Zur Freude der kleinen Apfeldorfer war der Nikolaus samt blondem Engelchen und Krampus an die geschmückte Bushaltestelle gekommen, um den Briefkasten zu leeren.
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Zur Freude der kleinen Apfeldorfer war der Nikolaus samt blondem Engelchen und Krampus an die geschmückte Bushaltestelle gekommen, um den Briefkasten zu leeren.

Apfeldorfer Kinderförderverein macht Aktionen an der Advents-Bushaltestelle

Nächster Halt, Weihnachten!

  • Klaus Mergel
    vonKlaus Mergel
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Der Nikolaus kann in diesem Jahr wegen Corona nicht zu den Kindern kommen. Doch der Apfeldorfer Kinderförderverein holt mit einer charmanten Aktion den heiligen Mann doch in die Lechraingemeinde.

Apfeldorf – Vorsicht ist besser als Nachsicht: Ein Bub hat sogar eine Schere mitgebracht. „Damit er sich zur Not herausschneiden kann, wenn er in den Sack gesteckt wird“, erklärt sein Papa. „Den Trick hat ihm sein Opa verraten, der musste sich wohl als Kind mal mit dem Taschenmesser befreien.“

In den Sack wird vom Nikolaus heuer kein Kind mehr gesteckt, und die Rute schwingt der Krampus auch nicht mehr: Aber dass der heilige Mann in diesem Corona-Jahr nicht zu den Kindern kommen darf – das ist ein echter Verlust, ein wichtiges Ritual, das vielen Mädchen und Buben fehlt. Darum hat sich der Apfeldorfer Kinderförderverein etwas ausgedacht, um in der Vorweihnachtszeit dennoch Freude zu bereiten: die Weihnachtshaltestelle.

Bushaltestelle im Oberdorf als Treffpunkt

Das Team vom Apfeldorfer Kinderförderverein stellt schon einiges auf die Beine, um trotz Corona-Beschränkungen die Herzlichkeit der Feste zu erhalten. War es an Ostern der Malwettbewerb mit dem kontaktlosen Osterhasengeschenk (wir berichteten), ist es in der Vorweihnachtszeit die Bushaltestelle im Oberdorf, die „in den Dienst von Nikolaus und Christkind“ gestellt wird.

Am ersten Advent – an dem sonst der legendäre Apfeldorfer Weihnachtsmarkt stattgefunden hätte – wurde das Bushäuschen festlich geschmückt und mit kleinen Erinnerungen an den Markt ausgestattet. Und ganz besonders: Ein roter Briefkasten für die Wunschzettel der Kinder wurde angebracht.

Mit blondem Engelchen und Krampus

Am vergangenen Wochenende sollte, so die geheimnisvolle Ankündigung, der Nikolaus zur Leerung kommen. So geschah es dann auch: Am Abend stand er im Halbdunkel plötzlich da, der heilige Mann. Angetan mit dem roten Ornat, Bischofsstab und Mitra, wie man ihn eben kennt. Und natürlich mit weißem Rauschebart und sicherlich mit einer Atemmaske drunter – der Nikolaus ist schließlich verantwortungsvoll. Begleitet wurde er von einem kleinen blonden Engelchen und einem Krampus, mittelgroß und im Jutelook.

Rund 20 Kinder waren gekommen und warten auf ihn am Bushäuschen, weil sie sich diesen hohen Besuch nicht entgehen lassen wollen. Aus der Haltestelle ertönte leise Weihnachtsmusik, ein Sessel stand für den Nikolaus bereit. Dort durfte er sich niederlassen und seine müden Beine ausruhen: Er war ja – trotz Corona – schon viel unterwegs in diesen Tagen.

„Liebe Kinder, ich freue mich, dass Ihr alle gekommen seid. Ihr wisst ja Bescheid, wir müssen wegen Corona alle ein wenig auf Abstand gehen“, mahnt der Heilige. Er trug dann selbst seine eigene Geschichte in Reimform vor: „Und als sein Namenstag dann da war, da kam die ganze Kinderschar.“ Und auch das Engelchen gab mit glockenheller Stimme ein Gedicht zum Besten.

Kinder bedanken sich mit einem Lied

Die Apfeldorfer Kinder revanchierten sich dafür mit Gesang, stimmlich geführt und gestützt von Ulrike Kölbl: Es ertönte ein „Lasst uns froh und munter sein“. Dass ab und zu ein Auto langsam vorbeifuhr, konnte die feierliche Stimmung nicht trüben.

Er sei ja gekommen, so der Nikolaus, um den Postkasten mit den Briefen der Kinder an das Christkind zu leeren. „Was habt Ihr denn alle auf Eure Wunschzettel geschrieben, liebe Kinder?“, wollte der Heilige wissen. Darauf blieb es jedoch still: Sorry, Datenschutz, lieber Nikolaus.

Egal, Hauptsache, das Christkind erfährt am Ende von den geheimen Wünschen der jungen Apfeldorfer. Der Nikolaus leerte den Briefkasten, und es gab noch ein kleines Geschenk für alle Kinder, dann macht er sich wieder auf die Reise. Und Gott sei Dank: Der Krampus blieb brav, auch der Sack blieb zu. Man kann also in Apfeldorf die Schere beim Nikolausabend getrost zu Hause lassen – auch in Coronazeiten.

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