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Vele Träume in Rot waren bei der Schau der alten Feuerwehrfahrzeuge zu bewundern. Die meisten gehören Feuerwehrvereinen.

150 Jahre Feuerwehr Bernbeuren

Ein Jubiläum für alle

Mit einem bunten Programm, bei dem für alle Altersklassen etwas geboten war, endeten die Feierlichkeiten anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr Bernbeuren gestern. Viele Helfer und Mitglieder der Feuerwehr sorgten dafür, dass das Jubiläumswochenende noch lange in Erinnerung bleibt.

Bernbeuren Vollgepackt mit Programm waren die Festtage der Feuerwehr Bernbeuren, die durch die fleißigen Hände der Mitglieder, aber auch ganz vieler Helfer aus dem Dorf zu einem unvergesslichen Jubiläum wurden. Die Besucherzahlen waren insbesondere am Familiennachmittag sehr gut, was man auch im Korb des 48 Tonnen schweren Kranwagens der Feuerwehr Garmisch aus der Luft sehen konnte.

Auf dem Festgelände tummelten sich die Besucher bei den Oldtimern, den Ausstellern oder bei der historischen Schauübung auf dem Sportplatz. Die Wehren aus Urspring, Steingaden, Lauterbach, sowie Prem warfen sich dazu in alte Uniformen und holten historische Gerätschaften aus ihrem Dornröschenschlaf. Ein Highlight war dabei auch die gut elf Meter hohe Drehleiter der Premer, die per Hand ausgefahren werden musste. Mit Holzfässern wurde für eine stetige Wasservorrat in den Trögen gesorgt, wo die Pumpen das Löschwasser ansaugten. Bei den Zuschauern kam die Brandbekämpfung von anno dazumal hervorragend an.

Weiter ging es auf dem Parkplatz der Auerberghalle, wo es verschiedene Aktionen gab. Eine Attraktion für Fans von allem Alten war auch das Oldtimertreffen mit 307 Fahrzeugen – darunter 27 Feuerwehrfahrzeuge, zwei Drehleitern, 205 Traktoren, 39 Autos und 35 Motorräder.

Bei den Feuerwehrfahrzeugen handelte es sich großteils um ausgemusterte, aber liebevoll gepflegten Gefährte, die meist noch im Besitz der Feuerwehr-Vereine sind. Die Rundfahrt in der Gemeinde war mit den Sirenen und Hupen schon von weitem zu hören und dauerte bei so vielen Teilnehmern eine ganze Weile.

Der Stimmungsabend mit der Musikkapelle Bernbeuren bescherte dem Verein dann ebenfalls ein voll besetztes 1000-Mann-Zelt. In den drei verschiedenen Gaudi-Wettkämpfen ging es darum, Hydrantenkegel mit geworfenen, ausrollenden Schläuchen umzukegeln, zu zweit einen Saugschlauch mit ausgestrecktem Arm möglichst lange in der Luft zu halten und mit zwei 25 Kilo schweren Schaummittelkanistern möglichst viele Bahnen zu schaffen. Die Nachbarwehren kämpften hart und am Ende gab es für alle einen Pokal.

Ganzes Wochenende wird Feuerwehr Bernbeuren gewidmet, die 150 Jahre feiert

Der Sonntag begann bereits zeitig mit einem festlichen Kirchenzug und 29 Fahnenabordnungen zur Pfarrkirche St. Nikolaus. Pfarrer Joachim Schnitzer erinnerte an den Heiligen Florian als Schutzpatron der Feuerwehr, der bis zum Tod für seinen Glauben einstand und für andere da war. Der Geistliche lobte die Bernbeurer Feuerwehrler als „Pfundskerle“ für ihr umfangreiches Festprogramm und die damit verbundene Organisation.

Die restaurierte Vereinsfahne von 1979 wurde in der Messe erneut geweiht und am Marktplatz wartete das neue Tragkraftspritzenfahrzeug auf seine Segnung. Das Fahrgestell ist ein Ford Transit, dazu kam der Aufbau der Firma Compoint plus einer neuen Pumpe der Marke „Rosenbauer Fox 4“ und weiterem Zubehör. Die Kosten betrugen rund 75 000 Euro, welche von der Gemeinde, dem Verein und durch Zuschüsse gestemmt wurden.

Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer ging nach der Segnung noch kurz auf 150 Jahre Feuerwehr ein. „Die Kameradschaft ist in dieser langen Zeit gleich geblieben, aber die Einsätze und die technischen Voraussetzungen haben sich grundlegend geändert.“

Mit Blasmusik ging es zurück ins Zelt, wo die Musikapelle Burggen bereits in den Startlöchern für die Unterhaltung während des Frühschoppens stand. Der Festzug mit 55 Nummern wurde von den Bernbeurer Vorreitern samt Standarte angeführt. Für die Feuerwehrgruppen, 14 Festwägen, sieben Musikkapellen und zahlreichen Ortsvereine ging es durch die Gemeinde.

Das Publikum an den Straßenrändern hätte mehr sein können, dafür war das Zelt dann während der Übertragung des WM-Finales auf Großbildleinwand und beim Festausklang mit der Musikkapelle Rettenbach wieder zufriedenstellend gefüllt. Die Feuerwehr darf stolz auf ein arbeitsintensives und rundum gelungenes Jubiläumswochenende zurückblicken.

Kathrin Zillenbiehler

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