Ausführliche Essich-Premiere

Schwabbruck - Gelungene Premiere, könnte man sagen: Seine erste Bürgerversammlung als Schwabbrucker Bürgermeister hat Norbert Essich am Dienstagabend hinter sich gebracht.

Eine kleine Nervosität war ihm anfangs schon anzumerken: „Ich mach’s in diesem Jahr mal etwas intensiver, in den nächsten Jahren geht es dann schneller“, sagte Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich zu Beginn seiner ersten Bürgerversammlung als Rathauschef im Gasthof Schäferwirt. „Ich hoffe, ich langeweile niemanden damit.“

Hat er nicht. Rund 100 Schwabbrucker waren gekommen, um sich über die vergangenen und aktuellen Projekte informieren zu lassen. Und das tat Essich - mittels Beamer-Präsentation und aufgeteilt in die Kategorien Allgemeines/Fakten/Zahlen, Haushalt 2014, beschlossene/abgeschlossene Vorhaben, Ankauf/Verkauf der Gemeinde, Bericht Wasserwart/Klärwärter, Vorhaben 2015 sowie Wünsche und Anträge.

Sehr ausführlich und mit Daten und Fakten gespickt, berichtete Essich zum Beispiel über die Haushaltssituation: Dass die mit 960 Einwohnern zweitkleinste - und flächenmäßig kleinste - Gemeinde mit rund 77 000 Euro Gesamtschulden und einer Pro-Kopf-Verschuldung von gerade mal 83 Euro eigentlich sehr gut da steht. Aber auch, dass große Vorhaben auf die Gemeinde zukommen: „Die Ertüchtigung unserer Kläranlage ist dringend nötig“, so Essich. „Wir werden demnächst vom Wasserwirtschaftsamt und unserem Planer Vorschläge bekommen, wie wir unsere Kläranlage fit bekommen - wir müssen das machen, zum Wohle von Schwabbruck.“

Bei den beschlossenen bzw. abgeschlossenen Projekten erwähnte Schwabbrucks Bürgermeister unter anderem den internen Umzug im Rathaus, die Schönachufer-Befestigung, das Vermessen des Gemeindewaldes, den Umbau im Kindergarten für eine U3-Gruppe, die Renovierung in der Rosenkranz-Kapelle, den Kauf von vier Hundeklos und fünf neuen Mülleimern sowie die Feldkreuz-Einweihung an der Leite. Den Rückblick verband Essich auch mit einem Dank an das Engagement der Schwabbrucker in den verschiedenen Vereinen und Organisationen: „Ihr macht ne Klasse-Arbeit für das Dorf!“

Als Vorhaben für das laufende und die nächsten Jahre nannte Essich - neben der Sanierung der Kläranlage - unter anderem den Ausbau der Toilette am Leichenhaus samt Beleuchtung, die Pacht das Schwabbrucker Pfarrhofs inklusive dessen schrittweiser Sanierung, das Ausweisen von Flächen für den Wohnungsbau und Gewerbe („wir sind zwar endlich, aber haben trotzdem Möglichkeiten dafür“), den Austausch der Straßenbeleuchtung, den Internet-Breitbandausbau auf 100 MBit-Leistung, die Ersatzbeschaffung für das 47 Jahre alte Tanklöschfahrzeug sowie den geplanten Hochwasser-Zweckverband mit den anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt.

Und auch die umstrittene Erneuerung der 110 KV-Stromleitung, bei der sich Essich vehement für eine unterirdische Verlegung auf Schwabbrucker Flur stark gemacht hat, ließ der Rathauschef nicht unerwähnt: „Ich bin frohen Mutes, dass die Leitung bei uns in den Boden kommt. Zur Not nehm’ ich die Schaufel und vergrab’ sie selbst.“

Den ersten Applaus den Abends bekam Schwabbrucks Bürgermeister aber nach knapp anderthalbstündigem Bericht für eine lieb-verpackte Kritik: „Ich habe mir lange überlegt, ob ich das jetzt überhaupt sagen soll, denn ich bin ja eigentlich kein Schimpfer“, formuliert es Essich und machte seine Zuhörer neugierig. „Wir haben hier im Ort mit der Sportheim-Gaststätte sowie den Gasthäusern Schäferwirt und Franck zweieinhalb Gastwirtschaften. Wenn die Programm oder kulturelle Veranstaltungen machen, dann geht’s doch bitte auch hin, die machen tolle Sachen!“

Jochen Schröder

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