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Über den Breitbandausbau in Bernbeuren informierten Ralf Niepel (Telekom) und Bürgermeister Martin Hinterbrandner (rechts).

Infoabend in der Auerberghalle Bernbeuren

Bei 81 Haushalten Glasfaser bis ins Haus

Die Bauarbeiten zum Ausbau des schnellen Internets haben bereits begonnen. 81 der über 800 Haushalte in Bernbeuren werden im Rahmen der Maßnahme mit Glasfaser bis ins Haus versorgt. Jetzt ist es wichtig, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Bernbeuren – „Nicht alles ist in der Praxis ganz ideal“, sagte Bürgermeister Martin Hinterbrandner und meinte damit die 60 neuen Schaltkästen, die im Ortsgebiet platziert werden müssen, um schnelles Internet zu gewährleisten. Die Planung hierfür liegt bei der Telekom. Die Gemeinde kann nur im Einzelfall, zum Beispiel, wenn die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird, eine Verlegung beantragen. Dafür stehe aber nur ein Radius von etwa 50 Metern um die geplante Stelle zur Verfügung. Jede Verschiebung bedeute aber auch einen Zeitverlust von mehreren Wochen.

1,5 Mio Euro kostet geplante Maßnahme im Rahmen des Förderprogramms des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern. 250 000 Euro schießt die Gemeindekasse zu, um möglichst vielen Bürgern den Zugang zum schnellen Internet zu gewährleisten. „Dass jeder schnelles Internet bis ins Wohnzimmer kriegt, wird nicht klappen“, erläuterte Hinterbrandner mit Blick auf die weit verzweigten Haushalte der Gemeinde. Deshalb wurden drei Erschließungsgebiete außerhalb des Ortskerns festgelegt, die in die Maßnahme fallen.

Innerorts hat inzwischen ebenfalls eine Maßnahme des Netzbetreibers begonnen, um die Übertragungsqualität zu verbessern. Die liegt bei der neuen Technik zwischen 50 (Ortskern) und 150 Mbits/s (Glasfaser-Hausanschluss), je nach Anschlussart, so Ralf Niepel, Kommunaler Ansprechpartner Breitbandausbau bei der Telekom Deutschland. Er unterschied dabei FTTC (Glasfaser bis zum Bordsteinrand), bei dem die Erhöhung der Übertragungsgeschwindigkeit mittels Vectoring-Technik (Unterdrückung der Störeinflüsse) bis zu 50 Mbits/s betragen kann, und FTTH, bei dem Glasfaser bis in die Wohnung gelegt wird und so eine Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 150 Mbits/s möglich macht.

FTTH ist für 81 Haushalte geplant. Diese werden in den nächsten Wochen Post erhalten. Enthalten ist ein dreiseitiges Formular mit einer Nutzungsvereinbarung, die Voraussetzung für den Anschluss über ein Privatgrundstück ist. Sind mehrere Immobilien eines Eigentümers betroffen, muss für jedes einzelne Haus eine Nutzungsvereinbarung getroffen werden. „Wichtig ist es, lückenlos arbeiten zu können“, so Ralf Niepel.

Derzeit wird der Glasfaser-Anschluss in den Fördergebieten zum günstigen Preis von 599 Euro angeboten. Ein nachträglicher Anschluss wird teurer. „Eine Nutzungsvereinbarung bedeutet nicht, dass man damit ein Produkt erworben wird, das monatlich mit Kosten zu Buche schlägt“, so Ralf Niepel. Es bleibt dem Eigentümer überlassen, wie und mit welchem Produkt (auch Fremdanbieter möglich) er den Anschluss nutzen will. Wichtig sei es lediglich, dass der Eigentümer aktiv wird, und die Nutzungsvereinbarung abschließt.

Der Anschluss erfordert laut Niepel nicht zwingend ein Aufbaggern des Vorgartens. Neue Techniken, die im Einzelfall aber geprüft werden müssen, benötigen keine großen Erdarbeiten.

Für abgelegene Anwesen, die noch nicht in das Förderprogramm fallen, kündigte Bürgermeister Martin Hinterbrandner an, dass das aktuelle Programm ab 2020 für die übrigen Haushalte weitergeführt wird.

Ursula Fröhlich

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