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Entlastungsangebote für Angehörige von Menschen mit Demenz bieten Lisa Wohlfrom und Ursula Feichtmair in der Bildungs- und Erholungsstätte Langau an.

Neues Projekt in der Langau

Auszeit und Erholung für Demenzhelfer

Eine demenzkranke Person zu pflegen und zu betreuen ist ein Kraftakt. Dabei geraten pflegende Angehörige oft an ihre Grenzen, ohne sich um die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden zu sorgen. Deshalb gibt es in der Bildungs- und Erholungsstätte Langau jetzt ein neues Projekt, das Angehörigen von Menschen mit Demenz eine Auszeit ermöglichen soll.

Langau – „Pflegende Angehörige stehen häufig unter einem hohen psychischen, physischen und sozialen Druck mit den entsprechenden Folgen“, weiß die Sozialpädagogin Ursula Feichtmair. Sie leitet in der Langau zusammen mit der Ernährungswissenschaftlerin Lisa Wohlfrom die Projektstelle, die für Entlastungsangebote für Angehörige von Menschen mit Demenz (EfAD) zuständig ist.

Diese Projektstelle wurde mit Unterstützung durch das Bundesfamilienministerium in Kooperation mit dem Forum gemeinschaftliches Wohnen gegründet. Als Kooperationspartner konnten die Diakonie Bayern, die Ökumenische Sozialstation Oberland sowie der Bürgerverein am Lech gewonnen werden.

Demenzhelfer übernehmen – so Ursula Feichtmair – eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, die sich in der Regel über viele Jahre hinzieht. Erholungs- und Urlaubsangebote, speziell auf die Bedürfnisse von Demenzkranken und ihren Angehörigen zugeschnitten, würden daher immer wichtiger.

Im September 2018 werden Ursula Feichtmair und Lisa Wohlfrom unter dem Titel „Auszeit“ erstmalig eine Erholungswoche anbieten. Neben dem Erfahrungsaustausch unter Betroffenen werden für Angehörige wieder eigene Freiräume möglich. Angebote zu körperlicher Gesundheit (Bewegung und Entspannung), Erholung (Zeit für sich, Natur und Ruhe, gemeinsame Freizeitaktivitäten der Angehörigengruppe wie Wandern und Ausflüge) sowie ein Schulungs- und Beratungsangebot zu Fragen rund um das Thema Demenz helfen dazu, wieder gestärkt in den Alltag zurückzukehren.

„Mit komfortablen Einzel- und Doppelzimmern, modernen Familienappartements, einem großzügigen Aufenthaltsraum und einem angeschlossenen Gartenbereich bietet die Langau eine Umgebung, in der man sich wohlfühlen kann“, ist Ursula Feichtmair überzeugt. Bei Bedarf könne ein Desorientierten-Fürsorge-System zur Verfügung gestellt werden, das für die notwendige Sicherheit sorgt. Dann stehe einem entspannten Aufenthalt nichts mehr im Wege. Die Betreuung der an Demenz erkrankten Familienmitglieder werde durch geschulte und erfahrene Betreuer gewährleistet.

Lisa Wohlfrom und Ursula Feichtmair sahen ihre Aufgabe in den ersten Monaten des Jahres darin, geeignete Kooperationspartner zu gewinnen, die sich mit Kompetenz und Fachwissen in ein Pflege- und Betreuungskonzept einbringen, und dies sei auch gelungen.

Damit sich alle Familienmitglieder während der ersten Urlaubswoche „Auszeit“ gut erholen können, ist es nach Auskunft von Ursula Feichtmair wichtig, dass ein geschultes und qualifiziertes Personal für Pflege, Betreuung und Unterstützung für die Demenzerkrankten zur Verfügung steht.

Für bereits geschulte Demenzhelfer oder Alltagsbegleiter und andere Interessierte an einer Mitarbeit von betreuten Urlaubsangeboten findet am Donnerstag, 14. Juni, von 14.30 bis 16 Uhr in der Bildungs- und Erholungsstätte Langau eine Informationsveranstaltung statt. Dabei wird über Ziele und Inhalte, Zeitrahmen und Ablauf der ersten geplanten Urlaubswoche „Auszeit & Erholung” (vom 23. bis 30. September) eingehend informiert.

Die Projektstelle „Entlastungsangebote für Angehörige von Menschen mit Demenz“ ist von Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 12 Uhr unter Tel. 08862/910218 erreichbar bzw. per E-Mail unter efad@langau.de.

Michael Gretschmann

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