Mit „Denkmal im Wald“ ist die neue Ausstellung im Stadtmuseum Schongau umschrieben. wk

Ausstellung im Schongauer Stadtmuseum: "Denkmal im Wald"

Schongau - Rätselhafte Spuren und ungeklärte Relikte auf dem Schneckenbichl, die Hofmarksäule von Rottenbuch: Eine Ausstellung über Kulturgüter im Wald ist noch bis 28 Juli im Schongauer Stadtmuseum zu sehen.

„Denkmal im Wald“ - so ist diese Ausstellung umschrieben, die der Historische Verein Schongau mit seiner Vorsitzenden Heide-Marie Krauthauf organisiert hat. Die Ausstellung zeigt auf 17 Schautafeln mit 82 Bildern und einem Modell die verschiedenen Typen von Denkmälern im Wald auf, darunter auch solche, die nicht sofort erkennbar sind: z.B. Turmhügel, Höhlen, Felstürme, Grabhügel und die Keltenschanze, die in den Jahrhunderten vor Cäsar errichtet wurde. Über 55 000 Bodendenkmäler gibt es allein in Bayern. Diese Ausstellung sei das Ergebnis einer außergewöhnlich fruchtbaren Zusammenarbeit des Forstzentrums Weihenstephan, des Landesamtes für Denkmalschutz und des Vereins für Nachhaltigkeit, sagte Gerhard Enders. Der ehemalige Mitarbeiter am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan war für die Einführung in die Ausstellung „Denkmal im Wald“ im Stadtmuseum zuständig.

„Denkmale laden ein, nachzudenken und zurückzuschauen zu den Wurzeln, zur eigenen Herkunft und Vergangenheit“, sagte Enders. Sie seien das Gedächtnis unserer Kultur, schafften Beziehung und Identität. Der Referent bedauerte, dass vor allem Freizeitnutzer wenig Bezug zu den Örtlichkeiten des Waldes haben. „Denn wie sollten sie wissen, ob ein unscheinbarer Erdhügel ein Kalkofen aus dem Mittelalter oder ein Grab aus der Bronzezeit und kein lästiges Hindernis für Jogger und Spaziergänger ist.“

Ergänzt wird die Ausstellung durch Beispiele vom Schlossberg, Schneckenbichl und Schneidberg. Rätselhafte Spuren und ungeklärte Relikte gebe es nach wie vor um den Schlossberg zwischen Schongau und Peiting, sagte Franz Grundner vom Schongauer Stadtmuseum und erwähnte zudem die Formationen am Schneckenbichl, den ab dem Jahr 1938 eine Sprungschanze zierte. Diplomingenieur Fritz Holzhey hatte damals die Pläne für die Sprungschanze mit dem acht Meter hohen Anlaufturm erstellt, deren kritischer Punkt bei beachtlichen 39 Metern lag. Als in den 60er Jahren in Schongau das Skispringen stagnierte, verfiel die Schanzenanlage.

Einzelheiten über die Hofmarksäule in Rottenbuch erläuterte Heide-Marie Krauthauf. „Nur der aufmerksam um sich blickende Wanderer wird, wenn er die alte Straße von Peiting nach Rottenbuch nimmt, oberhalb der ‚Ramsauer Gstoag‘ rechter Hand unter Bäumen versteckt den spätgotischen Grenzstein bemerken.“ Die Reliefs auf den beiden über Eck gestellten Blöcken mit der Madonna unten und dem Paar mit dem Kirchenmodell oben verweisen auf die jahrhundertelange Klosterherrschaft des Augustinerchorherrenstifts Rottenbuch. Gerhard Enders ist überzeugt: „Es gibt so viele schützenswerte Dinge in der Heimat, die die Identität der Heimat erst ergeben.“ wk

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