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Ehre, wem Ehre gebührt: Die Vorstandschaft der Bernbeurer Feuerwehr mit (von links) Markus Gast, Sebastian Hipp, Christian Kraut und Andreas Kraut ernannten mi t (von rechts) Bürgermeister Martin Hinterbrandner, zweitem Kommandant Andreas Weiher, Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta und Kommandant Peter Egner, Erich Kraut (5. v. l.) und Josef Dempfle (6. v. l.) zu Ehrenkommandanten und verliehen Hermann Kleber (5. v. r.) eine Ehrenurkunde für besondere Verdienste für den Verein.

150 Jahre Feuerwehr Bernbeuren

Im Krieg mussten die Frauen löschen

Der Startschuss ist gefallen zu den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Bernbeuren. Beim Festakt in der Auerberghalle wurde deutlich, welch hohen Stellenwert die Feuerwehr im Dorf und bei den Menschen hat.

Bernbeuren – Ein Blick in die Historie gehört bei jedem Jubiläum dazu: Bernbeurens Feuerwehr-Kommandant Peter Egner hat ebenso wie Schriftführer Markus Gast die vergangenen 150 Jahre der Feuerwehr in Erinnerung gerufen. „Steigender Bürokratismus, aufwendige Dokumentationspflichten, technische Neuerungen und ein Wandel in der Art der Einsätze erfordern viel Zeit, Engagement und stetige Fortbildung, um dies alles gewissenhaft und gefahrlos meistern zu können“, sagte der Kommandant.

Egner betonte, dass es in einer so langen Zeit nicht selbstverständlich war, immer genügend Leute für diesen freiwilligen, ehrenamtlichen Dienst zu finden. Der Kommandant dankte zudem seinen Feuerwehrkameraden, die mit so viel Übungsfleiß dabei seien. „Denn ohne Indianer ist ein Häuptling gar nichts.“

Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner betrachtete die Feuerwehr nicht nur als kommunale Pflichtaufgabe, sondern freute sich, dass man „die Feuerwehrvereine in der Mitte des 19. Jahrhunderts wohl als das erste bürgerschaftliche Engagement bezeichnen könnte“.

Der scheidende Pfarrer Joachim Schnitzer bedankte sich in seinen Grußworten für die 24 Jahre seiner Dienstzeit, in denen „die Feuerwehr immer dein Freund und Helfer war und bei kirchlichen Festen teilgenommen und für den sicheren Ablauf gesorgt hat“.

Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta gratulierte im Namen der Inspektion und aller Feuerwehren im Landkreis, die stolz seien, die Bernbeurer in ihren Reihen zu haben.

Einen kurzen Abriss der Vereinschronik gab anschließend Schriftführer Markus Gast, der von der Gründung 1868 über die damalige Organisation in Rotten als Steiger, Spritzmänner und Ordnungsmänner sowie der Anschaffung der ersten Motorspritze im Jahr 1925 erzählte. In den Weltkriegsjahren wurden wegen Mangels an Männern zwei Frauenlöschgruppen gebildet.

Unter Kommandant Walter Kraut senior sei technisch aufgerüstet worden, und mit der Stationierung eines Bundfahrzeuges des Katastrophenschutzes konnten rund 70 Bernbeurer ihren Wehrersatzdienst beim Katastrophenschutz ableisten. Weiterer Meilenstein war in den Jahren 1980/81 der Bau des neuen Feuerwehrhauses mit einer Bausumme von rund 1,1 Millionen Mark.

Wenn man Geburtstag hat, dann gibt es auch Geschenke: Die anderen Bernbeurer Vereine haben für eine Spende zusammengelegt und diese beim Festakt an die Feuerwehr übergeben. Auch von den Nachbarwehren gab es Glückwünsche und Präsente. Die Feuerwehr Urspring bedankte sich für die Patenschaft für ihre Vereinsfahne im Jahr 1899 und überreichte einen Floßfahrt-Gutschein. Das gleiche dachten sich auch die Kameraden aus Lechbruck, wobei Albert Kienberger und Florian Zaremski außerdem Auszüge aus der Lechbrucker Vereinschronik dabei hatten.

Denn: Die Aufzeichnungen der Bernbeurer sind von den Besatzern nach dem Zweiten Weltkrieg vernichtet worden. Umso erfreuter waren daher die Jubilare über die Dokumente, in denen auch Einsätze aus der früheren Zeit auf Bernbeurer Gemeindegebiet beschrieben sind. Eine Uhr aus Edelstahl mit dem Heiligen Florian haben die Rettenbacher Feuerwehrler nach Bernbeuren mitgebracht.

Im Anschluss ging Vorsitzender Christian Kraut noch auf das Programm des Festwochenendes vom 13. bis 15. Juli ein und gab die Zahl von rund 1000 Zugteilnehmern für den Festumzug am Sonntag bekannt.

Kathrin Zillenbiehler

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