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Wolf-Sichtung im Landkreis Weilheim-Schongau bestätigt

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Von: Manuela Schmid

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Der Europäische Wolf steht unter Schutz, doch den Almbauern macht er Sorgen.
Der Europäische Wolf steht unter Schutz, doch den Bauern macht er Sorgen (Symbolfoto). © dpa

Ein junger Wolf wandert nun schon seit mehr als eine Woche durch die Region. Er kam offenbar aus Birkland, bevor er nach Apfeldorf und jetzt weiter Richtung Landsberg zog.

Landkreis – Die Fachleute sind sich einig: Es ist tatsächlich ein Wolf, der hier durchwandert. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg hat das Tier bereits in das Wolf-Monitoring aufgenommen, das im Internet veröffentlicht wird.

Der Wolf wurde schon an mehreren Orten gesichtet: Erst in Birkland, dann am Klafthof bei Apfeldorf, am Riedhof (zwischen Rott und Apfeldorf) - und schließlich in Apfeldorfhausen auf offenem Feld in der Nähe des Kreisverkehrs Richtung Reichling.

Dort stand er unweit der Straße und wurde sogar gefilmt, bevor er dann offenbar Richtung Reichling weiterzog – und einige Tage später dann in Stoffen wieder gesehen wurde. Mitte dieser Woche war er bereits in Pitzling unterwegs – hier wurde er das letzte Mal gesehen. Dem Landesamt für Umwelt liegen zwei eindeutige Wolfs-Fotos vor: „In Abstimmung mit den Fachleuten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) konnte auf beiden Fotos ein Wolf bestätigt werden“, teilte das Landesamt auf Anfrage mit.

Bereits im vergangenen Jahr streifte ein Wolf durch die Gegend

Wahrscheinlich handelt es sich um einen jungen Wolf, der sein Rudel verlassen hat. Das vermutet auch Jäger Heinrich Keller, durch dessen Jagdrevier „Apfeldorf I“ der Wolf gezogen ist. Er selbst habe den Wolf zwar nicht gesehen, sagt der Jäger – aber der Fotobeweis sei eindeutig. Gewundert hat es ihn nicht: „Schon vor einem Jahr wurde angeblich ein Wolf in der Nähe des Wessobrunner Forsts gesehen“, weiß er.

Woher der Wolf kam, lässt sich nicht nachweisen, da kein Genmaterial vorliegt. Auch das Geschlecht ist nicht auf den Fotos ersichtlich. Keller geht eher von einem männlichen Jungtier aus.

Vor allem junge Rüden auf der Suche nach einem eigenen Territorium

Das Landesamt für Umwelt teilte diesbezüglich mit: „Nach Bayern können einzelne Wölfe zu- oder durchwandern – sowohl aus dem Nordosten Deutschlands als auch aus Polen und den Alpen. Vor allem junge Rüden wandern auf der Suche nach einem eigenen Territorium sehr weite Strecken von täglich 50 bis 70 Kilometer oder mehr.“

Was eine potentielle Gefährdung für Waldspaziergänger anbelangt, beschwichtigt das Landesamt für Umwelt: „Der Wolf ist von Natur aus vorsichtig und weicht dem Menschen aus. Im Einzelfall können besonders Jungtiere dem Menschen gegenüber unerfahren und neugierig sein. Dies stellt aber keine Gefährdung des Menschen dar. Seit der erneuten Anwesenheit von Wölfen in Deutschland hat es keinen Angriff auf Menschen durch Wölfe gegeben“.

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