Die Seitenwagen auf dem Weg zum Start. Vorne Thomas Stippel und Ottmar Gruber auf einem Ireson Yamaha F2-Renngespann aus dem Jahr 1976.

Nostalgisches Rennen

Auerberg Klassik: Motorräder und Kostüme vor Traumkulisse

Ein Dorf im Ausnahmezustand haben über 10 000 Besucher am vergangenen Wochenende bei der zweiten „Auerberg Klassik Hill Racing“ erlebt. 

Bernbeuren – Man kann zum Motorsport stehen, wie man will. Dem Charme der historischen Motorräder und Kostüme, der Traumkulisse am Auerberg sowie der Begeisterung aller Beteiligten beim zweiten Oldtimer-Rennen „Auerberg Klassik“ konnte man sich nicht entziehen. Am Auerberg war nicht vorrangig Geschwindigkeit gefragt, sondern möglichst geringe Zeitdifferenz in den drei Läufen, wie Kommentator Karl Meier erklärte, der die einzelnen Fahrer gekonnt vorstellte. Die Zeitdifferenzen zwischen Lauf 1/2 und Lauf 1/3 wurden addiert. Fahrkönnen und Fingerspitzengefühl am Gashebel waren also gefragt.

„Ich glaube, da ist keiner mehr zuhause in Bernbeuren, die fahren alle mit dem Motorradl auf den Berg rauf“, witzelte Karl Meier angesichts der großen Teilnehmerzahl. Zur Freude der Zuschauer an der Strecke heitzte Starter Manfred Haseitl die Stimmung durch spektakuläre Luftsprünge mit der Startfahne an. Mit begeistertem Applaus begleiteten tausende Zuschauer die Helden auf der Rennstrecke, die aus sieben Nationen, nämlich aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Liechtenstein, Japan und den USA, kamen und mit viel Qualm und Getöse aus den Auspuffrohren ihrer Maschinen für das notwendige Flair sorgten.

Auerberg Klassik in Bernbeuren - Die besten Bilder vom Motorradrennen

Auerberg Klassik: Fahrer reist extra aus Japan an

Darunter war als ältester Fahrer der 84-jährige Georg Sonnauer aus Garmisch-Partenkirchen sowie Toshiyuki Kozaka aus Amakusa in Japan, der für die weiteste Anreise geehrt wurde. Er war begeistert von der „good location“ und den engagierten und freundlichen Menschen in Bernbeuren.

Aber nicht nur tollkühne Männer gingen an den Start, sondern auch 13 Fahrerinnen und elf Beifahrerinnen. Bei der Siegerehrung am Sonntagnachmittag in der Auerberghalle wurden jeweils die drei Besten aus den sechs Klassen, sprich bis Baujahr 1939, Baujahr 1940-1959, Baujahr 1960-1979 (bis 250ccm), Baujahr 1960-1979 (bis 500ccm), Baujahr 1960-1979 (über 500 ccm) und Seitenwagen bis Baujahr 1979 gekürt. Der Gesamtsieg ging mit einer sagenhaften Gesamt-Zeitdifferenz von 0,406 Sekunden an Max Kuypers aus Bruckmühl, der sich ab sofort „Bergkönig“ nennen darf. Die Beste bei den Frauen war Claudia Pögl aus Lassnitzhöhe bei Graz mit einer Gesamt-Zeitdifferenz von 1,431 Sekunden.

Auerberg Klassik: Kleiner Unfall überschattet Veranstaltung

Lediglich ein kleinerer Unfall, bei dem sich Franz Seitz auf einer Honda RC 162 (Replica) aus dem Jahr 1961 das Schlüsselbein brach, überschattete die Veranstaltung. Er ließ aber durch Hermann Köpf, den Vorsitzenden des veranstaltenden Vereins „Auerberg Klassik“ ausrichten, dass er auf jeden Fall noch einmal starten würde.

Auerberg Klassik: Bernbeurer waren mit Begeisterung dabei

„Wir möchten uns bei allen bedanken, dass alles so diszipliniert geklappt hat“, sagte Köpf bei der Siegerehrung und meinte damit nicht nur die Fahrer, sondern auch die rund 600 Helfer aus dem Dorf und umliegenden Vereinen sowie die Bernbeurer Bevölkerung, die ebenso mit viel Toleranz und Begeisterung dabei war. „Egal, welches Problem auftauchte, es war immer jemand da, der weiterhalf“, lobte auch Kassier Jürgen Zillenbiehler.

Neben einer Oldtimer-Ausstellung sowie Sponsoren-Ständen und mehrere Verpflegungsstände, die von den örtlichen Vereinen betrieben wurden, hatten sich die Frauen des Vereins noch etwas Besonderes ausgedacht: Es wurden die besten Kostüme gekürt.

Auerberg Klassik: „Best Dressed-Wettbewerb“ am Rande der Rennstrecke

Es lohnte sich, Omas Kleiderschrank zu plündern oder auch im Internet nach tollen Klamotten zu suchen: Wer in epochengerechter Kleidung zum Klassik-Rennen auf den Auerberg gekommen ist (siehe oben), hat nicht nur einen ermäßigten Eintrittspreis bekommen, sondern konnte auch noch beim „Best Dress“-Wettbewerb gewinnen. Der erste Preis, ein Blumenstrauß, ein Gutschein für einen Golf-Schnupperkurs samt Einkehr auf der Gsteig, ging an ein traumhaftes Kleid in Blau nebst passender Brille. 

Die Gewinner und Platzierten des „Best Dress“-Wettbewerbs. Gut war, wer epochengenau Kleidung anhatte und mit dem Lockenwickler umgehen konnte.

Zwei Tage lang hatten Sandra alias „RetroCat“, Irene Kottnik sowie die Burlesque-Tänzerin „Melody D’Amour“ aus München rund 35 Platznummern unter den Kostümen verteilt, die ihnen am besten gefallen hatten. „Wir haben Fotos gemacht und dann im Team entschieden“, schildert Kottnik die Vorgehensweise. 

Waren die „best-dressed-family“: Steffi und Gregor Deschler aus Altenstadt mit den Töchtern Lina und Emilia.

Den Preis für die „best-dressed-family“ heimsten Steffi und Gregor Deschler aus Altenstadt mit ihren Töchtern Lina und Emilia ein. Sie hatten für das Event sogar an jedem Tag ein extra Kostüm. „Mit Kindern braucht man das schon“, sagte Steffi Deschler lachend. „Wir sind voll die Fans und selber mit alten Mopeds hergefahren“, ergänzte Gregor Deschler. Die Auerberg Klassik ist für ihn eine „Bombenveranstaltung“, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ursula Fröhlich

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