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Mit solchen Plakaten, die im ganzen Landkreis Weilheim-Schongau verteilt sind, geht der BDM-Kreisverband gegen CSU und Bauernverband vor und setzt sich für einen fairen Milchpreis von 50 Cent ein.

Neue Plakataktion

BDM stellt CSU und Bauernverband an den Pranger

Weilheim-Schongau - Mit einer neuen Plakataktion  macht der BDM-Kreisverband Weilheim-Schongau derzeit auf die prekäre Situation in der Landwirtschaft aufmerksam – und gibt gleichzeitig der CSU und dem Bauernverband die Schuld an dieser Misere. Das will BBV-Kreischef Wolfgang Scholz aber nicht auf sich beruhen lassen. Er bezeichnet die BDM-Aktion als „kontraproduktiv“.

„Quotenende und Milchpreisabsturz auf 30 Cent – CSU und Bauernverband treiben die Bauern in den Ruin“ – das ist ganz groß in schwarz-roten Buchstaben auf den Plakaten an vielen Ortseingängen, z.B. in Böbing und Rottenbuch, zu lesen. „Das sind keine Hetzparolen, sondern das ist eine nüchterne Erkenntnis“, stellt der BDM-Kreisvorsitzende Bernhard Heger aus Peißenberg klar. Was auf diesen Transparenten zu lesen sei, beschreibe die derzeitige Situation, die die CSU und der Bauernverband zu verantworten hätten. Denn, so Heger: „Die CSU stellt den deutschen und den bayerischen Agrarminister.“ Und der Bauernverband arbeite eng mit diesen zusammen. Sie seien verantwortlich für die derzeitige Agrarpolitik und somit auch für das Ergebnis, nämlich dass die landwirtschaftlichen Betriebe immer weniger werden, weil der niedrige Milchpreis ein kostendeckendes Wirtschaften nicht mehr zulasse. Laut Heger sind 25 bis 30 Transparente angefertigt und im ganzen Landkreis Weilheim-Schongau aufgestellt worden und „sie sind nicht zu übersehen“. Was sagt der Kreisvorsitzende Wolfgang Scholz vom Bayerischen Bauernverband (BBV) zu dieser Aktion? „Ich selber habe noch kein Plakat gesehen, aber mir ist darüber berichtet worden“, teilte Scholz, der gestern den ganzen Tag unterwegs war, auf Anfrage der Heimatzeitung mit. „Dumm und inhaltlich falsch“, bezeichnet er die BDM-Parolen. Denn die derzeitige Milchschwemme könne man nicht auf die ausgelaufene Milchquote zurückführen. Dies hätte andere Gründe. „Schade, dass die Bauern gegeneinander vorgehen und nicht gemeinsam für die Sache kämpfen“, bedauert der BBV-Kreischef. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Bauernverband seinerseits zu Protestaktionen aufgerufen und mit Demonstrationen in Discountern, zum Beispiel in Aldi-Märkten, auf den für die Landwirte nicht mehr akzeptablen Milchpreis aufmerksam gemacht. Im Raum Garmisch-Partenkirchen mischten der dortige BBV-Kreisvorsitzende Nikolaus Onnich sowie die Bezirks- und Kreisbäuerin Christine Singer an vorderster Front mit und informierten vor Ort im Supermarkt die Verbraucher. Im Landkreis Weilheim-Schongau war von derartigen Aktionen allerdings nichts zu sehen. BBV-Kreischef Wolfgang Scholz begründet dies damit, dass derzeit eine „positive Aktion“ (mit dem Lebensmittelanbieter Feneberg) in Planung sei. Aber auch mit einer Landtagsaktion wolle der Bauernverband in den nächsten Wochen das Thema aufgreifen und sich für eine Verbesserung der derzeitigen Situation der Landwirte stark machen.

 mg

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