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Zapft Ende September nach 28 Jahren das letzte Bier in der Auerberghalle: Wirt Bernhard Bißle.

Ära geht zu Ende 

Auerberghalle: Bißle-Abschied nach 28 Jahren

Anzeigen in verschiedenen Zeitungen haben bestätigt, was seit längerer Zeit bereits im Dorf die Runde gemacht hat: Pächter Bernhard Bißle hat zum 30. September seinen Vertrag mit der Gemeinde für die Auerberghalle in Bernbeuren gekündigt.

Bernbeuren – Es kommt Wehmut auf: Nach insgesamt 28 Jahren als Wirt, davon 24 Jahre in der Bernbeurer Auerberghalle, sei es an der Zeit, etwas kürzer zu treten, sagt Wirt Bernhard Bißle. Der gebürtige Tannenberger hat schon als Kind gerne gekocht, gegrillt und mit zwölf Jahren Kuchen gebacken. Ein Beruf in der Lebensmittelbranche sollte es also werden, und so begann er 1976/77 eine Metzgerlehre in Peiting.

Von 1980 bis 1984 stand er bei der Bundeswehr in der Kaserne in Altenstadt in der Küche. „Ich habe dort das Kochen in großen Mengen gelernt, und auch heute noch koche ich lieber für 300 als für 30 Leute“, sagt der 57-Jährige schmunzelnd.

Auf diese Zeit folgten von 1984 bis 1987 die ersten Jahre als Wirt im Gasthaus Sonne in Ingenried, und im Anschluss dann bis 1992 die Auerberghalle in Bernbeuren. Ein Jahr betrieb Bißle dann noch die Skihütte in Rettenbach, bevor er sich aus familiären Gründen bis 2000 eine feste Stelle als Metzger im Marktoberdorfer V-Markt suchte. Seine drei Kinder waren in einem Alter, in dem der Vater mehr Zeit zu Hause verbringen wollte, und die Gastronomie bedeute immer auch Stress und Unregelmäßigkeit.

Die Zeit als Angestellter habe ihm aber auch geholfen, die Gäste und deren Arbeitsalltag besser zu verstehen, und der Wirt ist daher für jeden Gast dankbar, der nach der Arbeit noch Zeit für einen kurzen Feierabendbesuch im Gasthof auf dem Auerberg findet.

Ab dem Jahr 2000 pachtete Bißle dann wieder die Bernbeurer Mehrzweckhalle, seine Frau Andrea stand ihm natürlich immer zur Seite. Der weit bekannte „Rock am Auerberg“, der erstmals an Pfingsten 1988 mit der Gruppe „Härte 10“ über die Bühne ging, sollte viele Jahre tolle Bands und zahlreiche junge Leute nach Bernbeuren locken.

Ein weiterer Höhepunkt fand 1991 statt, als zur Einweihung der neuen Terrasse die Spider Murphy Gang im Freien auftrat. „Das hat sehr viel Spaß gemacht, und als Wirt muss man immer was Neues ausprobieren. Das kann gut gehen, man kann aber auch mal daneben greifen.“

Das Ende dieser Großveranstaltungen waren immer strengere Auflagen und neue Gesetze. Denn wenn man das Rauchverbot, den Jugendschutz und die Dezibel-Grenzen heute genauestens einhalten möchte, brauche man Sicherheitspersonal. Das wurde in der Partyzeit der 90er Jahre einfach alles noch viel lockerer gesehen. Heute seien das sowohl für Wirte als auch Vereine mittlerweile ganz andere Hürden und Voraussetzungen. Ebenfalls geändert habe sich die Stammtischkultur, die langsam aussterbe. „Früher hat man gesagt, dass dir der Stammtisch die Pacht zahlt“, erzählte Bißle.

Dem neuen Pächter, nach dem die Gemeinde Bernbeuren gerade sucht, wünscht Bißle viel Energie und Mut, neue Sachen anzupacken. „Die Chance wie auch vielleicht das Problem an dieser Wirtschaft ist der große Saal, den man bewältigen können muss“, sagt Bißle. Seiner Meinung nach ebenfalls von Vorteil: „Du musst selber, beziehungsweise Deine Frau, muss kochen können.“ An einem strengen Wochenende könne man auch mal gut 50 Stunden auf den Beinen sein.

Für Bißle eine absolute Erfolgsgeschichte ist der 2003 begonnene Cateringservice, der ihm regelmäßig Aufträge von Trauchgau bis Denklingen und Marktoberdorf bis Peiting beschert hat. Bißle betont, dass die Auerberghalle viele Räumlichkeiten biete, um die unterschiedlichsten Konzepte oder Gesellschaften unterzubringen. Die Kegelbahn kann für Versammlungen mit genutzt werden, das Bistro „Bärenhöhle“ im Keller käme für die jüngeren Leute in Frage.

Apropos „Bärenhöhle“: Wer denkt, dass der Spitzname „Bär“ vom Vornamen Bernhard herrührt, der irrt. In der dritten Klasse erklärte damals die Grundschullehrerin chinesische Zeichen, und Bißles Geburtsdatum fiel auf den Bär – daher der Name.

Die Hoffnung, den Spitznamen nach der Grundschulzeit loszuwerden, erfüllte sich zunächst, bis ein ehemaliger Klassenkamerad ebenfalls die Metzgerlehre absolvierte, den Namen ausplauderte und Bißle eben wieder „der Bär“ war. In der Auerberghalle lassen sich noch heute vom großen Holzbär in Kochkleidung über das Bär-Parkplatzschild oder den Bär-Aufkleber auf dem Auto zahlreiche Hinweise auf den gängigen Rufnamen Bißles finden.

Und was sagt der Stammtisch dazu, dass die Mitglieder ihren Wirt verlieren? Natürlich hoffen sie auf einen Nachfolger, aber sie sind sich einig, „dass der Bär das lange genug gemacht hat und ihm mehr Ruhe wohl vergönnt ist“. Wie es für Bernhard Bißle genau weitergeht, weiß er noch nicht: „Vielleicht eine Tätigkeit mit 20 Stunden die Woche, mal schauen“, sagt er. Besonders freut er sich aber jetzt schon darauf, dass er endlich Zeit hat, auf die Geburtstage seiner zehn Geschwister zu gehen, „denn das Leben spielt sich oft am Wochenende ab, und da bist du als Wirt halt dann nicht dabei“.

KATHRIN ZILLENBIEHLER

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