Bella Beckert, Schongauerin in den USA

Schongau - „Ich fühl mich schon fast wie ein Ami und gehe sogar schon in Jogginghose in die Schule.“ Das sagt eine junge Schongauerin: Bella Beckert (18) verbringt gerade ein High School-Jahr in McKinleyville in Kalifornien - und schreibt darüber in einem Internet-Blog.

Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Um 8.10 Uhr beginnt der Unterricht in der High School von McKinleyville, abends steht das Cheerleading-Training auf dem Programm. Die 18-jährige Schongauerin Bella Beckert ist fest im amerikanischen Leben angekommen. „Ich denke schon auf englisch“, sagt sie scherzhaft.

Mit dem Auslandsjahr hat sich Mia Bella Marie, wie sich richtig heißt, einen Traum erfüllt. „Etwa mit zwölf Jahren habe ich angefangen, amerikanische Filme mit High School, Cheerleading und so zu schauen“, erzählt sie via E-Mail, Facebook und Skype. „Und da habe ich mich entschlossen, dass ich das auch will.“

Gesagt, getan. Bella verbesserte sich in Englisch („früher habe ich das Fach gehasst, ich konnte und wollte keine Vokabeln lernen“) und überredete schließlich ihre Eltern („ich hab auf sie eingeredet, aber die haben immer nein gesagt“). In der Zwischenzeit hat Bella ihren Abschluss an der Mittelschule Schongau in der Tasche.

Plötzlich geht alles schnell: Eine Arbeitskollegin ihres Vaters hat Familie in den USA, unter anderem eine Nichte in Kalifornien. „Und die Kollegin meines Vaters hat dann Ende vergangenen Jahres ihre Nichte angerufen und gefragt; eine Woche später stand fest, ich kann nach Kalifornien“, blickt die Schongauerin zurück.

Was dann folgte, waren jede Menge Stress und Arbeit: „Ich empfehle jedem, der ein Auslandsjahr machen will: Geh’ zu einer Organisation, es erspart mega viel Arbeit und Geld.“ Aber weil man sich bei solchen Austausch-Organisationen ein Jahr im voraus anmelden muss, ging das bei Bella nicht. Daher musste sich sich - im ständigen Mail-Kontakt mit ihrer Gast-Mutter - selbst um die High School-Anmeldung und viele andere behördliche Dinge kümmern, ehe sie in München aufs Konsulat gehen konnte, um das Visum zu beantragen.

Und das wäre fast noch gescheitert, weil Bella und ihr Vater auf dem Weg nach München anderthalb Stunden im Stau standen. „Ich bin ausgeflippt und hab fast zum Heulen angefangen: Mein Flug geht in weniger als einem Monat, und ich verpass’ vielleicht den wichtigsten Termin in meinem Leben“, hat die 18-Jährige damals gedacht.

Mit viel Glück und jeder Menge Wartezeit bekam Bella schließlich ihr Visum. Drei Wochen später und nach jeder Menge Tränen beim Abschied am Flughafen („ich hab den ganzen Weg zum Flugzeug geweint“) ging das Abenteuer USA dann für Bella los.

Schon vorher hatte sie sich überlegt, Familie und Freunde mit einem Internet-Blog an ihrem neuen Leben teilhaben zu lassen. „Im Internet hab ich im Vorfeld viele Webseiten von Austauschschülern oder Au Pairs gefunden. Ich fand’s toll und hab mir auch gleich einen gemacht“, sagt sie. „Und ich glaube, der Blog kommt gut an, denn viele lesen ihn, außerdem bekomme ich viele E-Mails.“

Überhaupt helfen der Schongauerin die modernen Kommunikationsmittel, mit dem manchmal aufkommenden Heimweh klarzukommen. „Ich versuche, jeden Tag mit meinen Eltern und meiner Schwester zu skypen. Auf dem Handy habe ich zudem eine App, mit der ich über das Internet SMS in die ganze Welt schreiben kann“, führt sie stolz auf. „Ich bin tausende Kilometer von Zuhause entfernt, aber es fühlt sich echt nicht so an.“

In McKinleyville/Kalifornien, an der Westküste der USA nördlich von San Francisco, lebt Bella bei einer Gastfamilie mit zwei kleinen Kindern. „Nallia ist drei, Bryson sechs Jahre alt“, berichtet die 18-Jährige. Zugute kommt ihr in dem fremden Land ihre Leidenschaft fürs Tanzen: Sie ist in die Cheerleading-Mannschaft der Schule aufgenommen worden, in der USA eine Ehre. Das half ihr vor allem beim Schulanfang: „Es war gut, dass ich schon all die Cheerleader kannte, da habe ich mich nicht so allein gefühlt“, berichtet Bella Beckert. Als Fächer hat die 18-Jährige im letzten Jahr der High School Gesundheit und Computer, kreatives Schreiben, Politik, Architektur, Geschichte und Fotografie. „Geschichte und Politik sind die schwierigsten Fächer, weil da lauter Fachbegriffe drin sind, die nicht mal die amerikanischen Schüler verstehen“, schreibt Bella. „Also muss ich doppelt so gut aufpassen.“

Was Bella sonst noch alles erlebt hat, wo sie Weihnachten verbringt und wie ihre erste Schulparty verbracht hat, lesen in der Printausgabe der Schongauer Nachrichten

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