist seit sechs Jahren in Apfeldorf. Er arbeitet als Lehrer an der Weilheimer FOS.

Bernhard Heiß, 48 und ursprünglich aus Rott, kennen einige: Er etablierte den „Goldenen Apfel“ als Feinschmeckerlokal und zugleich als Dorftreffpunkt. Inzwischen ist er in der Hotellerie in Bad Bayersoien tätig. Mit Stephanie Lang, 28 und Versicherungskauffrau, betrat eine engagierte Apfeldorferin (Vorsitzende des Musikvereins und im Schützenverein aktiv) die Runde. Und mit Thomas Baier möchte sich ein weiterer Kopf aus der Wirtschaft einbringen: Er leitet ein Elektronikunternehmen in Lengenfeld.

Junge Kandidatenrunde, bei der die Alteingesessenen eher vorne liegen

Bei der abschließenden Wahl kam es zur Stichwahl zwischen Frühholz und Streit, die Frühholz knapp (65 Stimmen zu 62) für sich entschied. Unterm Strich: Eine relativ junge Kandidatenrunde, bei der die Alteingesessenen eher vorne liegen – der Frauenanteil ist jedoch erfrischend hoch.

Auch interessant:

Markus Bader soll wieder Bürgermeister werden: Die Freie Wählerschaft Rottenbuch-Schönberg hat den Amtsinhaber (35) erwartungsgemäß für die Kommunalwahl im März 2020 nominiert.

Der Weg ins Schwabsoier Rathaus scheint frei: Vizebürgermeister Manfred Schmid schickt sich an, neuer Rathauschef der Schönach-Gemeinde zu werden.

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