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Hand in Hand für ein besseres Klima (von links): Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Renate und Siegfried Müller (Umweltinitiative Pfaffenwinkel), Fritz Raab und Holger Poczka (EVA) sowie Thomas Krauthauf (UPM). 

Kooperation zwischen UPM und EVA

BauhM soll Schongauern einheizen

Langzeitversuch bei der Papierfabrik UPM: Den Schongauern soll eventuell künftig mit BauhM eingeheizt werden. Doch was ist das?

Teile des Altholzes der Verbrennungsanlage im UPM-Heizkraftwerk 2 könnten ersetzt werden durch diesen heizwertreichen Brennstoff – produziert nur ein paar Kilometer entfernt bei der EVA in Erbenschwang.

Das Projekt der regionalen Zusammenarbeit in der Energieversorgung zwischen der Schongauer Papierfabrik UPM und der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) wurde gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Landratsamt Schongau vorgestellt. Mit am Tisch saßen auch Vertreter der Umweltinitiative Pfaffenwinkel (UIP), die den Langzeitversuch nicht nur begleitet, sondern auch ausdrücklich befürwortet. Der Probelauf ist bereits gestartet, der Versuchszeitraum erstreckt sich bis Ende April. Durch die kurzen Wege zwischen Erbenschwang und Schongau könnten die Kilometer der Brennstoff-Transporte um mindestens 60 000 verringert werden, rechnen die Projekt-Partner vor. Weil der Heizwert sehr hoch ist, kann außerdem die Brennstoffmenge reduziert und bis zu 4000 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden, so die Berechnung. Worum geht es? Der in Erbenschwang gewonnene, so genannte heizwertreiche Brennstoff mit dem Markennamen BauhM (sprich: Bau – h – M) ersetzt einen Teil des Altholzes im Heizkraftwerk 2 bei UPM, das auch die Stadt Schongau mit Fernwärme versorgt. Wie auch schon in einem Kurzversuch im Herbst 2014 – dieser lief über fünf Tage – soll getestet und untersucht werden, ob der Brennstoff technisch und qualitativ geeignet ist, auch langfristig in Schongau eingesetzt zu werden. Die Versuche sollen engmaschigen Kontrollen unterworfen sein: So finden nicht nur ständige Messungen der Abluft statt, auch die Asche wird untersucht. Und dies nicht nur intern, sondern auch durch eine TÜV-Begutachtung. Nicht zuletzt hat sich die Umweltinitiative die Unterstützung eines Fachmanns gesichert – ein Chemiker, der für den Bund Naturschutz Deutschland tätig ist –, der den Versuch ebenfalls verfolgen soll. „Es soll keine Müllverbrennung werden“, machte Siegfried Müller (UIP) deutlich. Aber wie auch seitens UPM vorher schon versichert worden war: Die Anforderungen sind sehr hoch. Falls es zu einer negativen Veränderung der Schadstoffwerte kommen sollte, wird der Versuch sofort abgebrochen. Wovon derzeit aber nicht auszugehen ist: Weder habe es bei dem Kurzversuch nennenswerte Verschlechterungen gegeben, noch habe die EVA bisher Reklamationen ihrer bisherigen Abnehmer gehabt. BauhM wird bereits seit Mai vergangenen Jahres an verschiedene Industriekraftwerke in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg geliefert. Die Menge, die aus Erbenschwang kommt, sei zwar vergleichsweise gering, aber hochwertig, so EVA-Geschäftsführer Fritz Raab. Wie Thomas Krauthauf (UPM) erläuterte, könnten künftig 10 000 bis 15 000 Tonnen BauhM einen Teil der 40 000 Tonnen Altholz ersetzen, die im Heizkraftwerk für die Energieerzeugung verwendet werden. Insgesamt beläuft sich die Gesamtbrennstoffmenge bei UPM auf 330 000 Tonnen jährlich. Der Energiewert von BauhM entspricht etwa dem von getrockneten Hackschnitzeln oder gut abgelagertem Holz. Der Wassergehalt entspricht 25 Prozent, trocknet man BauhM, erhöht sich der Energieinhalt nochmals. BauhM besteht aus 20 bis 30 Prozent regenerativen Materialien (Papier, Pappe, Küchen- und Gartenabfälle), Kunststofffolien (überwiegend PE-Folien), nicht verwertbaren Verpackungsbestandteilen, Windeln und Textilien. Die Messergebnisse sollen bis zum Sommer ausgewertet sein. Danach möchten die Projekt-Partner die Untersuchung vorstellen und in die Diskussion gehen. Landrätin Jochner-Weiß lobte nicht nur die innovative Arbeit Raabs und Poczkas (EVA), sondern freute sich über den positiven Beitrag zur Energiewende im Landkreis. Jochner-Weiß: „Eine Riesensach. Ich wünsche mir, dass dieser Versuch gelingen möge.“

Elke Robert

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