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Die Lechbrücke zwischen Apfeldorf und Kinsau soll nach ihrer Sanierung am 19. Oktober wieder freigegeben werden. Im Zuge der Arbeiten sind die Gehwege auf 1,20 Meter verbreitert worden.

Zwischen Apfeldorf und Kinsau

Lechbrücke bald wieder befahrbar

Die Sanierung der Lechbrücke zwischen Apfeldorf und Kinsau kann in Kürze abgeschlossen werden. Ab 19. Oktober soll der Verkehr wieder rollen. Die Arbeiten liefen nicht ohne Probleme ab: Die Statik der Brücke stimmte nicht.

Apfeldorf/Kinsau – Die langen Umwege, die viele Anwohner und Pendler derzeit auf sich nehmen müssen, haben bald ein Ende: Nach viereinhalb Monaten soll die Brücke über den Lech zwischen Kinsau und Apfeldorf jetzt bald fertig sein. Eine kleine Verzögerung entstand durch unerwartete Probleme: Erst während der Arbeiten hatte sich herausgestellt, dass die im Jahr 1980 gebaute Brücke eine zu schwere Last trug. „Die Statik wurde nicht eingehalten“, erläuterte Projektingenieurin Julia Mair vom Staatlichen Bauamt Weilheim gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben dadurch ungefähr eine Woche Bauzeit verloren.“

Anhand der vorliegenden Unterlagen waren die Probleme vorher nicht ersichtlich: Denn die Bestandsunterlagen wichen von den tatsächlichen Verhältnissen ab, sprich: Die Brücke wurde nicht so hergestellt, wie es in den Plänen verzeichnet ist.

Wie das passieren konnte, erklärt Mair folgendermaßen: Die Brückentafel sei uneben gewesen, und dieser Umstand sei dann mit den Gehwegen und dem Asphalt ausgeglichen worden. Dies hatte im Endeffekt zu hohe Ausbaulasten zur Folge. Zum Glück hielt die Brücke aber dennoch recht gut: Die Trägfähigkeit habe nicht gelitten, bestätigt Mair. Es seien keine Risse sichtbar gewesen.

Die Brücken würden grundsätzlich alle drei Jahre überprüft, so Mair. Falls es eine Gefährdung gegeben hätte, hätte sich dies bei den Überprüfungen gezeigt. Dies war nicht der Fall: „Das Tragwerk der Brücke ist in sehr gutem Zustand“, versicherte Mair. Die Defizite wurden jetzt ausgeglichen, indem die Geometrie der Brücke verändert wurde: Im Zuge der Sanierung wurde weniger Asphalt als in der alten Brücke verwendet, und die Gehwege wurden schmäler gemacht als ursprünglich geplant: Die Durchgangsbreite wurde nun von 75 Zentimeter auf 1,20 Meter erhöht statt ursprünglich vorgesehen auf 1,50 Meter.

Für die Anpassung der Geometrie mussten die Pläne kurzfristig wieder geändert werden. Das Gewicht entspricht nun tatsächlich der Statik, die der Brücke zugrundegelegt wurde. Durch die Statikprobleme verteuerte sich die gesamte Maßnahme von 700 000 Euro auf knapp 840 000 Euro. Die Arbeiten sind nun in den letzten Zügen: In den vergangenen Tagen wurde die Asphaltdeckschicht aufgebracht. Auch die Geländer sind schon gestrichen.

Bei der Sanierung sind jetzt die Gehwege, die Geländer und die Schutzplanken erneuert worden. Ebenso wurden der Asphaltbelag mit der darunter liegenden Abdichtung (der den Beton der Fahrbahnplatte vor Salz schützt) und die Straßenabläufe neu gemacht.

Einige Bauteile der Entwässerung wurden durch Einbauteile aus Edelstahl ersetzt, damit sie nicht rosten.

Jetzt müssen dann noch die Übergangskonstruktionen erneuert werden: Die Stahlkonstruktionen werden durch bituminöse Übergänge ersetzt. Letztere vereinen gleich mehrere Vorteile: Sie verursachen keinen Lärm, können nicht rosten und können zudem leichter ausgetauscht werden.

Ob die Brücke am 19. Oktober vorerst einseitig mit Ampelschaltung oder gleich beidseitig geöffnet wird, hängt von den Wetterbedingungen ab. Aber gerade die Pendler werden froh sein, dass sie überhaupt wieder ohne Umwege auf kürzestem Weg von Apfeldorf nach Kinsau kommen können.

Manuela Schmid

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