Bauausschuss Schongau

DB lehnt Bahnhofspläne ab

Schongau - Die Stadt Schongau ist beim Vorhaben, das Bahnhofsumfeld aufzuwerten, wieder einen Schritt weitergekommen. Im Bebauungsplan-Verfahren sticht aber die Stellungnahme der Deutschen Bahn heraus: Sie stimmt dem Vorhaben nicht zu. Die Stadt kümmert das wenig.

Park & Ride-Platz, öffentliche Parkplätze, überhaupt eine Verschönerung und Aufwertung – die Stadt ist im Dezember ambitioniert in die Planungen für ein neues Bahnhofsumfeld eingestiegen. Jetzt wurden im Bauausschuss die Anregungen und Bedenken diskutiert, und die waren mit 40 Seiten so ausführlich wie selten.

-DB Oberbayernbus, RVO: Der zur Bahn gehörende RVO stört sich daran, dass die drei Rangiergleise im Westen erhalten bleiben – auf die, nebenbei gesagt, die DB nicht verzichten will. Deshalb gebe es keine befriedigende Lösung für Busabstellung und Parkplätze. Lieber sollten die beiden nicht mehr benötigten Gleise im Osten erhalten werden, um die Rangiergleise im Westen zu ersetzen, falls die irgendwann nicht mehr benötigt werden.

„Natürlich wäre es besser, wenn wir die Fläche überplanen könnten“, sagte Stadtbauamts-Mitarbeiter Michael Wölfle, „aber sie steht einfach nicht zur Verfügung.“ Trotzdem habe man ein rundes Konzept erstellt. Und die Gleise im osten zu erhalten, sei nicht zielführend, auch weil der Platz zu eng sei. Dort ist eine Grünfläche vorgesehen.

-Wasserwirtschaftsamt: Die Behörde hält das Konzept der Niederschlagswasser-Versickerung wegen belasteter Böden nicht für ausreichend und fordert eine Gesamtplanung. Die Stadt teilt die Bedenken nicht. Allerdings hat sie beim Thema Altlasten neue Erkenntnisse erhalten und drei neue Verdachtsflächen zusätzlich zu dem bereits bekannten ehemaligen Mineralölhandel und einem Kohleschuppen lokalisiert.

-Landratsamt, Sachbereich Städtebau: Dieser Abteilung erscheint die Planung der Fahrrad-Abstellplätze viel zu gering. Die Stadt hat darauf prompt reagiert und die Fläche von 6x10 auf 6x15 Meter erweitert. „Das reicht für 60 Fahrräder“, so Wölfle.

-Landratsamt, technischer Umweltschutz: Da wird es kompliziert: Die Abteilung lehnt den sogenannten Schienenbonus, einen Abzug von fünf Dezibel, als nicht zulässig ab. Doch Wölfle betont, dass mehrere Untersuchungen ergeben haben, dass Schienenverkehr besonders bei wenig frequentierten Strecken wie in Schongau eine geringere Störwirkung hat als der Straßenverkehr.

- Deutsche Bahn: Das dürfte einzigartig sein: Nur mit einem einzigen Satz („Der Bauleitplanung kann momentan nicht zugestimmt werden“), ohne jede Begründung, werden die Pläne von der DB Immobilien abgelehnt. „Aber natürlich halten wir daran fest“, sagte Wölfle. Etwas differenzierter äußert sich zumindest die DB Station & Service. Sie weist darauf hin, dass die überplanten Flächen zum Teil noch nicht freigestellt sind, sondern noch für Betriebszwecke benötigt werden. Das sei der Stadt bewusst, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Doch in der Planung seien diese Flächen mit „zeitlich aufschiebend bedingten Nutzungen“ gekennzeichnet. „das ist die einzige Möglichkeit, zu unserem Recht zu kommen, wenn die Flächen entwidmet sind“, so Knecht. Man könne jetzt mit solchen Flächen natürlich noch nichts anfangen, „aber wir müssen weit vorausschauend tätig werden, um sie uns zum Zeitpunkt X zu sichern“.

Boris Forstner

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