TSV 1860 München zu „Geisterspiel“ verurteilt

TSV 1860 München zu „Geisterspiel“ verurteilt
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Von links Bürgermeister Michael Asam, Carola Dempfle (Arbeitsvermittlerin für Flüchtlinge bei der Arbeitsagentur), Kathrin Grabmaier (Arbeitgeberservice Agentur für Arbeit Landsberg) und Julia Böglmüller (Arbeitgeberservice Agentur für Arbeit Schongau)

Beschäftigung von Asylbewerbern

Größtes Problem ist die Sprache

Peiting - Arbeiten zu können, ist wichtig für die Integration von Asylbewerbern. Die gesetzlichen Bestimmungen sind inzwischen moderat. Zur Informationsveranstaltung der Agentur für Arbeit fanden allerdings nur 15 von 125 eingeladenen Arbeitgebern.

Peitings Bürgermeister Michael Michael Asam hatte drei Fachfrauen von der Bundesagentur für Arbeit zu Gast. Carola Dempfle (Arbeitsvermittlerin für Flüchtlinge), Kathrin Grabmaier (Arbeitgeberservice Landsberg) und Julia Böglmüller (Arbeitgeberservice Schongau) informierten über die Bedingungen und Möglichkeiten, Asylbewerbern zu einem Arbeitsverhältnis zu verhelfen. „Es ist wichtig, unseren Asylbewerbern in Peiting Chancen zu bieten, eine Beschäftigung zu kriegen. Leider ist das Verfahren nicht ganz einfach, so dass viele es gleich bleiben lassen“, meinte Michael Asam eingangs.

Eigentlich ist es gar nicht so schwer

Dass es ganz so schwer nicht ist, zeigte Julia Böglmüller auf. Anerkannte Flüchtlinge haben freien Zugang zum Arbeitsmarkt, Asylbewerber und Geduldete dürfen in den ersten drei Monaten nach dem Asylantrag nicht arbeiten. Vom 4. bis 15. Monat ist ein Arbeitsverhältnis mit Genehmigung der Ausländerbehörde möglich. Dabei wird geprüft, ob die Arbeitsbedingungen nicht ungünstiger sind, als für inländische Arbeitnehmer und ob die Stelle nicht durch einen deutschen Staatsbürger besetzt werden kann. Letzteres entfällt, wenn sich Asylbewerber oder Geduldete seit 15 Monaten ununterbrochen in Deutschland aufhalten. Ausländern aus einem so genannten sicheren Herkunftsland, die den Asylantrag nach dem 31.8.2015 gestellt haben, dürfen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Das größte Problem in Sachen Arbeit ist die Sprache. „In den 70er Jahren konnten die Gastarbeiter auch kein Deutsch. Ich frage mich, wie die das gemacht haben“, stellte Asylhelferin Sabine Haser in den Raum. Allerdings hat sich seit den 70er Jahren die Arbeitswelt grundlegend gewandelt. So genannte Hilfsarbeiten gibt es kaum noch, qualifizierte Mitarbeiter sind gefragt. „Ich kann heute keinen Helfer mehr brauchen, ich brauche eine Fachkraft“, stellte Herrmann Mödl klar. Er habe versucht, einen Asylbewerber in seinem Betrieb zu integrieren. Allerdings habe sich herausgestellt, dass kaum Kenntnisse zum Installationsberuf vorhanden waren. Damit leitete er auf ein zweites Problem über. Ein Ausbildungswesen wie in Deutschland haben die Asylbewerber nie kennengelernt, die Berufe die sie angeben, entsprechen selten den deutschen Vorstellungen.

Deutschkenntnisse sind wichtig

Auch Christian Rieser stellte klar: „Die Berufsschulen fordern uns. Die wollen oft keine Hauptschüler in hochtechnischen Berufen. Eine Ausbildung ohne Deutschkenntnisse ist vollkommen unmöglich.“ Zudem schränkt der Mindestlohn die Bereitschaft von Arbeitgebern ein, einen Asylbewerber anzustellen. „Ich würde ihnen gerne die Chance geben, den Beruf kennenzulernen, auch wenn sie den Mindestlohn nicht wert sind“, meinte einer. Dazu stellten die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit klar: „Die Anerkannten müssen von ihren Einkünften auch leben können.“

Für Ausbildung und Prüfungen ist Deutsch auf B2 Niveau Minimum“, so Carola Dempfle. Helfertätigkeiten könnten auch Menschen ausführen, die kein Wort deutsch sprechen. Bis B2 erreicht ist, dauert es aber erfahrungsgemäß Jahre. Tatsache ist aber auch, das Flüchtlinge in einem Arbeitsverhältnis die Sprache wesentlich schneller lernen. Um das zu fördern, will Michael Asam in der Gemeinde eine so genannte Arbeitsplatzbörse einrichten und zählt dabei auf die Hilfe der ehrenamtlichen Asylhelfer.

Für Arbeitgeber,

die einen Asylbewerber beschäftigen möchten, gibt es Unterstützung zu allen Fragen und Formalitäten beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit unter der zentralen Rufnummer 0228713200.

Ursula Fröhlich

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