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Bleibt über Sommer gesperrt: Die Auerbergkirche mit ihrer beliebten Aussichtsplattform, die über eine schmale steile Treppe im Kirchturm zu erreichen ist. 

Aus dem Bernbeurer Gemeinderat

Auerbergkirche über Sommer gesperrt

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Die Auerbergkirche muss renoviert werden und bleibt deshalb über den Sommer hinweg geschlossen. Dies bedauerte Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Um die Arbeiten an dem Gotteshaus kommt man jedoch nicht herum: Auch aus Sicherheitsgründen muss das Dach neu eingedeckt werden.

Bernbeuren – Der Maßnahmenkatalog, der nun erforderlich ist, um die Kirche St. Georg auf dem Auerberg herzurichten, ist lang. An oberster Stelle steht das Dach. Stürme rütteln an dem Bauwerk in exponierter Lage, regelmäßig würden danach Schäden festgestellt, heißt es in der Zusammenfassung der Bernbeurer Gemeindeverwaltung. Problem: Die Dachplatten sind nicht mehr lieferbar bzw. werden nicht mehr hergestellt. Auch Schnee setzt dem Kirchendach regelmäßig stark zu. Jetzt soll das Dach komplett neu eingedeckt und mit einer – bisher nicht vorhandenen – Holzverschalung versehen werden.

Mit dem Dach allein ist es jedoch nicht getan: Auf den Sanierungsplan stehen auch die Fassade, die teilweise stark verwittert ist und die Entwässerung der Kirche. Teilweise funktioniert wohl die Drainage nicht mehr. Durch das feuchte Außenmauerwerk gibt es bereits größere Schäden im Innenraum im Bereich der Sakristei, des Chorraums und des Altarraums an der Nordseite. Erneuert werden soll außerdem die zweiflüglige Zugangstüre und die Abdeckung der Kirchenmauer. Weil regelmäßig bei Regen Kies vom Zufahrtsweg bis auf den unteren Parkplatz gespült wird, und die Treppenanlage insbesondere bei feuchter Witterung eine Unfallgefahr darstellt, soll es auch dort Nachbesserungen geben.

Bauherr ist die Kirchenstiftung St. Nikolaus. Die Gemeinde müsse sich allerdings ebenfalls mit der Maßnahme befassen, weil eine denkmalrechtliche Erlaubnis notwendig ist, erläuterte Bürgmeister Martin Hinterbrandner in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Bis nun die Renovierung starten kann, sind die Vorarbeiten enorm: Die Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Weilheim-Schongau hatte laut Gemeinde bereits im August 2016 ihr Einverständnis erklärt, dass das Dachtragwerk erneuert werden darf.

Start der Baumaßnahmen erfolgt direkt nach Georgiritt

Start der Baumaßnahmen ist laut Hinterbrandner im Mai, und zwar unmittelbar nach dem traditionellen Georgiritt. Dass während des Sommers die Kirche am beliebten Ausflugsziel geschlossen bleiben müsse, bedauerte der Rathauschef, dies sei jedoch „aus bautechnischen Gründen nicht zu ändern“. Vize-Bürgermeister Markus Socher, der auch Mitglied der Kirchenverwaltung ist, befürwortete die Sanierung: Alle Maßnahmen seien abgestimmt, man überlege gerade bei kleineren Reparaturarbeiten seit Jahren. Ein Großteil der Maßnahmen ergibt sich auch aus der bereits erfolgten Standsicherheitsprüfung.

Einen Zuschuss von zehn Prozent der Baukosten hat die Kirchenstiftung bei der Gemeinde beantragt. Nach ersten Beratungen habe man 35 000 Euro in den Haushaltsentwurf eingestellt, erläuterte der Bürgermeister auf Nachfrage. „Wir haben auch noch keine Rückmeldungen, wie erfolgreich die Kirchenstiftung bei weiteren Förderern nachgefragt hat“, so Hinterbrandner weiter. Er sieht beispielsweise auch den Landkreis in der Pflicht. Zwar sei die Auerbergkirche natürlich nicht mit der Wies oder mit dem Welfenmünster Steingaden vergleichbar, aber denoch ein markanter Punkt und wichtig für den Pfaffenwinkel-Tourismus.

In einer ersten Kostenberechnung sind insgesamt 590 000 Euro veranschlagt, informiert Wendelin Schleich von der Kirchenstiftung St. Nikolaus. 60 Prozent der Gesamtkosten trägt die Diözese Augsburg. Neben den Anträgen bei der Gemeinde Bernbeuren und dem Landkreis sind Zuschussanträge etwa beim Landesamt für Denkmalpflege, bei der Bayerischen Landesstiftung, beim Bezirk Oberbayern sowie einer Augsburger Stiftung gestellt. Ausgeschrieben werden sollen die Arbeiten dann Anfang März. Erste Arbeiten sollen dann ab dem 2. Mai beginnen. Wendelin Schleich hofft, dass alle Maßnahmen heuer noch abgeschlossen werden können.

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