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Umfangreicher als geplant sind die Arbeiten an der Kirche St. Georg auf dem Auerberg.

Auerbergkirche Sanierung

Erst sollen Kirche und Landkreis zahlen

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Wie berichtet, wird die Sanierung der Auerbergkirche deutlich teurer. Zwar liegen noch keine Zahlen vor, aber die Kostenerhöhung könnte sechsstellig werden. Dennoch gibt es erst einmal seitens der Gemeinde nicht mehr Geld. Zuvor sollen andere Stellen, darunter auch der Landkreis, aktiv werden. Und die Kirche selbst. Kritik gab es auch an der Sanierungsplanung.

BernbeurenDie Arbeiten an der Kirche St. Georg, dem Wahrzeichen von Bernbeuren am Auerberg, sind noch immer im vollen Gange. Weil sich jedoch erst nach und nach herausgestellt hatte, wie marode vor allem die Holzträger am Gemäuer wirklich sind, sind die Sanierungsmaßnahmen schon jetzt viel umfangreicher als angenommen (wir berichteten). Architekt Manfred Ullmannn sitze derzeit noch an den Zahlen, berichtete Vizebürgermeister Markus Socher, gleichzeitig Mitglied der Kirchenverwaltung von Bernbeuren in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Diese werde man jedoch frühestens veröffentlichen können, wenn auch Pfarrer Joachim Schnitzer aus seiner Kur zurück ist. Bürgermeister Martin Hinterbrandner: „Das soll ja den Kurerfolg nicht gefährden.“

Klar ist schon jetzt, dass es sich um einen großen Betrag handelt. Eine Erhöhung des Zuschusses für die Sanierung lehnte der Gemeinderat jedoch ab, und zwar einstimmig. Im vergangenen Herbst hatte man 35 000 Euro in den Haushaltsentwurf eingestellt. Damals war man dem Wunsch der Kirchenstiftung auf zehn Prozent der Baukosten nicht nachgekommen – auch wegen der angespannten Haushaltslage. Der erneute Zuschussantrag war dann Grundlage für einige Kritikpunkte. Hinterbrandner hinterfragte, welche Beträge denn andere Stellen eingeplant hätten, bisher sei etwa weder bekannt, welche Summe tatsächlich vom Landkreis eingeplant werden könne und welche seitens der Landesstiftung. Seitens des Landkreises standen im vergangenen Jahr gerade einmal 5000 Euro im Raum. Hinterbrandner: „Ich habe damals schon bemängelt, dass das zu wenig ist – schließlich handelt es sich um die Auerbergkirche, mit der der Pfaffenwinkel-Tourismus auch wirbt, und die weit über Bernbeuren hinaus bekannt ist.“ Hinterbrandner empfahl der Kirchenstiftung, „selbstbewusst an mögliche Fördergeldgeber heranzugehen“.

Wenig Gefallen fand der Vorschlag Alois Suiters, dass die Gemeinde die Kosten für die Aussichtsplattform tragen solle, unter anderem sei derzeit dieser Betrag zu schwer einzuschätzen. Gemeinderat Jürgen Zillenbiehler hinterfragte, warum es überhaupt zu einer großen Erhöhung der Baukosten komme und kritisierte die Fachleute: „Wofür brauche ich dann einen Architekten und einen Statiker.“ Auf rund 540 000 Euro, dann 590 000 Euro beliefen sich damals erste Kostenberechnungen (Artikel).

Im Februar hieß es noch, dass 60 Prozent der Gesamtkosten die Diözese Augsburg trägt. Insgesamt zu wenig, befand Zillenbiehler. „Die Kirche hat verdammt viel Geld, ich hätte gerne eine Begründung der Diözese gehört, warum sie so wenig zahlen.“ Wenn hohe Baukostenzuschüsse seitens der Kommunen gezahlt würden, wälze man letztlich alles auf die Bürger ab, die das Bauwerk dann wiederum über Umlagen mitfinanzierten. Gemeinderat Oliver Sprenzel stieß ins gleiche Horn und bezifferte die Vermögenssumme der Kirche (laut Wikipedia) auf 270 Milliarden Euro. „Diese Institution ist extrem reich.“ Im Gegensatz dazu er erinnerte er die Ratskollegen an die Diskussion, die Auerbergkirche unter der Woche nicht mehr anzustrahlen, weil sich die Gemeinde die Stromkosten hierfür nicht mehr leisten könne. Sprenzel: „Wir haben bereits festgelegt, dass wir die Sanierung unterstützen – in nicht geringem Anteil. Ich bin gegen eine weitere Erhöhung des Zuschusses.“

Der Gemeinderat stellte die Entscheidung über den Antrag zurück.

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