Klärwerk
+
Die Abwasserentsorgung arbeitet in Bernbeuren nicht mehr kostendeckend, deshalb steigt jetzt die Gebühr (Symbolbild)

Gebührenerhöhung

Bernbeuren: Abwasser bald deutlich teurer

  • vonJörg von Rohland
    schließen

Die Haushalte in Bernbeuren müssen ab dem kommenden Jahr deutlich mehr Geld für die Entsorgung ihres Abwassers berappen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einer empfindlichen Erhöhung zugestimmt.

Bernbeuren – Bürgermeister Karl Schleich berichtete dem Gremium in der jüngsten Sitzung in der Auerberghalle, dass die Abwasserentsorgung seit Jahren nicht mehr kostendeckend arbeite. Mittlerweile liege das Defizit der Gemeinde bei rund 128 000 Euro. Der Rathauschef schlug daher einer Erhöhung der Gebühr von 1,11 auf 1,68 Euro vor. Dazu kommt noch eine monatliche Grundgebühr von fünf Euro.

Bürgermeister spricht von „moderater Erhöhung“

Schleich sprach dennoch von einer „moderaten Erhöhung“. Er habe eine Liste der Nachbargemeinden. Man wäre in Bernbeuren trotz Erhöhung immer noch relativ günstig.

Die Nachbargemeinde Burggen dürfte der Rathauschef nicht gemeint haben. Dort liegt die Abwassergebühr derzeit noch bei nur 1,10 Euro. Beim südlichen Nachbarn Lechbruck ist es dagegen deutlich teurer, sein Abwasser zu entsorgen. Hier werden die Bürger mit 2,69 Euro pro Kubikmeter zur Kasse gebeten.

Ein Beispiel: In Bernbeuren zahlt derzeit eine Familie, die auf 100 Quadratmetern Wohnfläche lebt, einen 500 Quadratmeter großen Garten besitzt und jährlich 150 Kubikmeter Wasser verbraucht, für Trinkwasser und Abwasser zusammen 342,52 Euro. 166,50 Euro davon entfallen auf die Abwassergebühr. Nach der Erhöhung, die ab dem 1. Januar 2021 gilt, werden am Auerberg allein fürs Abwasser 312 Euro fällig. Die jährlichen Gesamtkosten liegen somit bei 488,02 Euro.

Ab 2021 spielt Bernbeuren in einer Liga mit Schongau

Damit spielt die bis dato noch recht günstige Gemeinde Bernbeuren in einer Liga mit der Stadt Schongau. Zu Lechbruck fehlt aber immer noch ein gutes Stück. Hier muss eine Vergleichsfamilie 617,50 Euro pro Jahr für Trink- und Abwasser berappen.

Der Bernbeurer Gemeinderat stimmte der Erhöhung einstimmig zu. Preis und Grundgebühr gelten für die kommenden vier Jahre. Danach wäre das Defizit abgetragen. „Wir müssen es ausgleichen, das ist ein ganz normaler Schritt“, sagte der ehemalige Vizebürgermeister Markus Socher.

Wegen umfangreicher Sanierung dürfte auch der Preis fürs Trinkwasser bald steigen

Gut möglich ist allerdings, dass der Gemeinderat in den kommenden Jahren auch an der Preisschraube für das Trinkwasser drehen muss. Wie mehrfach berichtet, muss die Versorgung aufwendig renoviert werden. Rathauschef Schleich rechnet mit einer Investition von rund 1,5 Millionen Euro, die die Gemeinde langfristig ebenfalls über die Gebühren wieder reinholen muss. Bislang war man von einer 500 000 Euro geringeren Investition ausgegangen.

Auch interessant:

Förderprogramm des Freistaats macht es möglich: Geldsegen für Bernbeurens Kneipp-Anlage

Mehr Aktuelles aus der Region lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare