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Die statische Sanierung des Dachs steht an, in ein paar Tagen wird die Auerbergkirche komplett eingerüstet.

Schließung bis Oktober

Auerbergkirche: Arbeiten haben begonnen

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Seit ein paar Tagen ist die Auerbergkirche gesperrt. Mit kleinen Verzögerungen haben die Arbeiten an St. Georg begonnen. Am Freitag wird der Kran aufgestellt, in den Tagen darauf die gesamte Kirche eingerüstet. Architekt Manfred Ullmann hofft, dass alles bis Ende Oktober fertig wird.

Bernbeuren – Das Wahrzeichen von Bernbeuren auf dem Auerberg einen ganzen Sommer über geschlossen? Dies ist wegen der umfangreichen Sanierungsarbeiten unumgänglich. Mit Erdarbeiten für die Trockenlegung des Fundaments hat eine Baufirma bereits begonnen. „Da ist noch eine alte Drainage drin aus den 70er Jahren“, weiß Architekt Manfred Ullmann. Das sind aber eher die kleineren Sorgen. „Wir machen da oben ganz wilde Sachen“, lacht Ullmann. Für die Neueindeckung des Dachs muss ein Kran aufgestellt werden. Einfach wird dies nicht. „Die Auerbergkirche hat eine exponierte Lage, ist die höchste Erhebung vor der Alpenkette“, so der Burggener, der nur zu gut weiß, dass man dort oben mit dem Wetter immer rechnen muss, vor allem mit dem Wind. „Bei Starkwind müssen wir den Baubetrieb einstellen.“ Die Zeit ist knapp, und schon den Baubeginn haben die Schneetage Ende April verzögert – ursprünglich hätte es nach dem Georgiritt losgehen sollen.

Zu tun gibt es eine Menge: Sobald die ganze Kirche eingerüstet ist, können die Zimmerer beginnen. Denn das gesamte Dach wird erneuert. Im Dachstuhl gibt es Faulholzstellen, die ausgebessert werden müssen. Auch ist das Dachgebälk über dem Chor leicht abgesackt. „Die Balken geben nach und drücken auf die Mauern“, erläutert Ullmann. „Das wird nun stabilsiert, damit der Chor nicht einstürzt.“

Eingerüstet wird die Kirche übrigens auch innen: Arbeiten an der Holzkassettendecke stehen an, die im Randbereich Feuchtschäden aufweist. Auch die Balkenauflager an der Empore sind außen weggefault. „Sie liegen derzeit auf dem Außenmauerwerk auf; irgendwann würde die Empore einstürzen“, so der Architekt. Nicht zuletzt wird Hand an den Turm gelegt. Dort müssen neue Träger eingezogen werden. „Wir sanieren alles, was statisch notwendig ist und hoffen, dass es über ein paar Generationen hinweg weniger Wartungsaufwand gibt.“

Dies hofft auch Bernbeurens Pfarrer Joachim Schnitzer. „Ich bin heilfroh, dass wir das heuer machen dürfen.“ Vor allem die Einschalung des Daches ist ihm wichtig. „Dort oben gibt es Orkanböen, die den Schnee seitlich zwischen den Dachplatten reinblasen, nicht umsonst sind mindestens die Hälfte aller Dachpfetten angefault – ausgerechnet dort, wo es eine große Last zu tragen gibt“, spricht auch Schnitzer von der Einsturzgefahr für das Tonnengewölbe über Hauptaltar und Volksaltar. Die Auerbergkirche soll wieder in vollem Glanz erstrahlen, außen, wenn das Geld reicht auch innen, neu geweißelt werden, eine neue Türe bekommen. „Das kostet sein Geld, aber das sind wir den Gläubigen, die ja alle ihre Anliegen haben, schuldig.“

Das Kirchenfundament muss trockengelegt werden.

Die Kosten für die gesamte Baumaßnahme sind enorm, bestätigt Kirchenpfleger Wendelin Schleich. Nach der jüngsten Kostenberechnung kommen rund 590 000 Euro zusammen. Allein 260 000 Euro sind für Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten eingeplant, für Malerarbeiten rund 40 000 Euro, die Gerüstbauarbeiten sind mit 55 000 Euro veranschlagt. Den Löwenanteil der Baukosten trägt die Diözese Augsburg (rund 354 000 Euro). Auch die Gemeinden tragen die Kosten mit. Anträge für Spendengelder des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, des Bezirks Oberbayern und der Bayerischen Landesstiftung laufen. Trotz weiterer privater Spenden bleiben für die Kirchenstiftung laut Pfarrer Schnitzer noch mindestens 120 000 Euro. Plus die Vorfinanzierung, wie Schleich weiß. Spenden für die Renovierung sind daher natürlich jederzeit willkommen.

Was sich in jedem Fall in der Statistik von Bernbeuren niederschlagen wird: Durch die Kirchenrenovierung finden natürlich heuer auch keine Trauungen auf dem Auerberg statt. 20 bis 30 Hochzeiten sind dies jährlich, viele von auswärts. Betroffen von der Schließung der Kirche und der Baustelle direkt vor der Türe und der wegfallenden Feierlichkeiten ist natürlich auch der Panorama-Gasthof auf dem Auerberg. Umso mehr lobt Architekt Ullmann die Zusammenarbeit mit Wirtin Eike Weissinger: „Einbußen müssen alle hinnehmen, aber wenn alle mitspielen, kriegen wir das hin.“

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