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Beim Abistreich am Schongauer Welfen-Gymnasium: Heumauer, Spinnennetz und Frieden

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Bei einer Modenschau aus dem Lehrer-Fundus präsentierte Lehrer Gerald Neumeier ein pinkes T-Shirt. Dann wurde geraten, wem es tatsächlich gehört. fra(2)

Schongau - Es war ein handfester Streit, der 2011 zwischen den Abiturienten und dem Kollegium des Schongauer Welfen-Gymnasiums ausgebrochen war. Jetzt gab es wieder einen Abistreich.

Der Abiturstreich 2011 unter dem Motto „Volksfest“ war damals ohne Diskussionen abgebrochen worden. Alle Schüler wurden aufgefordert, nach Hause zu gehen.

Doch dieses Jahr sollte alles anders werden: „Die Schüler kamen auf mich zu, um ihren Abiturstreich mit mir abzusprechen“, begründete Schulleiter Wolfgang Gebler die Richtigkeit des diesjährigen Scherzes. Hinzu käme, dass „die Veranstaltung noch vor der offiziellen Entlassung der Abiturienten stattfindet“. Rechtsmäßig sei das so völlig in Ordnung. Gebler hatte keine Widersprüche.

Ganz im Gegenteil. „Es schien, also würde er sich einen Abistreich wünschen“ - das erzählen auch einige Schüler. „Unser Direktor zeigte sich sogar sehr kooperativ und entgegenkommend, als es um die Planungen ging“, bestätigt der Abiturient und Mit-Organisator Pirmin Meier. Sogar für eine Überraschung war Gebler zu haben, „er wollte nicht einmal wissen, was wir für ein Programm im Hinterkopf haben“ - zur Verwunderung aller Schüler. Nach dem Streich-Eklat ihrer Vorgänger.

Nichtsdestotrotz sah Schulleiter Wolfgang Gebler diesen Abistreich mit anderen Augen. „Die Schüler haben sich wirklich etwas tolles einfallen lassen“, lobt er die friedlich verlaufenden Schüler-Lehrer-Spiele auf dem Sportplatz. Das wichtigste daran ist den Schülern ebenfalls gelungen: Trotz Übermut und Feierlaune wurden keine Lehrer bloßgestellt. Egal ob beim Hindernisparcours, einer kleinen Modeschau oder dem Bürostuhlrennen - Schüler und Lehrer konnten gemeinsam lachen. Vor allem aber wegen des gelungenen Abiturstreiches: „Auch wir sind dieses Jahr wirklich zufrieden“, sind sich die Schüler einig. „Und froh, dass alles so klappt, wir wir es uns vorgestellt haben.“

Und es kam sogar noch besser: Als der Streich pünktlich um 11.10 Uhr - wie mit der Schulleitung vereinbart - offiziell beendet wurde, wartete auf die gesamte Schulfamilie die wohl größte Überraschung: Die beiden großen Eingänge zum Hauptgebäude waren bis oben hin mit gestapelten Strohballen beziehungsweise Holzscheiten versperrt. Die Aula ähnelte mit unzähligen gespannten Schnüren einem überdimensionalen Spinnennetz, und auf den Treppen reihten sich Wasserbecher.

Doch nicht alle Schüler konnten dieses Spektakel, den Streich des Abistreichs, bewundern. Bevor die meisten von ihnen vom Sportplatz zurück waren, mussten Stroh, Holz, Becher und Schnüre wieder weg - „nach Anweisung einiger Lehrer“, erzählt eine Schülerin.

Direktor Wolfgang Gebler hätte allerdings nichts gegen diese Überraschung gehabt. „Er hat uns sogar empfohlen, alles aufzubauen, während die Schüler auf dem Sportplatz sind“, erzählt die Schülerin weiter - froh um den Zuspruch. Denn letztendlich kann sie ihren Mitschülern doch zustimmen: „Es ist super, dass dieses Jahr alles geklappt hat.“

Franziska Bär

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