+
115 Rekruten haben in Bernbeuren den Eid abgelegt. 

Soldaten vereidigt

Gelöbnisfeier in Bernbeuren: 115 neue Garanten des Grundgesetzes

In Bernbeuren wurden 115 Soldaten vereidigt. Und das in der größten Hitze bei 36 Grad. 

Bernbeuren – Die Fahnenabordnung, der Fahnenzug und das Gebirgs-Musikkorps, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die Bürgermeister aus Bernbeuren und Umgebung, Fahnenabordnungen etlicher Soldaten- und Veteranenvereine, Vertreter der Behörden und der Polizei sowie die Eltern und Geschwister der Soldaten: Sie alle bildeten am Donnerstagnachmittag den feierlichen Rahmen für die Gelöbnisfeier auf dem Sportplatz in Bernbeuren – Bei 36 Grad Hitze.

Eine Abordnung des Ausbildungsstützpunktes LL/LTS landete mit ihren Flächenschirmen unter der Führung von Hauptmann Jack Weber punktgenau auf dem Sportplatz in Bernbeuren. Das Musikkorps spielte dazu das Lied der Fallschirmjäger: „Rot scheint die Sonne“.

Der Kommandeur des Ausbildungsbataillons, Oberstleutnant Robert Badstübner, sagte bei der Vereidigung, er freue sich, dass die Vereidigung „im wohl denkbar schönsten Rahmen geschieht, in dem eine solche Veranstaltung durchgeführt werden kann“. Nämlich dort, wo sie hingehöre: In die Öffentlichkeit zu der Bevölkerung, für die die Soldaten eintreten werden.

Soldaten verpflichten sich in Bernbeuren für ihr Land

Mit dem Eid würden die Soldaten nicht nur eine herausgehobene persönliche Verpflichtung für ihr Land übernehmen, sondern auch Einschränkungen in ihrer persönlichen Lebensführung in Kauf nehmen. Und mit ihrem Tun und Handeln zum Erhalt der freiheitlich Demokratischen Grundordnung beitragen. Badstübner sagte auch, die Rekruten hätten sich – „nach meiner Bewertung“ – für einen der schönsten Berufe entschieden. Sie hätten künftig die Möglichkeit, Menschen zu prägen, sie zu führen und sie auszubilden. Und dies alles in einem abwechslungsreichen, herausfordernden, spannenden aber nicht immer idealen Umfeld.

Allerdings gebe es auf dem Weg hin zu einer wirklich guten Führungsperson noch viel zu lernen: Nämlich fachliche Kompetenz, körperliche und geistigen Belastbarkeit und vor allem Führungswillen. Der Bataillonskommandeur appellierte an seine Rekruten: „Seien Sie kritikfähig und selbstkritisch, wissbegierig und interessiert, zeigen Sie Kameradschaft, helfen Sie einander und unterstützen Sie sich gegenseitig. Vor allem aber bekämpfen Sie Ihren inneren Schweinehund auf Ihrem Weg, immer und zu jeder Zeit. Er ist Ihr größter Gegner.“

Vereidigung in Bernbeuren: Erste Eindrücke der Ausbildung werden geschildert

Erste Eindrücke in die Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer gab anschließend Schütze (UA) Lucas Demmelmair: Schnell habe man ein Verständnis für Recht und Freiheit entwickelt und mit Kameraden das straff organisierte Leben bei Tag und Nacht geteilt. „Wir haben uns für diesen Beruf entschieden, auch wenn es oftmals nicht einfach ist.“

Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner sagte, es sei der Auftrag der Politik, die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Werte des Grundgesetzes umzusetzen.

Der Auftrag der Soldaten sei es, den Politikern dazu den Rücken frei zu halten. „Sie sind quasi die Bodyguards und gehören somit zu den Garanten des Grundgesetzes.“ Hinterbrandner sagte auch, dass es die Soldaten seien, die den „Karren aus dem Dreck ziehen müssen, wenn Politik und Diplomatie in internationalen Konflikten zu keinem Ergebnis gekommen sind“.

Vereidigung in Bernbeuren: Musikkorps spielt Märsche

Wie es sich für eine Gelöbnisfeier gehört, spielte das Musikkorps aus Garmisch-Partenkirchen zwischen den Reden einige Märsche und zum Gelöbnis den Choral „Bayerisches Militärgebet“. Gemeinsam sangen die Soldaten mit den geladenen Gästen die Bayernhymne und die deutsche Nationalhymne.

Dem Appell vorausgegangen war ein ökumenischer Gottesdienst in der Bernbeurer Pfarrkirche St. Nikolaus. Militärpfarrerin Heike Ranke zitierte dabei das Bibelwort (Matthäus Kapitel 22, Vers 20) „gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, gebt Gott, was Gott gehört“. Und sie leitete davon ab, als sie sagte, dass Würde und Gewissen der Soldaten immer über dem Eid stehe.

VON WALTER KINDLMANN

Lesen Sie auchSchongauer Lido weiter ohne Insel und Steg

Außerdem interessant„Nichtschwimmerfreie Grundschule“: Hohenfurch gewinnt im Jubiläumsjahr

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach Wochen voller Angst: Mutmaßliche Brandstifter in Untersuchungshaft - Details zur Festnahme
Die Brandserie im Lechrain könnte beendet sein: Nach einem weiteren Stadelbrand in Unterdießen in der Nacht auf Freitag hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. 
Nach Wochen voller Angst: Mutmaßliche Brandstifter in Untersuchungshaft - Details zur Festnahme
CSU-Bürgermeisterkandidat Peter Ostenrieder: „Herz für Peiting“ bei Kaffee und Kuchen
Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting? Diese Frage bewegt die Marktgemeinde seit Monaten. Fünf Bewerber haben ihren Hut für die Nachfolge des scheidenden Rathauschefs …
CSU-Bürgermeisterkandidat Peter Ostenrieder: „Herz für Peiting“ bei Kaffee und Kuchen
Hinterbrandner will’s nochmal wissen: Bernbeurer Bürgermeister tritt für die SPD an
Lange hat Martin Hinterbrandner überlegt, jetzt ist seine Entscheidung gefallen: Der amtierende Bürgermeister von Bernbeuren kandidiert bei der Kommunalwahl am 15. März …
Hinterbrandner will’s nochmal wissen: Bernbeurer Bürgermeister tritt für die SPD an
Radio-Rarität hat neue Besitzer
Eine Rottenbucher Familie hat sich mit einer Rarität selbst beschenkt. Es handelt sich um das Radio, das vom Peitinger Techniker Thomas Pfeiffer wieder auf Vordermann …
Radio-Rarität hat neue Besitzer

Kommentare