Gemeinderat Bernbeuren

Beim Wasser der eigene Herr bleiben

Bernbeuren - Mit einem Grundsatzbeschluss haben die Bernbeurer Gemeinderäte jetzt klargestellt: „Beim Betrieb der gemeindlichen Wasserversorgung wollen wir unser eigener Herr bleiben.“

Wenn Geld knapp ist, muss so manches Projekt auf den Prüfstand. Da führt auch für die Gemeinde Bernbeuren kein Weg vorbei. Die Wasserversorgung ist gemäß Paragraph 50 des Wasserhaushaltsgesetzes eine Aufgabe der Daseinsvorsorge, wobei der Wasserbedarf der öffentlichen Versorgung vorrangig aus ortsnahen Wasservorkommen zu decken ist. Sollte dies nicht in ausreichender Menge und Güte vorhanden sein oder nicht mit vertretbarem Aufwand sichergestellt werden können, sind Alternativen in Betracht zu ziehen.

„Für die Gemeinde Bernbeuren kann die Wasserversorgung grundsätzlich aus ortsnahen Wasservorkommen gedeckt werden“, stellte Bürgermeister Martin Hinterbrandner bei der jüngsten Gemeinderatssitzung klar. Und er machte darüber hinaus noch deutlich: Um den Anforderungen der öffentlichen Daseinsvorsorge nachkommen zu können und hierbei insbesondere gewinnorientierten Marktinteressen keinen Raum zu bieten, sind für die Gemeinde Bernbeuren als Alternativen zum eigenständigen Auftreten bei der Wasserversorgung nur Betreibermodelle von Belang, die einen unmittelbaren Entscheidungseinfluss der Gemeinde beim jeweiligen Betreiber der Wasserversorgung garantieren.

Bei einem Verkauf der Wasserversorgung an einen Konzern könnte die Gemeinde zwar mit Konzessionszahlungen rechnen (ähnlich wie bei der Stromversorgung), sie hätte dann aber keinen Einfluss mehr auf den Betreiber.

Auch bei einem Wassereinkauf aus Rettenbach, Stötten oder Lechbruck hätte die Gemeinde Bernbeuren kein Mitspracherecht über die Höhe des Wasserpreises. Möglich wäre auch die Bildung eines Wasserzweckverbandes.

„Wir sollten nur Alternativen in Betracht ziehen, bei denen die Gemeinde mitreden und somit auch mitentscheiden kann“, so der Standpunkt des Bernbeurer Bürgermeisters.

Die Reaktionen folgten prompt: „Wir haben in Bernbeuren schon immer ein gutes Wasser gehabt. Und wir wollen autark bleiben“, sprach Alois Suiter seinen Gemeinderatskollegen aus der Seele. Die sehen das auch so, deshalb fiel der Grundsatzbeschluss zur gemeindlichen Wasserversorgung einstimmig aus.

mg

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