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Die ehemaligen Forsthäuser im Vordergrund sollen bald für anerkannte Asylbewerber umgebaut werden.

Bauantrag eingereicht

Asylbewerber im Forstamt: Bauamt macht Tempo

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Schongau - Das Staatliche Bauamt Weilheim drückt beim Thema „Unterbringung anerkannter Asylbewerber“ in Schongau aufs Tempo: Der Bauantrag für die ehemaligen Forsthäuser in der Lechvorstadt liegt vor, Mitarbeiter haben bei Nachbarn bereits um Zustimmung geworben.

Vor einem Monat wurde bekannt, dass die Regierung von Oberbayern die ehemaligen Forsthäuser in der Lechvorstadt zu Unterkünften für anerkannte Asylbewerber umbauen will. 34 Personen sollen in sechs Wohnungen untergebracht werden. Die ablehnende Meinung der Stadtrats-Mehrheit („Schongaus soll nicht das soziale Abstellgleis des Landkreises werden“) hatte Bürgermeister Falk Sluyterman gleich tags darauf an das Staatliche Bauamt übermittelt. In der Mai-Sitzung hatte es noch geheißen, dass bei Widerstand die Pläne möglicherweise nicht umgesetzt werden. Davon war am Dienstagabend aber nichts mehr zu sehen: „Das hat das Bauamt wenig beeindruckt. Die Gebäude sind weiter im Fokus“, sagte Sluyterman zerknirscht.

Bereits am Montag ging der Bauantrag ein, der voraussichtlich kommende Woche im Bauausschuss behandelt wird. Beauftragt wurde vom Bauamt kurioserweise der Schongauer Architekt Siegfried Bommersbach, der für die Stadt auch das Haus für Kinder baut. Wie eilig es der Freistaat hat, zeigt auch die Tatsache, dass Bauamts-Mitarbeiter nicht nur im Haus waren, sondern sogar bei Nachbarn das Einverständnis einholen wollten. „Es gibt wohl mehrere Gebäude im Amtsbereich des Hochbauamts, die in Frage kommen. Aber die Forsthäuser sind offenbar prädestiniert“, so Sluyterman. Er sprach von Umbau- und Sanierungskosten in Höhe von 400 000 Euro.

Die gute Nachricht: Offenbar soll die Stadt, wie im Vormonat gefordert, tatsächlich ein teilweises Belegungsrecht bekommen. „Das hat Bauamts-Vizeleiter Peter Aumann mir zwar nur mündlich zugesichert, aber ich soll noch die schriftliche Bestätigung von Innen-Staatssekretär Gerhard Eck bekommen“, sagte Sluyterman. Das heißt, die Stadt könnte bei rund zehn Bewohnern selbst entscheiden, wen sie dort unterbringt. „Das können nicht nur Asylbewerber sein, sondern auch sozial Schwache“, so der Bürgermeister.

Priorität dürften aber ebenfalls anerkannte Asylbewerber haben. Erst vergangene Woche standen aus der geräumten Berufschul-Turnhalle neun anerkannte Flüchtlinge vor der Obdachlosigkeit, weil sie sich eigentlich längst eine eigene Bleibe hätten suchen müssen, aber keine fanden. Letztlich half der Landkreis aus und brachte sie unter. Doch laut Landratsamt gibt es auch in den anderen Schongauer Heimen an der Dießener und Pöllandtstraße sogenannte Fehlbeleger, insgesamt sind es in Schongau derzeit 18.

Während Friedrich Zeller (SPD) seinen Protest gegen das Vorhaben wiederholte, sah es Gregor Schuppe (ALS) „ganz anders. Die Lage ist vom sozialen Umfeld her sehr geeignet, und wenn wir in den Forsthäusern 30 Prozent der Plätze belegen dürfen, sparen wir bares Geld.“ Denn notfalls müsste die Stadt solchen wohnungslosen Menschen, egal ob sozial Schwache oder anerkannte Asylbewerber, sogar ein Hotelzimmer mieten, um sie unterzubringen.

Sluyterman will die Bürgerschaft trotzdem nicht überstrapazieren: „Wir wollen keine weitere auf Dauer angelegte Einrichtung für Asylbewerber in Schongau haben, denn der Bürger unterscheidet nicht zwischen einem Asylbewerber und einem Anerkannten.

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