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Der Hügel am Büchlach wird einplaniert.

20 Jahre später:

Am Bühlach: Aushub der Umgehungsstraße wird einplaniert

Es gibt Hügel, an denen kann man sich durchaus erfreuen, andere Erhebungen wiederum können gar die Gemüter erzürnen – so ein Erdhügel am Bühlach. 20 Jahre nach Freigabe der Umgehungsstraße will das Staatliche Bauamt den Hügel mit Aushub-Material nun einplanieren und damit sogar noch das eigene Öko-Konto aufbessern.

Nicht nur einmal ist es der Gemeinde Peiting so ergangen: Es wird gebaut. Und der Dreck, bzw. Aushub bleibt einfach liegen. So ist der Erdhügel am Bühlach mit zirka 3000 Kubikmetern entstanden. Und auch die Aufschüttung, die sich bis vor zwei Jahren an der Umgehungs-Ausfahrt Peiting-West befand war ein solches Humus-Relikt aus Bauzeiten. Darüber kann man als Gemeinde sauer sein, tun kann man allerdings wenig. Denn: Grund und Boden, auf dem der verbleibende Humus-Hügel sein Dasein fristet gehören der Bundesrepublik Deutschland.

Also hat der Leiter des Peitinger Marktbauamts, Jochen Rohrmoser, im vergangenen Jahr wieder mal einen Brief geschrieben. Der Empfänger: das Staatliche Bauamt Weilheim. Die mahnende Bitte: Der Hügel am Bühlach möge beseitigt werden. Tatsächlich scheint jetzt daraufhin eine (Erd-)Bewegung in die Sache zu kommen: Das aufgeschüttete Aushubmaterial soll einplaniert werden – das konnte Jochen Rohrmoser jetzt im Gemeinderat verkünden.

50 Meter lang, zehn Meter breit und sieben Meter hoch: Da gibt es durchaus ordentlich was zu planieren. „Es wird eine Modellierung stattfinden, das Ganze wird bepflanzt“, so Rohrmoser. Aha. So macht man das also, wenn man sich die Kosten sparen will, die der Abtransport eines Aushubs verursacht. Das Bauamt schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Durch die Bepflanzung wird der einstige Hügel auch noch zur Öko-Ausgleichsfläche.

„So macht man das also: Auf einen gewachsenen Boden schiebe ich Dreck drüber, damit habe ich dann mein Öko-Konto komplett aufgefüllt?“, meinte Gemeinderat Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) kopfschüttelnd. Ja, so macht man das.

Wenn auch erst nach vielen Jahren. Denn eigentlich sollte der Aushub bereits im Zuge der Bauarbeiten an der Umgehungsstraße eingebracht werden. Inzwischen haben „immer mehr Leute den eigenen Grünabfall oder Bauschutt“ dort abgeladen, weiß Gemeinderat Alfred Jocher.

Was man von den Versprechen des Straßenbauamts künftig halten könne: Das wollte Herbert Salzmann (SPD) noch einmal auftischen: „Hoch und heilig“ habe man der Gemeinde Peiting etwas ganz anderes versprochen. 1994/95 sei das gewesen – also mehr als 20 Jahre her. „Wir waren gutmütig, haben uns nichts schriftlich geben lassen – daraus sollten wir für die Zukunft lernen.“

Apropos Zukunft: Die Sache mit dem Planieren ist zwar entschieden, muss allerdings noch genehmigt werden. „Die Unterlagen sind vorbereitet und müssen jetzt noch beim Landratsamt durch ein Genehmigungsverfahren gehen“, so Sven Maertz, beim Staatlichen Bauamt Abteilungsleiter für den Landkreis Weilheim-Schongau. Wie lange sich das hinzieht, könne er nicht sagen. Nur so viel: Wenn die Sache offiziell durch ist, dann soll es mit dem Plattmachen und Bepflanzen des Hügels ganz flott gehen.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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