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Die Startnummer 223 trug das Siegerfahrzeug des letzten Auerbergrennens 1987, die Norton Manx wurde von Gebhard Strauß gefahren. Im Bild die Organisatoren der 1. Auerberg Klassik (v.li.): Hermann Köpf, Jürgen Zillenbiehler, Peter Hintermeyer, Christian Natzeder, Oliver Sprenzel und Claudius Knittel. Leider hatten nicht alle Anlieger ihre Flächen zur Verfügung gestellt, die Besucher können überall dort, wo die Bereiche im Streckenplan grün eingezeichnet sind, das Rennen verfolgen.

Am Wochenende

1. Auerberg Klassik Tage: Hunderte helfende Hände für Bergrennen

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Auf den Tag genau 50 Jahren nach dem ersten Auerbergrennen wird er stattfinden, der Gleichmäßigkeitswettbewerb der 1. Auerberg Klassik. Alle Vereine im Dorf und viele Motorrad- und Oldtimerfreunde aus der Umgebung sind am Wochenende dabei und helfen mit, dass die große Veranstaltung für Bernbeuren ein Erfolg wird.

Bernbeuren Seit Oktober laufen die Vorbereitungen für den zweitägigen Wettbewerb mit historischen Motorrädern samt Oldtimer-Treffen und Rahmenprogramm, nun kommt die Endphase, wo jede helfende Hand gebraucht wird. Allein rund 80 Helfer werden die Strecke absichern, so Hermann Köpf, Vorsitzender des Vereins Auerberg Klassik, den sieben Enthusiasten extra für diese Veranstaltung gegründet hatten (wir berichteten). Die Zahl der Mitwirkenden, ob nun als Kuchenbäckerin fürs Buffet oder als Platzeinweiser im Fahrerlager, gehen aber in die Hunderte, alle Vereine waren im Vorfeld angesprochen worden, ob sie sich nicht einbringen wollen – und es sind alle dabei. „Zwischen 300 und 350 Leute haben wir mobilisiert“, schätzt Köpf.

Die Startplätze waren ruckzuck vergeben

Was hinter den Kulissen dieser Großveranstaltung läuft, kann man gar nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen, allein das Absichern der Strecke ist eine Mammutaufgabe. Die ersten 600 Strohballen, die der MSC Steingaden ausgeliehen hat, wurden am Samstag abgeholt, am Mittwoch wurden diese an der Straße entlang aufgebaut, und der nächste Schwung war an der Reihe. „Das ganze Dorf hilft mit, es ist sicher auch eine Belastung, aber wir wollen auch, dass jeder etwas davon hat.“

Das Konzept, das den Gemeinderat und letztlich auch die Behörden überzeugte, hat bei den Teilnehmern sofort eingeschlagen. Rund einen Monat vor dem offiziellen Anmeldeschluss war bereits die maximale Teilnehmerzahl erreicht, 150 standen auf der Warteliste, doch bei insgesamt 173 Startern war dann Schluss. „Wir wollen erst mal sehen, ob es vom Platz her geht“, so Köpf, gestartet werden soll im 30-Sekunden-Takt. Die historischen Motorräder bis maximal Baujahr 1979 wurden in sechs Klassen eingeteilt, das älteste angemeldete Fahrzeug ist eine Guzzi Baujahr 1925. Ob die 198 Kubik einer Zündapp Baujahr 1950 oder die 1200 einer nur ein Jahr jüngeren Harley – diese beiden klassischen Motorräder starten in der gleichen Klasse. Denn Sieger ist nicht derjenige, der die Strecke auf den Auerberg am schnellsten zurücklegt, sondern die geringste Zeitdifferenz bei den beiden Wertungsfahrten am Sonntag aufweisen kann. Technische Hilfsmittel sind nicht erlaubt – der Tacho wird abgeklebt. Die beiden Probeläufe dafür sollen am Samstag stattfinden. „Der älteste angemeldete Fahrer ist übrigens 83 Jahre alt, der Jüngste hat erst seit Kurzem seinen Führerschein“, berichtet Köpf.

Nicht alle im Dorf sind begeistert

Nicht alle im Dorf hatten im Vorfeld die Begeisterung für die Veranstaltung geteilt. Davon zeugt ein Brief, der an alle Gemeinderäte wie auch die Schongauer Nachrichten ging – allerdings anonym. „Wir nehmen das zur Kenntnis, es ist aber immer schade, wenn sich die Leute nicht persönlich melden, so dass man drüber reden kann“, so Köpf. Ähnlich antwortet auch Oliver Sprenzel, der nicht nur Mitorganisator ist, sondern, wie Jürgen Zillenbiehler auch, Mitglied im Gemeinderat. „Das wird, da anonym, nicht kommentiert, sondern gelocht und abgeheftet.“

Auch nicht jeder Landwirt hat für das Rennwochenende seine Flächen entlang der Strecke auf den Auerberg zur Verfügung gestellt. Daher haben die Veranstalter nun spezielle Flächen ausgewiesen, von denen aus die Zuschauer in Ruhe das Bergrennen der historischen Motorräder verfolgen können. „Wir hatten die Wahl, die Veranstaltung nicht durchzuführen, oder eben mit gewissen Einschränkungen“, erläutert Köpf, der darauf verweist, dass von der Einhaltung aller Auflagen natürlich auch der Fortbestand der Klassik Tage abhängt.

Im Gegensatz zu den ehemaligen Auerbergrennen von 1967 bis 1987, an dem auch Autos teilnehmen durften, ist das Fahrerlager nicht am Fuße des Auerbergs, sondern direkt an der Auerberghalle. Dort ist bereits am Freitag die technische Abnahme der Fahrzeuge. Jeweils am Samstagvormittag und am Sonntagvormittag werden die Motorräder dann im Pulk zum Start für den ersten Trainingslauf bzw. Wertungslauf um 10 Uhr gebracht. In dieser Zeit – ebenso wie abends für den Weg zurück zur Auerberghalle – kommt es zu einer kurzen Verkehrsbehinderung in Bernbeuren.

Das Programm

Die 1. Auerberg Klassik Tage sind für Samstag und Sonntag, 16./17. September geplant. Am Samstag sind die Trainingsläufe auf den Auerberg jeweils um 10 Uhr und um 14 Uhr, am Sonntag zur gleichen Zeit die Wertungsläufe. Siegerehrung am Sonntag um 17 Uhr in der Auerberghalle. Die Attraktion ist aber nicht allein das Bergrennen mit den historischen Motorrädern, die Veranstalter möchten die Besucher auf eine historische Zeitreise schicken. Gewünscht wird, dass alle Beteiligten, die Teilnehmer und natürlich auch die Besucher in zeitgerechter Kleidung zwischen den 1920er und 70er Jahren kommen. Während des gesamten Wochenendes läuft der „Best-Dressed Wettbewerb“, der Blick in Omas Kleiderschrank lohnt sich also. Preisverleihung ist ebenfalls am Sonntag ab 17 Uhr. Für Oldtimerfans ist ein großes Extra geboten: Rund um den Marktplatz von Bernbeuren, wo auch für das leibliche Wohl gesorgt wird, gibt es eine große Oldtimerausstellung. Sowohl private Autos und Fahrzeuge sind zu sehen als auch Ausstellungsfahrzeuge aus dem BMW-Museum und dem Motorsportmuseum Hockenheimring. Am Samstagabend gibt es außerdem in der Auerberghalle die passende Musik mit den „Red Stixx“ und „The Swinging Cotelettes“ (ab 19 Uhr). Auch Besucher können mit ihren historischen Fahrzeugen (älter als Baujahr 1979 oder mit H-Kennzeichen) kommen. Nähere Infos zu den Auerberg Klassik Tagen im Internet unter www.auerberg-klassik.de

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