Ross, Reiter, Berg und Zuschauer: Ein imposantes Schauspiel war gestern der insgesamt 90. Georgiritt auf dem Auerberg. 143 Reiter waren daran beteiligt und bekamen mit ihren Pferden anschließend den Segen der Geistlichkeit. Foto: kindlmann

3000 Besucher

Georgiritt bei Bilderbuchwetter

Bernbeuren - Bei Bilderbuchwetter mit frühlingshaften Temperaturen ist der 90. Georgiritt auf dem 1055 Meter hohen Auerberg zu einem beeindruckenden Erlebnis geworden.

Bei Bilderbuchwetter mit frühlingshaften Temperaturen ist am gestrigen Sonntag der 90. Georgiritt auf dem 1055 Meter hohen Auerberg zu einem beeindruckenden Erlebnis geworden. 143 Reiter waren beteiligt, und annähernd 3000 Gläubige. „Das Wetter ist ein Geschenk Gottes“, sagte Pfarrer Joachim Schnitzer.

Aus allen vier Himmelsrichtungen sind die Gläubigen über die leuchtend gelben Löwenzahnwiesen auf den Auerberg gewandert. Dort bot sich ihnen ein farbenprächtiges Bild: Drei Reiterzüge vom Versammlungsplatz hinunter zum Messeplatz unterhalb der Georgs- Kirche mit dem blumengeschmückten Feldaltar. Vorneweg der Fanfarenzug und die Geistlichkeit, der Vorstand des Bernbeurer Georgiritt-Vereins, römische Reiter, die acht Bergknappen, Kreuzträger Willi Greis und die Fahnenabordnungen aus Bernbeuren und Umgebung sowie in glänzender Rüstung der Heilige Georg (Georg Greisel, 26 Jahre). Angeführt von den beiden Musikkapellen aus Bernbeuren und Stötten mit ihren Dirigenten Ulrich Bielmeier und Georg Fichtl.

Die beiden Geistlichen Joachim Schnitzer aus Bernbeuren und Pater Sajimon Vargese aus Stötten zelebrierten den festlichen Gottesdienst. In seiner Predigt erinnerte Schnitzer an den Heiligen Georg, ein junger römischer Offizier, der seinen Mut zum katholischen Glauben mit seinem Leben bezahlt hat. „Bekennen auch Sie sich zu ihrem Glauben“, appellierte Schnitzer an die Gläubigen.

Georgiritt in Bernbeuren: Das sind die Bilder

Bernbeurens Pfarrer erwähnte auch, dass heuer mit der Renovierung der Georgskirche begonnen wird. 100 000 Euro sind dafür notwendig. „Unterstützen Sie diese längst notwendig Renovierung und tun Sie heute gleich etwas in den Klingelbeutel“, bat Schnitzer daher.

Zum Gottesdienst intonierten die beiden Musikkapellen die Schubert-Messe. Der Bernbeurer Dreigesang mit Manfred Karlinger, Peter Völk und Karl Knappisch erneuerte zum 40. Mal den Georgs-Schwur („Auf zum Schwur mit Herz und Mund….“) Schließlich segneten die Geistlichen Ross und Reiter. Die Kapellen spielten dazu Beethovens Choral „Die Himmel rühmen.“

Mit dem Lied vom guten Kameraden gedachten die Gläubigen der Toten, bevor sich die drei Reiterzüge zu den Klängen des „Ferbilliner Reitermarsch“ aufmachten zum Umritt um die Georgskirche.

Für Florian Streibl, MdL, bedeutet der Georgiritt „gelebtes Brauchtum, mit dem ein Stück bayerische Heimat verwirklicht wird“. Paul Wengert, MdL aus Füssen, freut sich darüber, dass dieser schöne Ritt mit religiösem Hintergrund „nicht folkloristisch übertüncht ist“. Und auch, dass die Besucher nicht nur die schönen Rösser anschauen wollen, sondern ihren Glauben bekunden. Max Sprenzel, der Vorsitzende des Bernbeurer Georgiritt-Vereins, meinte kurz und knapp, „heute passt alles“.

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