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Bernbeuren bleibt tief in den roten Zahlen

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Von: Jörg von Rohland

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Der Dorfladen „s’Lädele“ kommt die Gemeinde Bernbeuren immer teurer. Verantwortlich dafür sind die gestiegenen Personalkosten. Personalkosten drastisch gestiegen
Der Dorfladen „s’Lädele“ kommt die Gemeinde Bernbeuren immer teurer. Verantwortlich dafür sind die gestiegenen Personalkosten. Personalkosten drastisch gestiegen © jvr

Die Haushaltslage der Gemeinde Bernbeuren bleibt angespannt. Grund ist der immer noch hohe Schuldenberg, der im vergangenen Jahr nur leicht geschrumpft ist.

Bernbeuren – Gut 3,8 Millionen Euro Schulden lasten nach wie vor auf der Gemeinde Bernbeuren. Zwar sind das rund 260.000 Euro weniger als noch im Jahr davor. Eine sparsame Haushaltsführung sei dennoch „zwingend notwendig“, betonte Kämmerin Marie Burg bei der Vorstellung der Zahlen für das laufende Jahr im Gemeinderat.

„Die gestiegenen Energie- und Stromkosten sowie Personalkosten sorgen ab dem nächsten Jahr für deutliche Mehrausgaben im Verwaltungshaushalt“, blickte die Kämmerin voraus und mahnte eine „strenge Prüfung der Ausgaben auf Notwendigkeit“ an.

Um Zins und Tilgung der Darlehen kommt das Rathaus beim Geld ausgeben freilich nicht herum. Allein dafür muss die Gemeinde heuer fünf Prozent ihrer Gesamteinnahmen aufbringen. „Das entspricht in etwa den Gesamteinnahmen aus der Grundsteuer A und B und der Hundesteuer“, verdeutlichte die Kämmerin.

Immerhin erwirtschaftet Bernbeuren genügend Geld, um seine Schulden zu tilgen und die nötigsten Investitionen stemmen zu können: Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt hat die Kämmerin heuer mit gut 467.000 Euro veranschlagt. Berauschend ist das Ergebnis nach dem noch magereren Jahr 2021 (413.000 Euro) aber trotzdem nicht. Im Corona-Jahr 2020 blieben der Gemeinde noch knapp 650.000 Euro als „freie Finanzspanne“ übrig, im Jahr davor waren es 847.000 Euro“.

Personalkosten steigen, hohe Ausgaben für Dorfladen und Schnitzerstadel

Ein Grund: Bei den Personalkosten gibt es 2022 einen empfindlichen Ausschlag nach oben. Sie knacken erstmals die Halbe-Millionen Euro-Grenze und steigen um 123.000 Euro auf gut 562.000 Euro. Als Gründe nannte Burg eine Tariferhöhung von 1,8 Prozent und die Erhöhung von Sollarbeitszeiten einiger Arbeitnehmer. Zudem sei ein „Puffer“ zur Auszahlung von Überstunden einkalkuliert worden.

Den Gemeindefinanzen auch nicht gerade förderlich ist der Dorfladen („S’Lädele“), der seit Jahren ein Defizit schreibt. 2021 war dieses mit knapp 23.000 Euro noch einigermaßen erträglich. Heuer rechnet die Kämmerin allerdings mit einem schmerzhaften Minus von satten 76.000 Euro. Der Grund auch hier: steigende Personalkosten.

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Bares Geld kostet die Gemeinde 2022 ebenfalls der leer stehende und denkmalgeschütze Schnitzerstadel, den sie vor ein paar Jahren erworben hatte. 80.000 Euro werden allein heuer für die Entwicklung eines Kommunalen Denkmalschutzkonzeptes (KDK) fällig, immerhin die Hälfte davon kann mit Zuschüssen gedeckt werden. Bekanntlich ist es das erklärte Ziel, in den Stadel einen Supermarkt zu integrieren. Derzeit stehen dafür aber keine Mittel bereit.

Die benötigt Bernbeuren vielmehr für die Erneuerung der maroden Trinkwasserversorgung. Allein in diesem Jahr werden dafür laut Haushaltsplan mehr als eine Million Euro fällig. In den Jahren darauf kommt noch einiges dazu. Wie berichtet, wird das Projekt auch durch „Verbesserungsbeiträge“ der Bürger finanziert. In den Jahren 2022 bis 2025 sollen laut Plan pro Jahr 180.000 Euro erhoben werden.

Alles in allem schließt der Gesamthaushalt heuer mit einer Summe von knapp 7,12 Millionen Euro; eine Steigerung um knapp 250.000 Euro. Wortmeldungen aus dem Gemeinderat gab es zu dem Zahlenwerk in der öffentlichen Sitzung keine. Es wurde ohne Einwände einstimmig beschlossen.

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