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Neuwahlen beim BDM-Stammtisch in Prem. Von links 2. Vorstand Andreas Streif (neu; vorher Ludwig Lang), die drei Beisitzer Heinrich Niggl, Stefan Pfeiffer und Georg Lory, 1. Vorstand Ulrich Jörg (seit 2012) und Referent Thomas Bertl (BDM-Kreisvorstandsmitglied. 

BDM-Stammtisch in Prem

Milchkrise: Solidarität unter Bauern gefragt

Beim BDM-Stammtisch im Gasthaus „Zur alten Tenne“ in Prem war BDM-Kreisvorstandsmitglied Thomas Bertl zu Gast, der über das Thema „Katastrophale Situation am Milchmarkt – wie geht´s weiter, was machen wir?“ referierte.

Innerhalb von sechs Jahren haben die Landwirte schon mit der dritten Milchkrise (2009, 2012, 2015/16) zu kämpfen. Bertl machte die Auswirkungen der aktuellen Milchkrise deutlich. Die Auszahlungspreise für Milch in Bayern seien seit 2014 um 10 Cent pro Kilogramm (ct/kg) auf 28 bis 30 ct/kg abgestürzt. Die Differenz zu einem kostendeckenden Milchpreis von 50 ct/kg liege nun bei 20 ct/kg. Für die Premer Bauern bedeute das einen Einnahmenverlust von 500 000 Euro – Geld, das bei und für Investitionen fehle.

„Schuld an der Situation ist die Auflösung der Milchquote, ohne eine Folgeregulierung zu treffen, die den Milchpreis im Falle eines Absatzrückgangs stabilisieren könnte“, erläuterte Prems Ortsvertreter Ulrich Jörg die brisante Lage in der Landwirtschaft. Der Wegbruch der Märkte in China und Russland sei nicht wie angenommen schuld daran. Eine jahrelange Erhöhung der Milchquote und die Auflösung im April 2015 seien laut Bertl die Auslöser für diese Milchkrise. Die europaweite „Mehrmilch“ drücke nun auf den Weltmarkt und übersteige somit die Nachfrage deutlich. Neuseeland und Australien könne man dabei nicht verantwortlich machen, da sie ihre Produktion nur unwesentlich gesteigert hätten.

Milchkrise europaweit bekämpfen?

Laut Thomas Bertl muss das BDM-Milchkrisenprogramm europaweit umgesetzt werden, damit die Milchmenge an den Absatz angepasst werden könne. Folgende Punkte werden gefordert:

-Die Monitoring-Stelle muss handlungsfähig sein

-Im Falle einer Krise muss die Milchmenge konstant gehalten werden

-Die Landwirte, die freiwillig weniger liefern, sollen entschädigt werden. Der Durchbruch dieser Forderungen fehle jedoch noch.

In der anschließenden Diskussionsrunde machten viele Teilnehmer ihrem Ärger Luft. Die variablen Kosten (Strom, Kraftstoff,…) lägen zwischen 24 und 27 ct/kg. Bei den derzeitigen Milchpreisen in Bayern von 26 bis 30 ct/kg seien keine Lohnkosten und Festkosten (wie Gebäude und Maschinen) mehr gedeckt.

Für Prems Bürgermeister Herbert Sieber ist die Solidarität unter den Bauern wichtig – egal ob Bauernverbands- oder BDM-Mitglied. Außerdem müssten die Verbraucher vom hohen Stellenwert dieses Lebensmittels überzeugt und mit ins Boot geholt werden. „Seitens der Politik muss endlich erkannt werden, dass die Milchmenge gedrosselt werden muss, um ein Aussterben der Höfe zu verhindern“, resümierte Ulrich Jörg die Existenzangst so mancher Landwirte.

gwe

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