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Die Fanfarenbläser des Georgirittvereins sorgten für festliche Stimmung.

Zehnjähriges Bestehen

Kleines Jubiläum im Auerbergmuseum

Zum zehnjährigen Bestehen des Auerbergmuseums wurde in Bernbeuren zu einer kleinen Jubiläumsfeier eingeladen. Damit „das Vergessen nicht die Vergangenheit verschlingt“.

Bernbeuren„Auf unser Museum im Zentrum der Gemeinde nahe dem Rathaus und der Kirche kann jeder im Ort stolz sein.“ Bürgermeister Martin Hinterbrandner dankte bei der Feier zum Jubiläum des Auerbergmuseums den ehrenamtlichen Kräften für ihre Arbeit, ohne die der Umtrieb des Museums nicht möglich wäre. Nicht nur der Blick in die Vergangenheit fasziniert die Besucher, auch das Dorfleben erhielt eine Bereicherung, angefangen vom monatlichen Rentnerhoagart in der Honelesstube bis hin zum Dorfflohmarkt und den kulturellen Veranstaltungen.

Im Dorf halten sie ja alle zusammen und so erhielt das Kiebelehaus vom Obst- und Gartenbauverein nun auch einen Zaun. Für den feierlichen Rahmen sorgten indes die Fanfarenbläser vom Georgirittverein. Da schlug nicht nur das Herz von Vorstand Helmut Gehlert höher, der die zahlreichen Gäste begrüßte und mit viel Humor durchs Programm führte. Unter ihnen sah man neben dem 93-jährigen Ehrenmitglied Josef Hörmüller auch die Freunde der Museen des Auerberglands und von „Alpenrand in Römerhand“.

Auerbergmuseum gewann mit Alleinstellungsmerkmal überregionalen Charakter

Die Römersiedlung auf dem Auerberg ist schließlich ein Schwerpunkt des Museums. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal gewann das Museum überregionalen Charakter, wie Gründungsvater Peter Ernst in seinem Festvortrag zu Recht feststellte. Daneben blieben aber die typischen Aspekte der Kulturlandschaft Auerbergland erhalten: Vom Gipfel des Auerbergs und der Kirche St. Georg spannt sich der thematische Bogen über die landwirtschaftlich genutzten Bergwiesen und Weiden hinab zum Dorf und seiner Geschichte und dort zum fast 300-jährigen Ständerbohlenbau des Kiebelehauses: Der Berg, das Dorf, das Land, das Haus wurde zum Programm des Museums in griffiger Formulierung.

Treffen der Museumsfreunde (vorne von links): Elisabeth Hofmüller, Josef Schmölz, Josef Hörmüller, Heimo Schmid, Peter Ernst, Axel Romberg, Werner Maier und Christl Beer, stehend dahinter Christian und Monika Sammel und Helmut Gehlert.

Am Anfang stand die von Bürgermeister Heimo Schmid eingeleitete Dorferneuerung. Im Arbeitskreis Geschichte unter Leitung von Heinz Engl entstanden 1992 bis 1995 die Dorfchronik und der Wunsch nach einem Museum. Seinen Lauf nahm die Sache mit der Gründung des Museumsvereins im Jahre 1997 und der leidenschaftlichen Sammlertätigkeit von Werner Maier.

Lesen Sie auch: Oldtimer-Fans sollten sich den Termin schon einmal fett im Kalender markieren: Vom 13. bis 15. September erwartet Bernbeuren die zweite Auflage von „Auerberg Klassik“.

Auerbergmuseum: Verleihung des Bayerischen Staatspreises als krönender Abschluss

Ein erster Glücksfall war in dieser Zeit die Errettung der Honeleshofstube von 1865, die Josef Schmölz fachgerecht ausbaute, im Filserhaus zwischenlagerte und nach dem Umbau des Kiebelehauses passgenau einbaute. Ein Glücksfall auch das Kiebelehaus, dessen Weg von der Entrümpelung und Entkernung durch die „Rentnergang“ bis zur Eröffnung des Museums im Jahre 2009 Peter Ernst Revue noch einmal passieren ließ.

Der krönende Abschluss kam zwei Jahre später mit der Verleihung des Bayerischen Staatspreises für das dörfliche Gesamtprojekt. Altbürgermeister und Ehrenmitglied Heimo Schmid, der mit Herzblut hinter dem Projekt stand, zeigte sich erfreut, dass man die Skeptiker überzeugen konnte und heute jeder feststellt: „Da san ma dahoam.“

VON GERHARD HEISS

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