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Aus Dorfgebiet wird Mischgebiet

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Die Gemeinderäte von Bernbeuren haben beschlossen, den Bebauungsplan Schnitzer (mit integriertem Grünordnungsplan) ein zweites Mal auszulegen – in geänderter Fassung. Wichtigste Änderung: Statt eines Dorfgebiets wird ein Mischgebiet ausgewiesen.

Bernbeuren – „Die Zukunft ist uns wichtiger als der Denkmalerhalt“, stellte Bürgermeister Martin Hinterbrandner bei der erneuten Beratung im Gemeinderat fest. Das heißt, die Bernbeurer legen Wert auf eine gute Nahversorgung. Dies soll mit einem Einkaufsmarkt auf dem Schnitzer-Areal gewährleistet werden. „Einen besseren Standort haben wird nicht“, so Hinterbrandner.

Eine Abrissgenehmigung für das alte Ökonomiegebäude ist angeblich möglich. Diesbezüglich hat sich die Gemeinde denkmalschutzrechtlich beraten lassen. Mit der Ausweisung des Baugebiets als Mischgebiet verspricht man sich bessere Chancen für eine Genehmigung. Die in einem Mischgebiet ausnahmsweise zulässigen Vergnügungsstätten will man allerdings ausschließen.

Innerhalb der im Bebauungsplan gekennzeichneten Sichtflächen dürfen außer Zäunen neue Hochbauten nicht errichtet werden; Walle, Sichtschutzzäune, Anpflanzungen aller Art und Zäune sowie Stapel, Haufen u. ä. mit dem Grundstück nicht fest verbundene Gegenstände dürfen nicht angelegt werden, wenn sie sich mehr als 80 Zentimeter über die Fahrbahnebene erheben.

Da eine Ansiedlung von gebäudebrütenden Tierarten im Frühjahr nie ausgeschlossen werden kann, soll der Abriss außerhalb der Brutzeit erfolgen, oder – falls dies nicht möglich ist – durch eine Kontrolle vor dem Abriss sichergestellt werden, dass keine Tierarten, die sich kurzfristig angesiedelt haben, betroffen sind.

Große Bürgerbeteiligung erwünscht 

Die Gestaltung des geplanten Verbrauchermarkts soll sich an dem ehemaligen Ökonomiegebäude orientieren. Als Fassaden sind eine Verkleidung in Holz oder Holzwerkstoff sowie verputzte Flächen vorzusehen. Eine in Teilflächen farbige Gliederung ist bis zu 20 Prozent der gesamten jeweiligen Wandfläche zulässig.

Für das Gebäude der ehemaligen Gaststätte ist in der weiteren Planung ein Gutachten zu erstellen, dass die Einhaltung der im Schallgutachten festgesetzten Werte belegt. Außerdem sind zwei Sommer-Linden (Tilia platyphyllos) als Dorflinden zu pflanzen.

Bei der erneuten Auslegung des Planes hoffen Bürgermeister und Gemeinderäte auf eine große Bürgerbeteiligung – und viele positive Äußerungen. „Das wäre eine Unterstützung für uns“, sagte zweiter Bürgermeister Markus Socher. Denn vom Landratsamt hatte die Gemeinde bisher noch keine 100-prozentige Rückendeckung, wie Bürgermeister Martin Hinterbrandner andeutete.

Michael Gretschmann

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