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Na, ist diese Pistenrau pe vom Skiclub Burggen nicht ein heißes Stück geworden? Stolz präsentieren die beiden „Macher“ die feuerrote „Lena-Marisa“. Links im Bild Restaurator und Fahrer der Raupe, Willibald Geisenhof, rechts Sponsor Ludwig Höfler, der den Weg sozusagen freigekehrt hat für die neue Errungenschaft.

Skiclub Burggen

Auf „Paula“ folgt „Lena-Marisa“

Burggen - Die „alte Dame“ ist in die Jahre gekommen. Pistenraupe „Paula“ hat über 50 Jahre lang gute Arbeit geleistet für den Skiclub Burggen. Doch am Ende ihrer Karriere hat sie immer mehr aufgemuckt und ihren Dienst verweigert. Ein Lied darüber singen kann Willibald Geisenhof, der sie damals als „Mädchen“ vor der Verschrottung gerettet und sie in vielen Arbeitsstunden wieder salonfähig hingetüftelt hat.

Viel Herzblut hat vor einigen Jahren Willibald Geisenhof in die alte Pistenraupe gesteckt. Er hat aus einem Schrotthaufen ein Vorzeigestück geschaffen. Wie er erzählt, war die Raupe „Snow-Trac ST4“ der schwedischen Firma Westerasmaskiner schon 1972 bei den Olympischen Spielen in Sapporo im Einsatz. Danach tingelte sie von Piste zu Piste und ist auf vielen Umwegen in einer Scheune am Auerberg gelandet. Geisenhof sollte das Ding irgendwann entsorgen, entpuppte sich aber als Prinz und Retter.

Der ehemalige Eisrennfahrer und Tüftler Geisenhof hat mit „Paula“ viele Kilometer Loipe gespurt. Von Burggen aus Richtung Haslach hat er mit der knallrot lackierten Maschine für Skater und Klassiker die Strecke bestens präpariert. „Doch am Ende der vorletzten Saison war ich jeden Abend froh, wieder heil zuhause anzukommen“, erzählt Geisenhof. Immer wieder muckte der 34 PS VW-Käfer-Motor, oder ein anderes Teil gab seinen Geist auf. Das nervte.

Jetzt kommt Ludwig Höfler ins Spiel. Lange Jahre führte er in Burggen ein Baugeschäft, ist mit der Gemeinde praktisch verwurzelt. Höfler, selbst begeisterter Skilangläufer, kommen die Sorgen um „Paula“ zu Ohren. Er fährt seine Fühler in Richtung Ersatzstück aus und wird fündig.

Die Schongauer haben da eine Pistenraupe, die sie abstoßen wollen. Naja, der Zustand ist nicht mehr gerade unter „jungfräulich“ einzustufen, aber lockt geradezu den Tüftler Geisenhof. Quasi ein Klassiker für den alten Hasen in Sachen Eis, Schnee und Pistenraupen.

Der „Käsbohrer“ wechselt den Besitzer. Was jetzt auf Willibald zukommt, hätte er sich auch nicht träumen lassen. Alleine neun Rahmenbrüche hatte das gute „neue“ Stück. Eine Herausforderung an Willibalds Künste mit dem Schweißgerät. Auch alle Hydraulikschläuche muss er wechseln, von den Zusatzanfertigungen, die den Rahmen verstärken sollten, gar nicht zu sprechen. Geisenhof ist in seinem Element, schließlich hat ihm Höfler freie Hand gelassen und immer wieder den Geldbeutel geöffnet.

Wie schon bei „Paula“, hat hier Geisenhof wieder ein Prachtstück geschaffen. „Das war nur mit dem Sponsor möglich, der für die Ersatzteile nochmal so viel wie für die Raupe berappt hat“, schwärmt er.

„Lena-Marisa“ wird das neue Mädchen getauft. Woher der Name? Ganz einfach. Tüftler Geisenhof und Sponsor Höfler nehmen die Vornamen ihrer Enkeltöchter. Aus Magdalena und Marisa wird somit Lena-Marisa. Wie gut das neue Prachtstück spurt, können die Langläufer auf der Loipe testen. „Die Spur ist 1A, besser geht es nicht“, so der gemeinsame Tenor zweier Läufer, die ihre Ausrüstung im Pkw verstauen.

Geisenhof macht aber noch mehr: Temperatur, Schneebeschaffenheit, Sonneneinstrahlung, alles muss er miteinander abwägen. Dann erst drückt er auf die Tube. Von seinem Führerstand aus informiert Willibald die „gute Fee“ des Vereins Monika Kirchhofer. Sie formuliert dann alles Wichtige rund um die Loipe und hängt die Infos am Loipen-Start ans „Schwarze Brett“. Zirka vier Kilometer lang ist die kurze Strecke, sieben beträgt die lange Tour.

Eine wichtige Mitteilung hängt jetzt schon aus: Am kommenden Wochenende veranstaltet der Skiclub Burggen zwei Skater-Kurse. Beginn jeweils um 13.30 Uhr. Während der Samstag für Anfänger reserviert ist, kommen am Sonntag die alten Hasen auf ihre Kosten.

Hans-Helmut Herold

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