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Das landwirtschaftliche Gebäude im Bernbeurer Postweg wird bis auf einen kleinen Teil abgerissen. Eine Sanierung lohnt sich nicht.

Aus dem Gemeinderat

Barrierefreies Vorzeigeprojekt für Bernbeuren

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Ein barrierefreies Mehrfamilienhaus soll im Postweg in Bernbeuren entstehen. Das Projekt wurde in der jüngsten Sitzung des Bernbeurer Gemeinderats als Vorzeigemodell in den höchsten Tönen gelobt. „Wenn das fertig ist, mache ich Fotos und gebe sie an das Amt für Ländliche Entwicklung“, versprach Bürgermeister Martin Hinterbrandner.

Bernbeuren – Derzeit steht im Bernbeurer Postweg ein ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude, das schon lange verwaist ist und dessen Bausubstanz derart marode ist, dass eine Sanierung nicht lohnt. An gleicher Stelle soll nun in etwa gleicher Größe ein vom Erdgeschoss bis ins Dach barrierefreies Mehrfamilienhaus entstehen, der Altbestand wird bis auf einen kleinen Teil abgerissen. Nach den Plänen eines privaten Investors aus dem Ort wird das bestehende Austragshaus generalsaniert und mit in das Gesamtprojekt eingefügt.

Wie Bürgermeister Martin Hinterbrandner in der Sitzung ausführte, liegt das Grundstück im Bereich des gültigen Bebauungsplans Ortskern II. Nach dem alten Bebauungsplan dürften im Postweg aktuell nur sechs Wohneinheiten entstehen, geplant sind nun aber 14, also mehr als doppelt so viel. Trotzdem kein Problem. Denn die Gemeinde hatte vor mehr als zwei Jahren beschlossen, den Bernbeurer Ortskern Stück für Stück neu zu überplanen und den Bebauungsplan Ortskern II-Nord aufzustellen. Zwar ist der neue Bebauungsplan noch nicht in Kraft getreten. Aber das Vorhaben geht genau in die Richtung, die sich der Gemeinderat damals vorgestellt hat: Den Ortskern verdichten, mehr Wohnraum schaffen speziell auch für einzelne Personen und Senioren, weiteren Leerstand vermeiden. Kurz: Das Herz des Dorfes lebendig halten.

„Der Architekt war Ende des Jahres zu einer Vorbesprechung im Rathaus und hat genau nach diesen Grundlagen die Pläne erstellt“, so der Bürgermeister. Eine Wohneinheit entsteht in dem dann grundsanierten Austragshaus. Das neu errichtete Mehrfamilienhaus bekommt im Erdgeschoss wie auch im ersten Stock jeweils fünf Wohneinheiten, im Dachgeschoss drei. Gerade die kleinen Wohnungen für ein bis zwei Personen begeisterten, denn der Bedarf in Bernbeuren ist angeblich riesig. Größere Wohnungen ließen sich nur schwer vermieten, weil Familien in Bern-
beuren noch immer eher ein Haus bauen würden. Aber die Nachfrage für Single-Haushalte oder Senioren-Wohnungen seien in jedem Fall gegeben. „Es ist ein in dieser Form noch nie dagewesenes Projekt“, lobte der Rathauschef. „Sehr angepasst an den Ortskern und den Bedarf und sehr gefällig in der Gestaltung, barrierefreie Wohnungen in Marktplatznähe mit ausreichend Stellplätzen, und es bleibt dennoch noch ein Garten übrig.“ Und er schob hinterher: „Als Gemeinde haben wir uns das gewünscht, hätten es aber so nicht hinbekommen.“ Das Grundstück hat insgesamt eine Fläche von knapp 3800 Quadratmetern, 26 Stellplätze werden nachgewiesen.

Erich Kraut brachte es für seine Kollegen auf den Punkt: „Kleine Wohnungen, tolle Ansichten, das ist top.“ Auch Vizebürgermeister Markus Socher war begeistert: „Eine gute Lösung vom Gebäude und vom Charakter her, es wirkt wie eine Landwirtschaft und ist barrierefrei bis unters Dach.“ Was besonders positiv auffiel, ist der kleine Bauerngarten rund um ein Feldkreuz, das unter Denkmalschutz steht und so besonders aufgewertet wird.

Der Gemeinderat erteilte für die 14 Wohneinheiten einstimmig die Befreiung von den Festsetzungen des gültigen Bebauungsplanes. Die Planungen gehen nun ans Landratsamt zur Genehmigung. Der Bauherr rechnet mit einer Fertigstellung nach Genehmigung in etwa eineinhalb Jahren.

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