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Mensch und Hund ein eingespieltes Team: Marco Schulz unternimmt mit seinem 13-jährigen Husky gerne ausgiebige Bergwandertouren – aber nur nach sorgfältiger Planung und mit der richtigen Ausrüstung.

Vortrag beim Alpenverein

Bergtouren mit Hund genau planen

Schongau - Bergwandern mit Hunden wird immer beliebter. Tipps, was dabei zu beachten ist, hat kürzlich Experte Marco Schulz bei seinem Vortrag im Vereinsheim des Schongauer Alpenvereins gegeben.

Ohne gewissenhafte Vorbereitung sollten Wanderfreunde mit ihren Hunden nicht in die Berge gehen. Das gilt für die Ausrüstung ebenso wie für die körperlichen Voraussetzungen. Je länger, schwieriger und abgelegener die Route, desto besser muss sie geplant sein. Grundsätzlich, sagt Marco Schulz, könne mit jedem Hund ins Gebirge marschiert werden. Selbst bei einem Dackel sei das kein Problem, der könne notfalls im Rucksack über die Berge getragen werden. Schwieriger werde es, wenn der Vierbeiner zum Beispiel 38 Kilogramm wiegt – so wie der 13-jährige Husky von Marco Schulz. Dann geht’s um eine zweckmäßige Ausrüstung. „Das fängt schon mal bei Bodenschutz–Schuhen für die Pfoten an“, so Schulz. Hat sich der Hund an spitzen Steinen an einer Pfote verletzt, rät Schulz, auch die gegenüberliegende Pfote mit Bodenschutz-Schuhen zu versehen. „Wichtig ist des Weiteren ein Hunderucksack, ähnlich einer Fahrradsatteltasche, in dem das Futter entsprechend der Tourlänge für den vierbeinigen Bergkamerad verstaut werden kann.“ Dazu gehört auch das Dreipunktgeschirr mit Ösen, in die der Hunderucksack eingehängt werden kann sowie der Tragegriff mit Ring für die Leine. „Die Leine“, sagt der Wanderführer des Schongauer Alpenvereins, „ist ebenso wichtig wie der stets griffbereite Maulkorb. In Naturschutzgebieten ist beides Pflicht.“ Für besonders geeignet hält Schulz eine um den Bauch gebundene Rebschnur mit Karabinerhaken, in die die Leine eingehakt werden kann. Empfehlenswert sei aber auch eine Flexileine, die dem vierbeinigen Bergkamerad ganz einfach mehr Spielraum biete. Nicht vergessen dürften Herrchen oder Frauchen eine Schüssel für Futter und Wasser. „Die gibt es auch als aufblasbares Modell.“ Bei der zeitlichen Planung sollte berücksichtigt werden, dass eine Tour in Begleitung eines Hundes länger dauert. Schulz empfiehlt bei einer Tourlänge von vier Stunden unbedingt, eine „Schnuffelstunde“ mit einzuplanen. Nur so verliere der Hund nicht die Lust an ausgiebigen Touren. Bei allen Unternehmungen sollte man sich schon vor der Tour vergegenwärtigen, dass bei bestimmten Umständen auch ein Abbruch der Wanderung kein Tabu sein sollte. „Ein großer Teil der Unfälle in den Alpen geht auf schlechte oder gar keine Vorbereitung sowie auch auf Selbstüberschätzung zurück“, mahnte der Experte. Übrigens sollte man auf keinen Fall mit dem vierbeinigen Begleiter sofort ins Hochgebirge gehen. „Fangen Sie mit kleinen Touren in heimischen Gefilden an“, empfiehlt Marco Schulz.

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