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Beide Hochbehälter in Bernbeuren (hier der Hochbehälter 1 nähe Goldstein) gehören schon länger baulich und technisch saniert. 

In Bernbeuren

Chlorung wegen maroder Trinkwasser-Anlage

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Im Bernbeurer Trinkwasser wurden Keime entdeckt. Das Gesundheitsamt spricht nun von einer „außergewöhnlichen Maßnahme“. 

Bernbeuren – Ab sofort muss in Bernbeuren das Trinkwasser gechlort werden. Mehrfach waren bei Beprobungen Keime im Wasser gefunden worden. Zurückzuführen ist diese „außergewöhnliche Maßnahme“ auf den hygienisch-baulichen Zustand der Trinkwasserversorgungsanlage, so Wolfgang Tilgner, Hygieneinspektor beim Gesundheitsamt Weilheim-Schongau. Die gute Nachricht: Die Bevölkerung kann bedenkenlos das Wasser aus der Leitung trinken, duschen und damit kochen. „Hier gibt es keine Einschränkungen.“

Dass Wolfgang Tilgner in jüngster Zeit oft in Bernbeuren anzutreffen war: Das liegt leider nicht an der herrlichen Landschaft. Wöchentlich hatte das Gesundheitsamt zuletzt das Bernbeurener Wasser auf Keime kontrolliert. „Das ist schon eine große Ausnahme.“ Üblich ist eine Kontrolle eigentlich alle drei Jahre. Aber: „An der Bernbeurener Anlage gibt es baulich-hygienische Auffälligkeiten.“ Will heißen: Die Trinkwasserversorgungsanlage ist in die Jahre gekommen. Der Zustand: hygienisch bedenklich.

Immer wieder Keime im Bernbeurer Trinkwasser

Nachdem in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Keime im Trinkwasser gefunden worden waren und auch jetzt wieder diese Verunreinigung in einem Hochbehälter festgestellt worden war, wird gechlort. Und zwar bis die Anlage saniert ist.

Momentan sind die Anlagenteile laut Tilgner anfällig für das Eindringen von Oberflächenwasser oder Kleintieren. Bei dem Chloren handelt es sich um eine Desinfektion des Trinkwassers.

Bernbeurer Trinkwasser wird gechlort - Bevölkerung wird davon wenig mitbekommen

Die Bevölkerung wird davon wenig mitbekommen. Das Chlor wird in der kleinstmöglichen Konzentration zugeführt, so dass nur in den seltensten Fällen ein Geruch wahrnehmbar sein könnte. „In den USA beispielsweise ist die Chlorkonzentration im Wasser um bis zu ein Zehnfaches höher“, vergleicht Wolfgang Tilgner.

Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner betont auf Anfrage der SN, dass es sich bei der Chlorung des Wassers um eine rein vorbeugende Maßnahme handelt. Für die Bürger sei diese unbedenklich. „Aber wir sind damit auf der sicheren Seite, bei so etwas geht man kein Risiko ein.“

Trinkwasseraufbereitungsanlage in Bernbeuren muss dringend saniert werden - doch es gibt ein Problem

Das eigentliche Problem, mit dem sich Bürgermeister und Gemeinderat jetzt konfrontiert sehen, ist die Sanierung der Trinkwasseraufbereitungsanlage. Die ist laut Gesundheitsamt quasi längst überfällig. Nur: „Wir finden keine Firma, die das machen möchte“, so Hinterbrandner.

Bereits im Sommer hätten die Arbeiten vergeben werden sollen. Ein staatliches Förderprogramm zur Sanierung solcher Anlagen, das der Freistaat aufgelegt hat, ist im Falle Bernbeurens mehr hinderlich als hilfreich. Die Kommune profitiert davon zum einen leider nicht, „weil es in anderen Kommunen noch schlimmer um die Anlagen steht als bei uns“. Aber „die Firmen sind deshalb alle rappelvoll“. Auf eine Ausschreibung der Arbeiten im Sommer sind in der Gemeinde Bernbeuren genau null Angebote eingegangen.

Mit der Chlorung steigt der Druck: Noch jetzt im Januar, verspricht der Bürgermeister, soll eine neue Ausschreibung rausgehen, damit es endlich losgehen kann mit der Sanierung und die Anlage auf den neuesten Stand gebracht werden kann.

Da investiert die Gemeinde auch gerne eine Million Euro, mit der die Arbeiten zu Buche schlagen dürften. Die Summe ist im Wasserpreis, den die Gemeinde bereits im September neu kalkuliert hat, schon berücksichtigt.

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