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Ein wichtiges Kriterium für das Weiterkommen beim Dorfwettbewerb ist die prachtvolle Gestaltung von Gärten. An ihrem herrlichen Pfarrgarten sind die Birkländer im Sommer 2014 sicher nicht gescheitert.

Gemeinderat Bernbeuren dagegen

Nein zu „Unser Dorf hat Zukunft“

Bernbeuren - „Unser Dorf hat Zukunft“ – davon geht Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner aus und hat deshalb eine Teilnahme am gleichnamigen Wettbewerb vorgeschlagen. Doch der Gemeinderat war einhellig dagegen.

Dass die Gemeinde Bernbeuren einiges zu bieten hat und sich nicht zu verstecken braucht, steht für Martin Hinterbrandner ohne Zweifel fest. Nachdem bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung der Aufruf ergangen ist, dass sich die Gemeinden am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ beteiligen sollten, hat sich der Bernbeurer Gemeindechef im Landratsamt eine Broschüre besorgt und sich die Bewertungskriterien einmal genauer angeschaut.

„Da stehen wir gar nicht so schlecht da und könnten beim Wettbewerb gut punkten“, ist Hinterbrandner überzeugt. Die Infrastruktur, der Haslacher See, der Römerweg, die Bildungseinrichtungen, das Vereinsleben sowie die sozialen und kulturellen Aktivitäten sind nur einige Punkte, die in Bernbeuren eigentlich gut funktionieren.

Deshalb sah Hinterbrandner durchaus Chancen, bei dem Wettbewerb (Anmeldeschluss 1. Juni) zumindest auf Kreis- und Bezirksebene gut abzuschneiden, „und dann bekommen wir schwarz auf weiß, dass unter Dorf echt gut ist“. Zudem erhoffte sich der Bürgermeister dadurch einen weiteren „Motivationsschub“ für den Ort. Außerdem koste die Teilnahme an dem Wettbewerb kein Geld, höchstens ein wenig Bürokratie, ließ Hinterbrandner die Gemeinderäte wissen.

„Wer kümmert sich um Wettbewerb?“

Doch die Ratsherren zeigten sich wenig begeistert. „Eine Teilnahme ist verfrüht, wir sind doch nirgends fertig“, verwies Alois Suiter auf die laufenden Baumaßnahmen wie Hochwasserschutz und Ausbau Füssener Straße. Sebastian Dreher sieht auch bei der Gastronomie Bedarf.

Auf den Punkt brachte es Gemeinderat Michael Hurm mit seinen Fragen: „Wer kümmert sich um den Wettbewerb? Wer fühlt sich berufen? Wer steigt ein? Da brauchen wir ein ganzes Team, und ich weiß nicht, wie viele Freiwillige es hierfür gibt!“

Gemeinderat Jakob Bißle hat in der Broschüre des Landratsamtes schnell mal nachgeblättert und entdeckt, dass die Bildung von Arbeitskreisen empfohlen wird. „Für einen Arbeitskreis brauchen wir Leute, die die Sache in die Hand nehmen“, gab zweiter Bürgermeister Markus Socher zu bedenken. „Also ist das Ganze doch mit Arbeit verbunden“, stellte Sebastian Dreher fest.

Nachdem das ehrenamtliche Engagement in Bernbeuren bisher schon auf einem hohen Niveau ist, wollen die Gemeinderäte den Ehrenamtlichen nicht noch mehr zumuten. Deshalb lehnten sie den Antrag des Bürgermeisters geschlossen ab.

PS: Oder hätte es Bürgermeister Hinterbrandner so machen sollen, wie Böbings Bürgermeister Peter Erhard geraten hat: Einfach anmelden und dem Gemeinderat hinterher Bescheid geben? Für Böbing hat sich die Teilnahme an dem Wettbewerb in jedem Fall gelohnt (Silbermedaille auf Bundesebene).

Michael Gretschmann

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