Blick zurück

Asylbewerber: Stand wie 2015

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Im Dezember 2017 gab es fast exakt so viele Asylbewerber im Landkreis Weilheim-Schongau wie im Dezember 2015, nämlich rund 1380. Doch die Stimmung ist eine völlig andere: Waren damals noch Flüchtlinge in Turnhallen untergebracht, hat sich die Lage mittlerweile normalisiert. Wir blicken zusammen mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß zurück.

Weilheim-Schongau – Interessiert blättert Andrea Jochner-Weiß durch die vielen Bältter mit Tabellen, die ihr Helmut Hartl, Leiter des Ausländeramts, auf den Tisch gelegt hat. „Ich habe diese Zahlen so auch noch nie angeschaut, das ist schon beeindruckend, dieses Auf und Ab“, sagt sie. Nach der Anfrage der Heimatzeitung, einen Rückblick auf die Entwicklung in der Asylbewerberzahlen zu werfen, hatten sich die Mitarbeiter auf die Suche gemacht und viele Zahlen herausgefiltert. Zum Beispiel, dass im Frühjahr 2014, als bereits über die Unterbringung von Asylbewerbern in der Rottenbucher Ammermühle diskutiert wurde, nur etwas mehr als 200 Flüchtlinge im Landkreis untergebracht waren – eine winzige Zahl zu den fast 2000, die im Februar und März 2016 erreicht wurden.

Seitdem geht die Zahl langsam, aber stetig zurück. Zum letzten Stichtag am 29. Dezember waren es noch 1380, von denen allerdings 336 Fehlbeleger waren. Also Personen, deren Asylantrag entweder abgelehnt wurden und die bis zu ihrer Ausreise weiter in der Unterkunft bleiben dürfen, oder anerkannte Flüchtlinge, die sich eigentlich eine eigene Wohnung suchen müssten, aber keine finden. Im Jahr 2015 schwankte die Zahl der Fehlbeleger laut Hartl noch bei etwa 40 bis 45, genaue Zahlen hat er gar nicht gefunden.

Das Landratsamt musste personell kräftig aufrüsten, um den Ansturm der Asylbewerber meistern zu können. Das hat Jochner-Weiß so manche schlaflose Nacht bereitet. So ganz ist sie die Angst nicht losgeworden, dass es irgendwann wieder losgeht mit der Flüchtlingswelle, wenn sich die politischen Konstellationen an den EU-Außengrenzen ändern: „Noch einmal schaffen wir das nicht“, sagt sie deutlich. Wobei sie von Hartl noch interessante Zahlen bekommen hat. Demnach beträgt der Ausländeranteil im Landkreis mit 14 746 Personen rund elf Prozent (wobei nahezu exakt die Hälfte EU-Ausländer sind), der Anteil der Asylbewerber dagegen nur 0,8 Prozent. Die reine Zahl der Asylbewerber betrug laut Hartl 942 (ohne Fehlbeleger), geduldete, ausreisepflichtige und abgelehnte Asylbewerber waren es 104. Eine Bleibeberechtigung für drei Jahre haben 450 Personen, ein Jahr dürfen weitere 194 bleiben.

Wir haben zum Thema Asyl im Landkreis ein großes Interview mit Jochner-Weiß geführt, dazu die Situation in drei ausgewählten Orten beleuchtet, nämlich Rottenbuch, Altenstadt und Schongau, wo der Asyl-Koordinator sogar arbeitslos geworden ist – allerdings ungewollt.

Die Entwicklung der Asylbewerberzahl im Landkreis seit 2012 

12. Juni 2012:

42

21. November 2012:

42

4. September 2013:

94

12. November 2013:

150

16. Januar 2014:

132

15. Mai 2014:

211

1. August 2014:

223

18. September 2014:

328

30. November 2014:

384

31. Dezember 2014:

400

27. März 2015:

484

12. Mai 2015:

525

30. Juni 2015:

788

31. Juli 2015:

880

31. August 2015:

1120

17. Dezember 2015:

1353

1. Januar 2016:

1466

27. Januar 2016:

1727

16. Februar 2016:

1862

29. Februar 2016:

1947

14. März: 2016:

1979

(Ende der Balkan-Route)

4. April 2016:

1818

2. Mai 2016:

1769

1. Juni 2016:

1711

4. Juli 2017:

1782

1. August 2016:

1778

17. Oktober 2016:

1700

15. Dezember 2016:

1665

16. Januar 2017:

1693

16. März 2017:

1721

31. Mai 2017:

1642

31. Juli 2017:

1577

30. September 2017:

1510

30. November 2017:

1414

30. Dezember 2017:

1380

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