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Die Ehrenpreisträger der Stadt Schongau. 

Auszeichnung der Schongauer Bürgerstiftung

Ehrenamtspreis für den guten Ton der Stadt

Schongau - Der Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung Schongau geht dieses Jahr an Marcus Graf, Dirigent der Stadtkapelle. Bei der Weihnachtssitzung im Schongauer Stadtrat wurden aber auch noch der Verein Schongau belebt und – wie bereits im Vorjahr – der Freundeskreis Asyl mit einer Geldspende bedacht.

Bürgermeister Falk Sluyterman wollte schon fleißig loslegen mit der Ehrung, als ihm mit Blick nach links hinten klar wurde: Da war doch noch was. Eine fünfköpfige Bläser-Abordnung der Stadtkapelle stand in der Ecke, „ihr sollt ja auch was spielen“, sagte Sluyterman. Es war die passende Begleitung für die Ehrung ihres Dirigenten, der dieses Jahr mit dem zum zweiten Mal verliehenen Ehrenamtspreis bedacht wurde. „Er sorgt stets für den guten Ton in der Stadt“, sagte Sluyterman über den gelernten Orgelbauer Graf, der nach einem Studium am Leopold-Mozart-Konservatorium und weiteren Fortbildungen 1996 nach Schongau gekommen war. „Sie beweisen großes Engagement und haben an manchen Wochenenden mehr Termine als ich“, lobte der Bürgermeister. Ohne Graf wäre die Stadt musikalisch um vieles ärmer, weil er wirklich für jung und alt da sei und sich auch um den Nachwuchs verdient mache. Auch vor großen Projekten schreckt Graf nicht zurück: „Die Schongau Classics dieses Jahr waren für mich der musikalische Höhepunkt“, sagte Sluyterman.

Interessante Dankesrede von Graf

Graf bedankte sich mit einer ungewöhnlichen Geschichte aus der fernen Zukunft, bei der eine Großmutter ihrer Enkelin Geschichten über „Bayern, die Wüste mit den hohen Bergen“ erzählt und dabei erklärt, was Kultur ist und wie unzureichend die Förderung damals war. „Damit das ein Märchen bleibt, bitte ich, dass Sie uns weiter unterstützen und wohlgesonnen bleiben“, sagte Graf und gab sich fast übertrieben bescheiden, als er sagte: „Ich bin nicht sicher, ob ich schon genug geleistet habe, um hier stehen zu dürfen.“ Bald dürfte er noch mehr leisten: Graf kündigte an, den mit 500 Euro dotierten Preis gleich für sein nächstes Projekt einzusetzen, das er mit den Worten „bewegte Begegnung“ umschrieb – mehr wollte er noch nicht verraten.

Schongau belebt sagte einfach nur Danke

Finanzielle Zuwendungen gab es auch für zwei weitere Gruppen. Die eine ist Schongau belebt. „Ich kann mich noch gut erinnern, als Sie im Januar 2014 mitten im Kommunalwahlkampf gegründet wurden“, sagte er zu Beatrice Amberg und Maria Mader, die stellvertretend die 1000 Euro Preisgeld entgegennahmen. Schongau belebt habe viele Aktionen auf die Beine gestellt, für groß und klein, jung und alt. Für die Gruppe, die mittlerweile ein Verein geworden ist, gelte die Prämisse: „Nicht immer alles besser wissen, sondern selber machen.“ Von den beiden Protagonisten gab’s keine Rede, sondern nur ein Dankeschön – „wir sind sprachlos“, sagten sie.

Asyl-Helferin Elisabeth Walter: "Das wichtigste ist die Sprache"

Dafür hatten Hans Atzenbeck und Elisabeth Walter vom Freundeskreis Asyl umso mehr zu sagen. Nach dem Lob von Sluyterman, dass der Freundeskreis bereits seit Jahren mit viel Zeit, Engagement und auch eigenen Mitteln Asylbewerber betreue, ergriffen sowohl Atzenbeck als auch Walter das Wort. Atzenbeck stellte klar, dass man die Arbeit nicht alleine mache und es auch den Helferkreis gebe, der zum Teil dasselbe mache wie sie. Und Walter betonte, dass das Wichtigste die Sprache sei – „ohne die geht gar nichts, die Asylbewerber müssen Deutsch lernen“. Man habe mittlerweile Bücher und Lexika für den Unterricht gekauft, was alles Geld koste. Deshalb seien die 500 Euro Förderung sehr willkommen. „Wir wollen die Flüchtlinge auch rausholen, mit ihnen die Freizeit gestalten, ihnen unsere Kultur zeigen“, so Walter. Es war ein schöner Rahmen zur Kulturförderung, die Graf eingefordert hatte.

Boris Forstner

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