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Stand heute an der Auerbergkirche: Die Schäden im Dachstuhl sind umfangreicher, als ursprünglich gedacht. Aus diesem Grund muss das Gotteshaus auf dem Auerberg voraussichtlich bis Mai 2018 gesperrt bleiben. 

Aufwendige Arbeiten an der Auerbergkirche

Dachstuhl der Auerbergkirche war kurz vor dem Einsturz

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Die Arbeiten an der Auerbergkirche St. Georg werden deutlich umfangreicher, als ursprünglich geplant. Das ganze Ausmaß der Schäden hatte sich erst gezeigt, als das Dach abgedeckt war. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Kostenrahmen nicht eingehalten werden kann. Voraussichtlich bleibt die Kirche bis mindestens Mai 2018 gesperrt.

Bernbeuren – Seit Mai dieses Jahres ist das Wahrzeichen auf dem Auerberg gesperrt, ursprünglich hatte man für die Sanierung bis Ende Oktober veranschlagt. Doch bereits nach dem Abdecken des Daches war klar, dass die Arbeiten deutlich umfangreicher werden. Wie Kirchenpfleger Wendelin Schleich und Architekt Manfred Ullmann erläutern, hat dies diverse Gründe. Hauptursache ist jedoch das marode Holzgebälk: Zwischen 60 und 80 Prozent des Holzes müssen ersetzt werden. „Der Dachstuhl war langsam am Zusammensacken, fast jeder Balken, jeder Knoten in diesem Bereich ist unbrauchbar oder verfault“, beschreibt es Ullmann, Dadurch habe es auch enorme Belastungen auf den Chorbereich gegeben. Da heißt es, mit besonders viel Fingerspitzengefühl zu arbeiten. „Es wird vorgegangen wie ein Operateur, es wird Stück für Stück entfernt und ersetzt, sonst bricht die ganze Hütte zusammen.“ Ullmann lobt in diesem Zusammenhang die Zimmerei Hölzle aus Erkheim. Spenglerarbeiten übernimmt die Firma Dreher aus Bernbeuren.

Das Dach am Kirchenschiff wird derzeit fertiggestellt, auch Holzschindeln an der Westfassade und am Turm werden ersetzt, das Turmdach hergerichtet. Ebenfalls auf dem Plan stehe das Dach im Eingangsbereich über dem kleinen Vorbau, so Schleich. Das vordere Dach über dem Chorraum wird wohl erst nach dem Winter in Angriff genommen, ebenso wie Restarbeiten an der Fassade. Für den Anstrich ist es wohl schon zu kalt.

Was ebenfalls unvorhersehbar gewesen sei: Auch die Aussichtsplattform musste komplett abgebaut werden. „Die rund 100 Jahre alte Tragkonstruktion aus Holz war marode, die Holzabstützung durch Feuchtigkeit massiv geschädigt“, so Schleich. Die Holzkonstruktion habe nur noch in sich zusammengehalten, beschreibt es Ullmann. Die Aussichtsplattform soll nach der Eindeckung des darunterliegenden Dachs mit einer neuen Eisenträgerkonstruktion wieder angebracht werden. Der Uhr und das Glockenwerk nimmt sich die Firma Perner aus Passau an.

Einen Zeitrahmen für die Wiedereröffnung zu nennen, ist nicht so einfach. Zwar gehen sowohl der Kirchenpfleger als auch der Architekt davon aus, dass man im Kircheninneren den Winter über noch einiges schaffen kann. So wird derzeit etwa die Holzkassettendecke saniert und neu gesichert, wofür zwei Bernbeurer Schreiner – die Firmen Romberg und Kraut – zusammenarbeiten. Aber Prognosen für die Außenarbeiten sind schwerlich zu tätigen, zu unwägbar sind die Wetterverhältnisse. Allein starke Winde verzögern die Arbeiten immer wieder. Ullmann hat ausgehandelt, dass der Kran über den Winter stehenbleiben kann – zu aufwendig wäre auch der Ab- und wieder Aufbau. Und am Gerüst wird nur teilweise etwas abgetragen, damit der zu erwartende schwere Schnee dieses nicht zum Einsturz bringt. Im Kircheninnenraum soll das Gerüst schon eher abgebaut werden, sodass ab Mai/Juni wieder Gottesdienste und Hochzeiten gefeiert werden können. Ullmann schätzt, dass bis Ende Juli 2018 alle Arbeiten beendet sein könnten.

Was die Kosten anbelangt, ist schon heute klar, dass der Voranschlag von rund 600 000 Euro nicht eingehalten werden kann. Zu viele Details waren im Vorfeld noch nicht absehbar. „Bis Ende des Jahres soll ein Nachtragshaushalt erstellt werden“, erläutert Schleich. Hierzu muss Ullmann nun weitere Kostenberechnungen anstellen.

Wie hoch diese ausfallen könnten? Schleich: „Darüber kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur Vermutungen anstellen, aber nichts Seriöses sagen.“ Bisher sind Zuwendungen in Höhe von über 20 000 Euro bei der Katholischen Kirchenstiftung Bernbeuren eingegangen. Da der Eigenanteil der Pfarrei steigt, werden gerne weitere Spenden angenommen.

Info: Die Konten der Kirchenstiftung für Spenden: Raiffeisenbank Pfaffenwinkel (IBAN DE61 7016 9509 0003 2262 55) und Kreissparkasse Schongau (IBAN DE79 7345 1450 0036 2262 31).

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