Neuer Kollege: (v.l.) Heike Berchtold, Nicole Gumpert und Frank Schauff begrüßen „Schorsch“ in ihrem Team. foto: can

Apothekenroboter versorgt die Peitinger

Peiting - Besonderer Zuwachs für die Apotheke am Hauptplatz in Peiting: Dort gibt es jetzt einen Automaten, der für die Medikamentenausgabe zuständig ist.

Seit ein paar Wochen ist er jetzt da. Die Apotheke am Hauptplatz in Peiting hat einen neuen Mitarbeiter und Kollegen im Team. Sein Name ist Schorsch. Er ist schnell wie der Blitz und erledigt jede Aufgabe zuverlässig. „Außerdem ist er nie krank und braucht auch keinen Urlaub“, versichert Apotheker Frank Schauff mit einem Grinsen. Die Rede ist von einem weißen, eckigen Riesen - dem Apothekenautomaten.

„Er übernimmt die einfache Routinearbeit für uns“, erzählt Schauff und demonstriert den blitzschnellen Ablauf: Ein Kunde bringt sein Rezept vom Arzt in die Apotheke, Schauff scannt es in den Computer ein, klickt auf „Enter“, und ein leises Summen ist zu hören. Nach wenigen Augenblicken liegt dann schin die richtige Tablettenschachtel in der Ausgabe im Kassenbereich.

Ein Blick hinter die Kulissen des kleinen weißen Raumes verrät, wie „Schorsch“ arbeitet: Bei der Ankunft neuer Ware, also zweimal am Tag, müssen die Schachteln sorgfältig nach der Reihe auf ein kleines Förderband gelegt werden. Dieses führt ins Innere des Automaten: Zwei große, sich gegenüberstehende Regale aus Glas, dazwischen ein Greifarm. Der flinke Roboterarm schnappt sich diese dann vom Band und sortiert in Windeseile die verschiedenen Schachteln in die Glasregale ein.

Der Automat befüllt seine Regale so, wie er es für sinnvoll hält: Die Verkaufsschlager kommen deshalb nah an die Ausgabe, die Tabletten und Fläschchen, die nicht so häufig verkauft werden, weiter nach hinten. Bei einem Auftrag spuckt er die Medikamente dann genauso schnell wieder aus. „Und wir müssen nicht bei jedem Rezept erst einmal hinter zu den Medikamentenschränken rennen“, erzählt Schauff. Er kann vorne bei seinem Kunden bleiben und hat Zeit für eine persönliche Beratung.

Schauff ist ein Technikfan. Die Apotheke am Hauptplatz ist mit allen technischen Raffinessen ausgestattet: Das neueste Kassensystem im vorderen Bereich, ein großer Flachbild-PC in seinem Büro. Dazu gesellt sich nun auch „Schorsch“.

Für ihn hat Schauff etwa den Preis eines gehobenen Mittelklassewagens bezahlt. Er sieht diese kostspielige Maßnahme als Standortsicherung. In dieser schweren Zeit für Apotheker müsse man sich eben von den anderen Apotheken in der Umgebung abheben. Im Schongauer Land ist die Peitinger Apotheke nämlich, soweit bekannt, die einzige mit einem Automaten. Schauff will seine Apotheke schließlich noch einige erfolgreiche Jahre führen. „Unterm Strich wird sich der Automat lohnen“, so Schauff. Einen Mitarbeiter eingespart hat er sich dafür aber nicht. „Meine Mitarbeiter haben jetzt einfach mehr Zeit für die umfangreiche Büroarbeit und verschwenden nicht so viel Zeit beim Schachteln einsortieren und raussuchen“, erklärt er.

Ein weiterer Vorteil ist die Kapazität. „Der Automat lagert viele Medikamente auf kleinstem Raum“, erklärt Schauff, und damit hat „Schorsch“ viel Platz in den Apothekenräumen geschaffen. Wo die großen Medikamentenschränke standen, sollen bald Schreibtische hin. Auch werden in Zukunft in der Apotheke am Hauptplatz mehrere Medikamente vorrätig sein.

(can)

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