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Sie leiten den Bürgerverein am Lech für die nächsten zwei Jahre: Die neugewählten Vorstandsmitglieder um den Vorsitzenden Peter Graf von der Schulenburg (2. v. re.). 

Bürgerverein am Lech

Verein mit rekordverdächtiger Hilfsleistung

Es sind derzeit 413 Bürger aus den Gemeinden Prem, Steingaden, Lechbruck und Bernbeuren, die sich gegenseitig unterstützen und helfen, wenn Not am Mann ist. Genau deswegen ist vor vier Jahren der Bürgerverein am Lech ins Leben gerufen worden. Hilfesuchende und Helfer sind Mitglied im Verein.

Bernbeuren – Der Bürgerverein ist gewachsen. Von 338 Mitgliedern im Jahr 2017 auf 413 im vorigen Jahr. „Man sieht das nicht an der Zahl der anwesenden Mitglieder“, sagte Peter Graf von der Schulenburg schmunzelnd. Denn nur 43 waren es, die in der Bernbeurer Auerberghalle bei der Jahreshauptversammlung hören wollten, was der Vorsitzende in Rück- und Ausblick zu sagen hatte.

Und das war eine ganze Menge. Deutlich wurde jedenfalls, dass von der Vorstandschaft und auch von den Helfern sehr viel Motivation und Engagement für die Arbeit im Bürgerverein notwendig ist. Das zeigte sich, als der Vorsitzende mit Zahlen aufwartete: 1882 Helferstunden und 763 Stunden mit den 19 geschulten Demenzhelferinnen waren es im vorigen Jahr. Und damit jeweils gut 500 Stunden mehr als im Jahr 2017.

7800 Kilometer haben sie dabei mit eigenem Pkw zurückgelegt. Beim Essen „Frisch gekocht für Sie“ wurden bei der Zustellung des Essens an die Mitglieder – 7215 Menüs waren es das vergangene Jahr über – insgesamt weitere 25 550 Kilometer für die Fahrten in Häuser und Wohnungen in die vier Mitgliedsgemeinden zurückgelegt.

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Fast entschuldigend sagte der Vorsitzende, dass der Preis für ein Menü ab Januar dieses Jahres von bisher 6,90 auf 7,20 Euro angehoben werden musste. Derzeit sind es zwischen 30 und 35 Abonnenten jeden Tag.

Hilfeleistungen und Veranstaltungen des Vereins seien dagegen mittlerweile rekordverdächtig, sagte von der Schulenburg. Denn die Angebote für Hilfesuchende des Bürgervereins sind vielfältig: Mobile Begleitdienste zum Arzt, zu Behörden oder zum Einkaufen. Entlastung betreuender Angehöriger, Unterstützung im Haushalt und handwerklicher Hilfen rund ums Haus sowie die Versorgung Bedürftiger über die Tafel.

Bei den Bürgermeistern der vier Mitgliedsgemeinden, Herbert Sieber (Prem), Xaver Wörle (Steingaden), Helmut Angl (Lechbruck) und Martin Hinterbrandner (Bernbeuren) bedankte sich der Vorsitzende für die stets wohlwollende Unterstützung das ganze Jahr hindurch. Die Finanzierung des Vereins sei mit Hilfe der Bürgermeister und neuerdings der Landräte der beiden Landkreise Weilheim-Schongau und Ostallgäu sowie privater Spenden sichergestellt.

Helmut Angl sprach für die vier Mitgliedsgemeinden und bedankte sich seinerseits namens der vier Bürgermeister für die Arbeit des Vereins: „Es war ein großer Schritt, die vier Gemeinden zusammen zu bringen.“ Allen sei bewusst, dass eine Betreuung der Senioren ohne den Verein undenkbar wäre: „Wer möchte schon gerne in ein Altenheim?“

Peter Graf von der Schulenburg machte in seinem Ausblick noch einmal deutlich: „Wir organisieren Hilfe für alle Gemeindemitglieder, ob alt oder jung.“ Der Mitgliedsbeitrag für eine Person beträgt 30 Euro. Paare bezahlen 45 Euro.

In die Jahresversammlung eingebunden war die Wahl der neuen Vorstandschaft für die nächsten beiden Jahre. Vorsitzender ist weiterhin Peter Graf von der Schulenburg. Für die Funktion des zweiten Vorsitzenden fand sich kein Bewerber. Kassiererin ist Gerda Steiniger, den Schriftverkehr erledigt Angelika Pfister–Kehlenbeck. Zu Beisitzern wurden gewählt Susanna Batteiger-Ege (Steingaden), Regina Carbone (Steingaden), Wendelin Gast (Bernbeuren), Jürgen Kuhns (Prem), Bernd Reckers (Lechbruck), Anton Steck (Bernbeuren) und Paul Walters (Lechbruck).

VON WALTER KINDLMANN

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